Rezension/Kritik - Online seit 19.08.2008. Dieser Artikel wurde 3526 mal aufgerufen.

Lauras erste Übernachtung

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Autor: Kai Haferkamp
Illustration: Klaus Baumgart
Verlag: AMIGO
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 1233
Lauras erste Übernachtung
Auszeichnungen:2008, Spiel der Spiele Hit für Kinder Empfehlungsliste2008, Spiel des Jahres Kinderspiel Empfehlungsliste

Spielziel

Laura ist zu Besuch bei der Tante ihrer Freundin Sophie. Am späten Abend fällt plötzlich der Strom aus und sofort sieht Laura in der ungewohnten Umgebung überall unheimliche Schatten, so dass sie Angst bekommt. Zum Glück kommt ihr Stern, mit dessen Hilfe sie all die dunklen Schatten anleuchten kann und erleichtert erkennt, dass sich dahinter ganz bekannte Gegenstände verbergen.

Ablauf

Vor jedem Spiel legt man den schwarzen Untergrund auf das Spielschachtelunterteil, darauf eine beliebige Folie (es gibt jeweils eine für den Keller, das Erd- sowie das Dachgeschoss) und den dazu passenden Mauerrahmen. Danach werden die dazugehörigen Gegenstände aussortiert und verdeckt ausgelegt, drei davon neben den Spielplan.

Wer an der Reihe ist, dreht die Sanduhr um, nimmt den Leuchtstab, an dessen Spitze auf weißem Hintergrund Laura mit ihrem Stern zu sehen ist, und steckt diesen unter die Folie. Sofort wird es rund um den Stern hell. Der Leuchtstab soll nun so durch die Räume bewegt werden, dass Laura weder an Wände noch an Gegenstände stößt. Dies würde den Zug eines Spielers nämlich sofort beenden.

Ziel ist es, mit dem Leuchtstab einen der drei ausliegenden Gegenstände zu finden. Sobald man glaubt, einen dieser Gegenstände entdeckt zu haben, darf man das Plättchen umdrehen und an sich nehmen, wenn man Recht hatte. Danach wird ein neues ausgelegt. Hat man falsch geraten, wird der Gegenstand an seinen Platz zurückgelegt. In jedem Fall ist der nächste Spieler an der Reihe. Auf diese Weise wird das Spiel fortgesetzt, bis alle Gegenstände vergeben wurden. Es gewinnt natürlich der Spieler mit den meisten Plättchen.

Fazit

Die Spielregel, die sechs DIN-A4-Seiten umfasst, mag auf den ersten Blick abschrecken. Jedoch nimmt die eigentliche Regel lediglich zwei Seiten Platz in Anspruch, ansonsten werden sehr genau Material und Spielaufbau beschrieben sowie einige Varianten vorgestellt.

Beim ersten Auspacken der Schachtel entschlüpfte meinen Kindern ein „Oooh, wie schön“, denn die darin enthaltenen Folien sind ja schon etwas ungewöhnlich. Den Effekt mit dem Leuchtstab kannten wir schon aus Taschenlampen-Bilderbüchern und da diese bei uns immer gut angekommen sind, wurde die Neugier auf das Spiel umso mehr geweckt. Und wir wurden nicht enttäuscht: Das Spiel macht definitiv Spaß! Und neben Spaß hat es noch einiges anderes zu bieten:

Die Feinmotorik der Kinder wird sehr beansprucht. Es ist überhaupt nicht leicht, diesen langen Leuchtstab so zu führen, dass man damit weder gegen Gegenstände noch gegen Mauern „stößt“ (man stößt natürlich nicht dagegen, sondern zieht darüber hinweg). Und wo man als erwachsener Mitspieler oder Zuschauer noch das eine oder andere Mal ein Auge zudrücken würde, sind die jungen Mitspieler sehr genau beim Beobachten. Beim kleinsten Fehler ertönt ein lautstarkes „Aua! Laura hat sich gestoßen!“ aus mehreren Kehlen, was den Zug eines Spielers ja sofort beendet.

Somit versucht man automatisch, den Stab etwas langsamer zu bewegen. Aber oh weh – die Sanduhr läuft, also kann man sich auch nicht unendlich viel Zeit lassen und muss doch wieder zügiger voranschreiten, wenn man ein Plättchen ergattern will. Dieser Zeitdruck ist es jedoch auch, dem die jüngsten Kinder noch nicht gewachsen sind – hier empfiehlt sich unbedingt das Spielen ohne Sanduhr wie es übrigens auch in der Regel für die 4- bis 5-Jährigen vorgeschlagen wird.

Auch das Auge wird bei diesem Spiel sehr geschult. Es ist gar nicht so einfach, die Gegenstände zu erkennen, wenn sie umgedreht und mit schwarzer Oberfläche neben dem Spielplan liegen. Hier ist genaues Hinschauen stets erforderlich.

Und schließlich wird den Kindern ganz nebenbei vermittelt, dass sich im Dunkeln eben alles grau und schwarz mit schattenhaften Umrissen darstellt. Sobald man aber mit einer Lichtquelle kommt, hat alles wieder seine Ordnung und wird zu Vertrautem. Ich habe – wenn ich Lauras erste Übernachtung als Gute-Nacht-Spiel mit meinen Kindern spielte – diese anschließend dazu aufgefordert, einmal ganz im Dunkeln in ihre Zimmer zu gehen. Nach dem Spiel waren sie dazu sehr motiviert und probierten dies auch mit Feuereifer aus. Auf dem Weg ins Bett nannten sie mir dann alle Dinge, an denen sie sich Schritt für Schritt vorsichtig vorbeitasteten und waren danach ganz stolz, dass sie alles erkannten und den Weg ganz ohne Licht geschafft hatten.

Es muss übrigens nicht dunkel sein, um sich auf diese originelle Gegenstandssuche zu begeben – durch das ausgeklügelte System mit der dunklen Folie und dem Leuchtstab funktioniert das Spiel natürlich auch bei Tageslicht. Sollte die Sonne allzu sehr blenden, stellt man einfach den Schachteldeckel hinter das Spielbrett und schon hat man genügend Schatten, damit alles wieder perfekt ablaufen kann.

Die Gegenstandsplättchen wurden so konzipiert, dass sowohl leicht als auch schwer erkennbare dabei sind. Somit wird man auch schon bei den ersten Spielen auf Anhieb fündig, muss sich jedoch auch bei Folgespielen noch anstrengen, um immer die richtigen Dinge zu finden.

Die vorgestellten Varianten haben auch noch einiges zu bieten: das Spiel in kooperativer Form, einfaches Kennenlernen der Gegenstände und Formen für die Allerkleinsten, gemeinsame Entdeckungsreise durch die Wohnung, bei der die Gegenstände erst eingesammelt und danach aus dem Gedächtnis wiederholt werden müssen, sowie eine Solovariante.

Lauras erste Übernachtung ist einmal mehr ein toll gelungenes Spiel aus der scheinbar endlos tiefen Ideenkiste von Kai Haferkamp, das meine uneingeschränkte Empfehlung bekommt – und nicht nur dann, wenn man ein Fan von Laura Stern ist.

Um aber nicht nur Positives zu sagen, noch zwei Kleinigkeiten, die mir weniger gefielen: Zum einen ist unser Leuchtstab mittlerweile schon etwas geknickt. Obwohl er aus dicker Pappe gemacht wurde, hält diese aufgrund der Stablänge den ständigen Versuchen der Kinder, den Stab unter der Folie hochzuziehen, auf Dauer nicht Stand. Nach etwas Übung werden diese Hochhebe-Aktionen jedoch weniger, so dass es bei normalem Gebrauch (d. h., es spielt mehr oder weniger nur eine Familie damit) vielleicht gar nicht zu einem solchen Knick kommt. Zum anderen gefällt mir das doppelte Vorhandensein der Blumenvase, des Farbtopfs und Schals nicht. Diese sind von der Form her völlig identisch, unterscheiden sich nur in ihren Farben. Um das Plättchen behalten zu dürfen, muss man tatsächlich den Gegenstand in der passenden Farbe finden. Das ist eine Vorgabe, die überhaupt nicht zum übrigen Spielgeschehen passt und bei meinen Testspielern auch nicht gut ankam. Deshalb haben wir diesen Regelpunkt in unseren Spielrunden auch ganz schnell weggelassen.

Ansonsten hoffe ich, dass Sophies Tante bald aufstockt und uns mit neuen Etagen und Gegenständen versorgt! Oder alternativ auf einen Stromausfall in einem anderen Haus (vielleicht in der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses?) …

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Lauras erste Übernachtung: 5,0 5,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.12.07 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.04.08 von Frank Schwarz

Leserbewertungen

Leserwertung Lauras erste Übernachtung: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.08.08 von Iglika Hristova

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