Rezension/Kritik - Online seit 24.12.2017. Dieser Artikel wurde 4141 mal aufgerufen.

Junk Art

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Autor: Sen-Foong Lim
Jay Cormier
Verlag: Pretzel Games
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 1393
Junk Art

Spielziel

Für die aufstrebenden Nachwuchstalente, die aus alltäglichen Schrottgegenständen beeindruckende Skulpturen erschaffen, ist es an der Zeit, ihre Heimatstädte zu verlassen, um der ganzen Welt die eigenen Kreationen zu zeigen. Wer nach dieser Tournee die größte Fangemeinde gewinnen konnte, darf sich über den Titel "bester Junk-Art-Künstler" freuen.

Ablauf

Fanchips, Maßband sowie die 60 Müllprodukte (= Bausteine), von denen sich je vier nur in der Farbe unterscheiden, werden bereitgelegt. Von den 12 Städtekarten werden drei aufgedeckt, die zur Spieleranzahl passen. Jede dieser Stadt gibt unterschiedliche Regeln vor. Sobald die erste Stadtkarte aufgedeckt wird, beginnt das Spiel.

Prinzipiell geht es im Spiel darum, auf einem quadratischen Sockel ein Bauwerk nach folgenden Grundregeln zu errichten:

  • Der Spieler darf zum Bauen beide Hände benutzen.
  • Er darf mit dem neuen Bauteil bestehende Bauteile verschieben oder auch den Sockel festhalten.
  • Ein neues Bauteil muss entweder den Sockel oder ein vorher verbautes Bauteil berühren, keinesfalls den Tisch.
  • Fällt einem Spieler das aktive Teil hinunter, darf er es aufheben und erneut platzieren. Dies gilt auch, wenn das Teil unmittelbar nach dem Platzieren hinunterfällt.

Was gebaut werden muss, geben die Baukarten vor, die auf unterschiedliche Weise genutzt werden. Mal geht es um Geschwindigkeit, mal wählt man aus drei Karten eine für den nachfolgenden Spieler aus, die ihm vorgibt, welches Teil er verbauen muss, ein andermal wählt man eine offen ausliegende Karte aus usw.

Ebenfalls unter den verschiedensten Bedingungen wird eine Baurunde abgeschlossen: Wenn alle Teile verbaut wurden, wenn alle bis auf einen Spieler aus der laufenden Runde ausgeschieden sind, wenn eine bestimmte Menge an Teilen von der eigenen Skulptur gefallen sind usw. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Siegbedingungen jeder Stadt. Hier kann es darum gehen, als Letzter in der Runde übrigzubleiben, das höchste Bauwerk zu errichten oder möglichst viele Teile zu verbauen.

Junk Art endet, wenn alle drei Stadtkarten abgearbeitet wurden. Dann gewinnt, wer während der 3-Städte-Tour am meisten Fanchips sammeln konnte.

Fazit

Spiele, in denen Türme zu bauen sind, gibt es bereits viele. Trotzdem werden immer wieder neue auf den Markt gebracht. Das liegt sicherlich daran, dass Geschicklichkeitsspiele die breite Masse ansprechen. Egal, ob Viel- oder Wenigspieler: Jeder misst sich gerne mit anderen, um zu beweisen, dass er der bessere Baumeister ist.

Junk Art verknüpft sehr viele bekannte Elemente, die man aus Bauspielen bereits kennt, zu einem einzigen Werk. Und genau diesem Umstand haben wir es zu verdanken, dass das Spiel sehr abwechslungsreich verläuft. Mal geht es um Geschwindigkeit, mal bietet sich die Gelegenheit, seinen Mitspielern eins auszuwischen – aber immer geht es natürlich um die Geschicklichkeit im Turmbauen.

Die Aufmachung des Spiels ist gut gelungen: Das Holzmaterial in der schicken Holzkiste ist sehr schön anzuschauen. Meine Karten klebten beim Auspacken allerdings aneinander – man musste sie alle einzeln voneinander lösen, wobei zum Glück keine kaputt ging.

Gut gewählt wurde die Machart der Holzteile, die den Spielern das Bauen nicht zu einfach macht. Es gibt genügend runde bzw. lange Teile, und selbst die Bausteine mit vermeintlich geraden Kanten sind dann doch irgendwie schräg.

Die Vielfalt der Aufgaben ist beachtlich – noch mehr, wenn man bedenkt, mit welch einfachem Regelwerk sie außerdem funktionieren. Leider hat das Spiel aber auch einige Schwächen, die hier nicht verschwiegen werden sollen:

  • Vor allem Home Town, aber auch noch andere Städte verlaufen zu sechst sehr zäh.
  • In Philadelphia frage ich mich, wie man im Spiel zu zweit jeweils eine Karte an seine beiden Nachbarn weitergeben soll?
  • In einigen Szenarien gehen bei großer Besetzung die Karten oder Fanchips aus.
  • In Philadelphia bauen alle gleichzeitig und es scheidet aus, bei wem zwei Teile heruntergefallen sind. Sogar die jüngsten Mitspieler verstehen, dass es dann nicht dumm ist, sich beim Bauen möglichst lange Zeit zu lassen, wenn nur mehr zwei Teilnehmer im Spiel sind. Das kann dazu führen, dass niemand mit dem Bauen loslegen will.
  • Wer in großen Runden ziemlich zu Beginn ausscheidet, darf manchmal ganz schön lange Däumchen drehen, bis er wieder mitspielen darf. Die einen sind dann damit zufrieden, ihren Mitspielern beim Bauen zuzuschauen, die anderen langweilen sich aber.

Trotz dieser Schwächen weiß Junk Art vor allem mit drei bis fünf Spielern zu gefallen. Es ist immer wieder spannend, wenn ein Turm, von dem man schon vor drei Runden dachte, dass er das nächste Holzteil nicht überlebt, immer noch steht. Ich habe auch viele Runden erlebt, die nicht mit drei Städten spielen wollten, sondern mit mehr, damit das Spiel nicht so schnell zu Ende ist. Und wem das Spiel aus Holz zu teuer ist, der kann noch ein wenig warten, denn schon bald soll es eine günstigere Ausgabe mit Kunststoff-Bausteinen geben, das dann hoffentlich ohne Kinderkrankheiten auf den Markt kommt!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Junk Art: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.08.17 von Sandra Lemberger - Tendenz zur Note 5

Leserbewertungen

Leserwertung Junk Art: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.01.17 von Oliver Müller - "Bausack" reloaded - das war meine erste Assoziation. Aber weit gefehlt - das Spiel besticht durch 1a Material und Eigenständigkeit - die Tour durch verschiedene Städte, die per karten gezogen werden und individuelle Regeln vorgeben macht das Spiel zu einem echten Vergnügen - Feinmotoring, Tempo, Balance/Statik-Gefühl, aber auch Glück beim Ziehen der zu verbauenden Teile (Karten geben dies vor) - eigentlich wäre dieses Spiel absolut prädestiniert, zumindest auf die engere Auswahliste für das SdJ zu kommen - denn es ist schnell und einfach erlernt und bringt generationsübergreifend auch Spiele-Muffel an den Tisch. Ganz klare Empfehlung !

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