Rezension/Kritik - Online seit 16.12.2007. Dieser Artikel wurde 5205 mal aufgerufen.

Kannibohne

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Autor: Uwe Rosenberg
Illustration: Marcel-André Casasola Merkle
Verlag: Lookout Games
Rezension: Dario Bagatto
Spieler: 2
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3178
Kannibohne

Spielziel

Kannibohne war 2006 die Neuheit im Bohnanza Bohniversum und ist in limitierter Auflage von 2 500 Exemplaren bei Lookout Games erschienen. Wieder geht es darum, möglichst lukrativ seine Bohnen zu pflanzen und zu ernten - diesmal allerdings nur für 2 Personen.

Ablauf

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bohnanza-Erweiterungen ist Kannibohne ein vollkommen eigenständiges Spiel, das ohne die Bohnanza-Grundversion gespielt wird. Es ist ein reines 2-Personen-Spiel und tritt somit in die Fussstapfen von Al Cabohne und der 2-Spieler-Regelvariante Bohnenduell.

In der kleinen Verpackung von Kannibohne tummeln sich 33 Bohnenkarten. Die meisten der darin enthaltenen Bohnensorten sind alte Bekannte aus dem Grundspiel, die Illustration der Bohnen ist jedoch komplett neu erstellt worden. Außerdem ist eine Bohnensorte neu dazugekommen, die lukrative Keniabohne, die bis zu 5 Bohnentaler einbringen kann. Die Häufigkeit der Bohnen unterscheidet sich deutlich von der Bohnanza-Grundversion und bewegt sich zwischen 4 und 7 Bohnen pro Sorte.

33 Karten scheinen auf den ersten Blick etwas wenig zu sein, doch im Gegensatz zum bekannten Bohnanza wird bei Kannibohne der Stand der erwirtschafteten Bohnentaler nicht durch Entfernen von Karten festgehalten, sondern die Punkte werden aufgeschrieben. Somit sind immer alle Karten im Umlauf!

Als zentrale Besonderheit befinden sich bei Kannibohne auf 19 der 33 Bohnenkarten Textanweisungen und jeder dieser Texte ist anders. Ist die oberste Karte eines Bohnenfeldes eine solche Textkarte, darf der aktive Spieler in der entsprechenden Phase die angegebene Anweisung ausführen. Und bei diesen Aktionen sind einige nette Sachen dabei. So kann man z. B. von seinem Gegner Handkarten ergattern, ihn dazu zwingen, mit offenen Karten zu spielen, seine nächste Phase 1 vollständig ausfallen lassen oder man darf dem Gegner eine Bohnenkarte schenken, die er sofort anpflanzen muss. Man merkt schnell, dass Ärgern auf dem Programm steht!

Der Spielablauf von Kannibohne ist etwas anders als bei der Bohnanza-Grundversion und basiert auf den 2-Spieler-Regeln Bohnenduell. Unterschiede findet man vor allem in Phase 1 "Bohnenkarten ausspielen" und in Phase 3 "Anbau".

In der Anbauphase können vom Abwurfstapel wieder Karten ins Spiel kommen! Ist nämlich die oberste Karte des Ablagestapels mit einer der neu aufgedeckten Bohnensorten identisch, wird sie zu den aufgedeckten Karten hinzugelegt. Diese Aktion wiederholt sich, bis die oberste Bohnensorte des Ablagestapels nicht mehr mit einer aufgedeckten Bohnensorte übereinstimmt. Aus dem so zustande gekommenen Angebot kann der aktive Spieler nun pflanzen, wie es ihm beliebt. Was er nicht pflanzen kann oder will, bleibt als Bohnenangebot auf dem Tisch und der Gegner kann nun vor dem Ausspielen seiner Handkarten ein solches Bohnenangebot des Gegners pflanzen oder abwerfen.

Der Ablagestapel ist stets offen aufgefächert, so dass man jederzeit nachverfolgen kann, welche Bohnen schon gespielt wurden und natürlich auch, wie die Chancen stehen, Karten vom Ablagestapel wieder ins Spiel zu bringen; ein nicht zu unterschätzendes Element, um Punkte zu machen.

Zu guter Letzt: bei Kannibohne gibt es kein 3. Bohnenfeld.

Gewinner ist, wer als Erster 25 Punkte erwirtschaftet hat.

Fazit

Ich finde, das kleine Spielchen ist ein gelungener Wurf. Die neuen Bohnenillustrationen gefallen mir jedoch nicht so gut wie jene aus dem Bohnanza Grundspiel.

Wie man sich vermutlich bereits denken kann, ist das Interaktionselement Tauschen bei zwei Spielern gar nicht vorhanden. Für den einen oder anderen mag Kannibohne deshalb wohl uninteressant sein, denn der Tausch ist zugegebenermaßen ein sehr wichtiges Element bei Bohnanza und macht einen Großteil von dessen Spaßfaktor aus.

Doch auch bei Kannibohne wird einem nicht langweilig, denn an Stelle des Tausches tritt das Interaktionselement Ärgern. Und ärgern kann man seinen Mitspieler nicht zu knapp, wenn man es versteht, seine Textkarten geschickt einzusetzen. Da der richtige Einsatz der Textkarten wohl überlegt sein will, ist Kannibohne auch grüblerischer als das Grundspiel und es braucht wohl 2 bis 3 Anläufe, bis man wirklich den Bogen raus hat, wie die vielen verschiedenen Textanweisungen am besten zum eigenen Nutzen oder zum Schaden des Gegners verwendet werden können.

Ich spiele oft (und auch gerne) die amerikanische 2-Spieler-Bohnenduell-Version und mir gefällt daher auch die Kannibohne-2-Spieler-Version, die taktisch deutlich mehr bietet. Den einzigen Wehrmutstropfen stellt das Aufschreiben der Punkte dar, welches ein wenig mühsam ist.

Rezension Dario Bagatto

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kannibohne: 4,0 4,0, 3 Bewertung(en)

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