Rezension/Kritik - Online seit 18.01.2009. Dieser Artikel wurde 3536 mal aufgerufen.

Hund herum!

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Autor: Gunter Baars
Verlag: Ravensburger Spieleverlag GmbH
Rezension: André Beautemps
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
Ranking: Platz 2646
Hund herum!

Spielziel

Wo ist das Bällchen? Hoffentlich landet es im richtigen Garten, damit ich viele Knochen bekomme. Denn was gibt es Schöneres für einen Hund als einen Napf voller Knochen? Na klar, ein Napf mit MEHR Knochen als alle anderen armen Hunde!

Ablauf

Das Spielfeld besteht aus vier Plastikkurven, die miteinander zu einem Rundkurs verbunden werden. Dieser ist unterteilt in einen Innen- und Außenbereich. Im äußeren Ring wird das Bällchen während des Spiels bewegt, innen sind einzelne Gärten abgebildet. Auf zwei einander gegenüberliegenden Gärten werden die neutralen Wachhunde postiert.

Jeder Mitspieler sucht sich einen Hund aus, verpasst ihm einen schönen Namen und nimmt sich den dazugehörigen Napf. Kleine Plastikknochen werden bereitgelegt. Ein Kartenstapel muss vor jedem Spiel auf die richtige Anzahl Mitspieler angepasst werden. Zwei Fütterungskarten werden weniger zufällig in dem Stapel untergebracht. Die obersten 2 bis 4 Karten (je nach Mitspieleranzahl) werden offen in der Mitte ausgelegt und zeigen jeweils einen der mitspielenden Hunde.

Im Verlauf des Spiels führt jeder Spieler drei aufeinanderfolgende Aktionen aus. Er bewegt das Bällchen, eine solide Holzkugel, die durch Anschubsen auf dem Außenring fortbewegt wird. Danach sucht er eine der offenen Karten aus und legt sie in den Garten, vor dem der Rundkörper liegen geblieben ist. Auch dann, wenn dort bereits eine Karte liegt. Liegt der Ball vor einem Garten mit Wachhund, wiederholt er entweder seine erste Aktion und schubst die Kugel erneut oder platziert eine der bereits in den Gärten liegenden Karten um. Am Ende seines Zuges bewegt der Spieler einen der beiden Wachhunde um ein Feld weiter. Vergisst ein Spieler diese Aktion, dürfen ihn die anderen mit einem freundlichen "Wuff" daran erinnern.

Bei jeder Fütterungskarte, die aufgedeckt wird sowie am Spielende nach Verbrauch aller Karten gibt es eine Wertung. Die zu diesem Zeitpunkt in den Gärten oben liegenden Karten werden betrachtet und der Besitzer des abgebildeten Hundes erhält die Anzahl Knochen, die auf dem Garten abgebildet ist. Sieht man keine Knochen, sondern stattdessen einen Hundehaufen, muss man hierfür einen Knochen abgeben. Auf einigen Karten ist der Faktor 2 abgebildet. Hier gibt es die doppelte Belohnung oder Strafe.

Wer am Ende des Spiels die meisten Knochen in seinem Napf sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Fazit

Da ich dieses Spiel schon als liebevoll handgestalteten Prototyp kennenlernen durfte, habe ich mich nach der Veröffentlichung um die Rezension gerissen. Zugegeben, für eine vorurteilsfreie Bewertung kein Idealzustand. Aber dieser Mechanismus und das charmante Anwuffen der Mitspieler hatte sich derart positiv eingeprägt, dass ich unbedingt sehen wollte, ob das Endprodukt auch nichts von seinem ursprünglichen Charme verloren hat. Dies kann ich nunmehr bestätigen. Idee, Umsetzung und Zielorientierung stimmen bei dem Spiel. Neben den Kinderrunden hat dieses Spiel bei entsprechender Präsentation auch in einigen Erwachsenenrunden Spaß gemacht. Jedoch gibt es kleine Unschönheiten, von denen nunmehr berichtet wird.

Im Verlauf der Spielvorbereitung fällt auf, dass jedesmal der Kartenstapel neu erstellt werden muss, sobald sich die Anzahl der Mitspieler ändert. Nun kann man behaupten, dies sei eine der pädagogischen Komponenten des Spiels, da die jüngsten erwarteten Mitspieler sich diesen Zahlenraum gerade erarbeiten. Aber in allen Testrunden wurde diese Notwendigkeit eher als lästiges Übel empfunden.

Die Tatsache, dass die Kartenreihenfolge und damit die Ablagemöglichkeiten vollkommen unbeeinflussbar sind, können bei ungünstigen Konstellationen und der sich dadurch ergebenden Unausgewogenheit für Frusterlebnisse sorgen. Gottseidank sind unsere Kinder besser als ihr Ruf. Kippte das Spiel in eine solche Richtung, haben selbst die Mitspieler sich bemüht, für Schadensbegrenzung bei den betroffenen Hundebesitzern zu sorgen. Ob das alle Gruppen so handhaben, vermag ich nicht zu sagen und so sollte hier insbesondere bei einer erwachsenenfreien Runde ein Erziehungsberechtigter ein Auge darauf werfen.

Durch Feedback von weiteren Testrunden zeichnet sich eine Trennung der Zielgruppe ab: Die Grundschulanfänger benötigen eine deutlich längere Spieldauer, was dem Spielvergnügen entgegensteht. Die älteren Jahrgänge des Grundschulbereichs (ab 9 Jahren aufwärts) hingegen hatten viel Spaß und auch keine Probleme, die Spieldauer einzuhalten.

Schön ist das gesamte Spielmaterial, bei dem noch der große Bonusknochen hervorzuheben ist, mit dem Unebenheiten des Spieltisches ausgeglichen werden können. Die Spielregel ist kompakt und allumfassend geschrieben, ausreichende grafische Unterstützung zum Verständnis ist gegeben. Die kurze Spieldauer von ca. einer Viertelstunde pro Runde ist als sehr angemessen zu bezeichnen.

Und vom Spielablauf kann man sich schon trotz des erwähnten Zufallsmechanismus mitreißen lassen: Wo ist das Bällchen? Ich schubse das Bällchen! Oh, jetzt ist es im Nachbargarten gelandet! Ihh! Da hat ja einer was liegen lassen, und das ist kein Knochen! Mmh, da schicke ich doch lieber die kleine Pekinesin hin, damit sie den Ärger dafür kriegt! Wuff!

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Hund herum!: 4,3 4,3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.10.08 von André Beautemps - Wuff-Wuff! Wau! Wuff!* *(Übers.: Los mach! Ja! Du bist dran!)
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.09.08 von Andreas Hirz - Kurzweilig, schnell und mit Leuten, die sich darauf einlassen, recht unterhaltsam.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.08 von Sandra Lemberger - Das Spiel spricht eher ältere Kinder und Erwachsene an. 6- und 7-jährigen Kindern (teilweise auch noch 8-Jährigen) dauert das Spiel einfach zu lange und sie überblicken die wenigen taktischen Möglichkeiten, die das Spiel hinsichtlich der Bewegung der beiden Hunde bietet, nicht oder nur teilweise. Auch das gezielte Rollen der Kugel schafften sie selten. Die meisten Kinder unter 8 Jahren waren zuerst meistens vom Spielmechanismus mit der Kugel begeistert, jedoch flaute diese erste Euphorie fast immer auch schnell wieder ab. Das empfohlene Alter hätte man für dieses Spiel also meines Erachtens höher setzen müssen.

Leserbewertungen

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