Rezension/Kritik - Online seit 16.03.2003. Dieser Artikel wurde 3969 mal aufgerufen.

Kopfsalat

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Autor: Bertram Kaes
Illustration: KniffDesign
Verlag: Ravensburger Spieleverlag GmbH
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 3 - 6
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 16 Jahren
Jahr: 2002
Bewertung: 3,2 3,2 H@LL9000
Ranking: Platz 4740
Kopfsalat

Spielziel

Kopfsalat war bislang ein leckeres Gemüse, sehr vitaminreich und Gesund für Geist und Körper. Seit dem Herbst 2002 ermöglicht es Ravensburger auch auf andere eine Art und Weise "Kopfsalat" zu verkonsumieren. Ob die Spieleneuheit, eine bunte Mischung aus Wissensquiz, Kommunikations- und Glücksspiel, vergleichbar gut für Geist und Körper ist, wollen wir im folgenden Artikel auf den Grund gehen.

Ablauf

Die Spielfiguren der 3-6 Spieler werden per Würfel über den Rundkurs geführt. Je nachdem auf welchem Feld ein Spieler landet, gilt es innerhalb einer Sanduhrlänge eine Aufgabe der folgenden fünf möglichen Disziplinen zu meistern:

  • Denksalat: Hier geht es um Wort-, Zahlenspiele und logisches Denkvermögen.

    Beispiele:

    • Es werden 4 Begriffe genannt, wovon einer nicht hineinpasst.
    • Es werden ein ganzer Haufen von Buchstaben vorgestellt, aus welchen 2 Worte gebastelt werden müssen.
    • 5 Zahlen (teilweise zweistellig) werden laut vorgelesen und danach auswendig rückwärts aufgesagt.
    • Es muss ein Anfangswort gefunden werden, das vor jedes Wort der beigefügten Wörter passt.
    • Das Nennen von mindestens 3 Wörtern mit einer bestimmten Endung

  • Quasselsalat: Hier muss man eine Geschichte erzählen. Die Mitspieler müssen hierbei ein bestimmtes Wort erraten, welches durch die Geschichte beschrieben werden muss. Bevor die Mitspieler dieses Wort erraten, muss der Geschichtenerzähler jedoch zwei Worte in die Geschichte einbauen, die beim besten Willen nichts damit zu tun haben.

    Ein Beispiel: Zu erraten ist das Wort "Abflussreiniger". Vorher müssen jedoch die Worte "Wurst" und "Socke" in die Story eingebaut werden.

  • Quizsalat: Gemeinsam mit Wissen.de wurden einige Wissensfragen zusammengestellt, die mit aber auch ohne Multiple-Choice zu erraten sind.
  • Ratesalat: Der Spieler muss durch geschicktes Raten auf das gesuchte Wort kommen. Jedem Suchwort sind 10 Hinweiswörter beigefügt, wovon dem Kandidaten zu Beginn 2 Wörter genannt werden. Dann geht die Raterei los. Alle gestellten Fragen müssen mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Sobald 3 Ja geantwortet wurden, bekommt der Kandidat ein weiteres Wort aus der Hinweiswörterliste genannt.
  • Glückssalat: Nun ist ein reines Glücksspiel angesagt. Es werden 6-8 Karten, bestehend aus Jokern und Nieten gemischt und ausgelegt. Der Spieler muss dann nacheinander Karten umdrehen und 3 Joker (leuchtende Glühbirnen) aufdecken, bevor er 3 Nieten (geplatzte Glühbirnen) aufdeckt.
Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es ein Dreieckplättchen in der Farbe der Quizrubrik. Um das Spiel zu gewinnen, benötigt man jedoch von jeder der 5 Farben ein Sternplättchen, welche zusammengesetzt einen bunten Stern ergeben.

Wer zwei Dreieckplättchen einer Farbe hat, kann diese...

  • gegen ein Sternplättchen der gleichen Farbe eintauschen oder
  • gegen ein Dreieckplättchen einer anderen Farbe eintauschen, falls man schon ein Sternplättchen dieser Farbe besitzt.

Einige der Felder verfügen über ein Partnersymbol. Dieses Symbol gibt dem am Zug befindlichen Spieler die Möglichkeit einen Mitspieler zu suchen. Dieser hilft entweder oder übernimmt die Aufgabe alleine (je nach Rubrik).

Das hat für ihn den Vorteil, dass er entsprechend Unterstützung bekommt und die Chance die Aufgabe zu lösen damit evtl. erhöht wird. Allerdings bekommt der Partner ebenfalls ein Dreieckplättchen der entsprechenden Farbe, wenn diese erfolgreich absolviert wird.

Ebenfalls Dreieckplättchen bekommt ein Spieler bei Quasselsalat, wenn er das gesuchte Wort zuerst errät.

Es gibt insgesamt 3 Sonderfelder:

  • Freie Aufgabenwahl: Der Spieler sucht sich eine Aufgabe aus.
  • Hand auf: Der Spieler nimmt sich ein beliebiges Dreieckplättchen.
  • Umtausch: Der Spieler tauscht eines seiner Dreiecke gegen ein Dreieck aus dem Vorrat oder eines Mitspielers (auch gegen dessen Willen).

Spielende: Sobald ein Spieler als erster die 5 verschiedenen Sternplättchen vorweisen kann und damit seinen Wissensstern komplettiert hat, gewinnt das Spiel.

Fazit

Das Spiel im Salatgrün gehalten, verfügt über 110 Karten, d.h. über 1100 Aufgaben. Allerdings wird nicht jede Disziplin gleich oft an die Reihe kommen. Während auf dem Rundkurs der Quasselsalat ganze fünf mal anzutreffen ist, sind die Denk-, Rate- und Glückssalate nur vier mal und der Quizsalat sogar nur 3 mal vorzufinden. Demnach werden die Quizfragen recht selten an die Reihe kommen. Das macht auch Sinn, denn will man das Spiel mehrfach auf den Spieltisch legen, wäre es fatal, wenn die gleichen Quizfragen mehrfach an die Reihe kämen. Selbiges würde auch für einen Teil der Denksalat-Aufgaben gelten. Bei den anderen Aufgaben ist dies nicht so sehr von Bedeutung, da sich die Aufgaben in einer anderen Spielerkonstellation völlig neu entwickeln können. Dennoch entsteht dadurch eine leicht Unausgewogenheit.

Obwohl das Regelstudium, bedingt durch die verschiedenen Disziplinen, sehr neugierig auf das erste Spiel macht, wirken die Disziplinen recht unterschiedlich überzeugend:

  • So sind ein Großteil der Denksalat-Aufgaben zwar interessant, aber relativ einfach zu meistern.
  • Die Quasselsalat-Geschichten sorgen häufig für Schmunzler und Lacher, vorausgesetzt die Vortragenden bringen die entsprechende Kreativität mit. Dennoch ist diese Disziplin in der vorgegebenen Zeit nahezu problemlos zu meistern, also keine wirkliche Herausforderung.
  • Die Quizsalat-Fragen sind für eine Familienrunde gut ausgewogen. Mal leicht, mal schwer, mal mittelmäßig. Bedingt durch die wenigen Felder, kommen die Fragen aber nur selten an die Reihe.
  • Wer die zwei Begriffe bei den Ratesalat-Aufgaben geschickt wählt, kann den Ratenden schon erst einmal auf´s Glatteis führen. Hier gilt es geschickt zu fragen und viele JAs zu provozieren. Wer den Dreh nicht raus hat, kann daran durchaus scheitern. Hat man den Dreh einmal heraus, lassen sich auch die Hürden dieser Disziplin recht gut nehmen. Hat ein Spieler diesen Dreh heraus, folgen ihm auch die anderen Spieler und werden die Art der Fragestellung nachmachen.
  • Den Glückssalat hat man wohl hineingenommen, um auch weniger geschickten Spielern ein Erfolgserlebnis zu gönnen, wäre m.E. aber dennoch nicht nötig gewesen. So schwer sind die Aufgaben nun wirklich nicht.

    Noch mehr stellten wir uns die Frage, warum man ein etwas verwirrendes Zahlenkonzept gewählt hat, um die Anzahl der guten und schlechten Karten vorzugeben. Wäre es nicht am einfachsten gewesen als erste Zahl die Anzahl guter und als zweite Zahl die Anzahl schlechter Karten anzugeben?

Sehr positiv fällt auf, dass man auch bei Maximalbesetzung häufig gefordert ist. Entweder als Mitratender beim Quasselsalat, als Aufgabensteller bei einer der Aufgaben oder als gewählter Partner durch ein Partnerfeld. So kommen keine Wartezeiten auf. Durch die Umtauschfelder kann man seine Mitspielern ein wenig blockieren, was zusätzlich für etwas Interaktion sorgt.

Zusammengefasst:

Kopfsalat ist eine bunte Mischung verschiedener Quiz-Disziplinen und sorgt 60 bis 90 Minuten für Leben am Spieltisch. Die Quassellastigkeit sorgt anfänglich für viele Lacher, verliert allerdings nach einiger Zeit etwas an Reiz. Dies und die teilweise etwas leichten Aufgaben führten dazu, dass die in unseren Spielrunden geweckten Erwartungen nicht wirklich erfüllt werden konnten. Was bleibt ist ein zwar unterhaltsames Rätsel-Potpourri, das dennoch nicht die Krone der Quizspiele aufbekommen wird.

Rezension Frank Gartner

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kopfsalat: 3,2 3,2, 10 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Doris Hahn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Alexander Broglin
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Angela Grünes
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Günther Kirchner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Monika Gartner

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