Rezension/Kritik - Online seit 20.10.2005. Dieser Artikel wurde 7328 mal aufgerufen.

Warhammer Lustria

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Autor: keine Angabe
Illustration: John Blanche
Alex Boyd
Robin Carey
Paul Dainton
Verlag: Games Workshop Ltd.
Rezension: Frank Schwarz
Spieler: 2
Jahr: 2005
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
Ranking: Platz 2495
Warhammer Lustria

Spielziel

Lustria ist ein Erweiterungsband für Warhammer Fantasy. Auf 80 Seiten werden Regeln zum Kämpfen im Dschungel, Dschungelszenarien, Basteltipps für Dschungelgelände und eine Kampagne zum Erforschen des Dschungels in Lustria vorgestellt. Alle Regeln können nur in Verbindung mit den Regeln zu Warhammer Fantasy genutzt werden.

Ablauf

Die ersten 10 Seiten enthalten grundsätzliche Regeln für Dschungelkämpfe. Um große Infanterieeinheiten durch den dichten Dschungel bewegen zu können, erhalten diese die Möglichkeit eine lockere Formation einzunehmen. Besondere Ereignisse können das Spiel zu Beginn beeinflussen. Außerdem wird zwischen der Magie- und der Schussphase eine Phase für Überraschungen eingeführt. Der Spieler spielt hier eine zufällige Überraschung auf einem beliebigen Gelände. Der Gegenspieler bekommt es dann mit einem Eingeborenenfluch, einem Schwarm, Peitschenwürmern, Treibsand oder vielem mehr zu tun.

Anschließend werden sechs Dschungelszenarien vorgestellt. Es gilt Missionsziele zu verteidigen oder zu plündern, Schätze des Dschungels einzusammeln oder die gesammelten Schätze gegen Angreifer zu verteidigen. Die Spielziele sind sehr unterschiedlich. Jedes Szenario ist ausführlich und übersichtlich beschrieben.

Wie viele Geländestücke für ein Warhammer-Spiel sinnvoll sind, wird am Angang in den grundsätzlichen Regeln erklärt. Danach folgen Tipps und Bastelbeispiele zur Gestaltung des Geländes. Auf 17 farbigen Seiten wird Schritt für Schritt gezeigt, wie man sich Dschungelbäume, Büsche oder Sümpfe basteln kann.

Weiter geht’s mit den Kampagnen-Regeln. Hier wird erläutert, wie man eine eigene Kampagne erstellt. Je nach Länge der Kampagne und der Spieleranzahl werden verschiedene strategische Punkte markiert. Diese können eine Stadt, Festung, Furt oder vieles mehr darstellen. Die Punkte werden mit Marschrouten verbunden. So entsteht langsam die Karte, auf der die Spieler ihre Armeen bewegen können. Für diese Bewegungen, das Verstärken der Armeen oder ähnliche Aktionen müssen dann Kampagnenpunkte eingesetzt werden.

Im Anschluss an die Kampagnen-Regeln findet man den „Aufstieg des Sotek“, eine bereits fertige Kampagne, die im Dschungel von Lustria angesiedelt ist. Für die beiden speziellen Charaktere dieser Kampagne, Tehenhauin und Nurglitsch, kommt noch je eine Armeeliste der Echsenmenschen und Skaven dazu. Es gibt auch ein paar neue Einheiten wie die „Rotkämme“ und die „Maschine der Götter“ der Echsen, die „Röchelratten“ und die „Eiterbeulen“ der Skaven. Auf den Farbseiten kann man sich viele Anregungen zum Bemalen dieser Armeen holen oder einfach die perfekt bemalten Modelle von Games Workshop bewundern.

Fazit

Schon beim Durchblättern des Kampagnenbuchs Lustria bekomme ich stets Lust auf Dschungelkämpfe. Die vielen Grafiken, Bilder, Fotos und Skizzen vermitteln ein gutes Dschungelfeeling und unterstützen die Regelerklärungen sehr gut. Wir überlegen uns gerade, ob wir die Regel „Lockere Formation“ grundsätzlich in unsere Hausregeln für Warhammer aufnehmen sollen. Dadurch würden Infanterie-Einheiten ein wenig flexibler. Die Ereignisse und Überraschungen machen die Warhammer-Spiele allerdings auch zeitaufwendiger. Wir haben für eine Schlacht mit 1500 Punkten so viel Zeit benötigt wie für ein 2500 Punktespiel nach normalen Regeln. Dafür bieten die Überraschungen den Spielern aber auch ein paar interessante neue Möglichkeiten.

Jedes Szenario von „Lustria“ stellt die Spieler vor andere Aufgaben. Diese Vielseitigkeit macht sie alle sechs sehr interessant. Ich persönlich fand das Szenario „Prinz Rodriks Torheit“ am besten. Hier versuchen wenige Charaktermodelle, aus dem Dschungel und vor der Armee des Angreifers zu fliehen. Ich hätte nie gedacht, dass man nur mit Helden eine Chance gegen eine ganze Armee mit der doppelten Punktzahl hat. Aber es ist für den Angreifer auch nicht so einfach, die beweglicheren Einzelmodelle des Verteidigers überhaupt zu erwischen.

Eine eigene Kampagne zu erstellen gestaltet sich relativ einfach. Die Spieler werden Schritt für Schritt durch die Regeln geführt, bis die Karte der eigenen Kampagne fertig ist. Umständlich ist es jedoch, die Kampagne auch zu spielen. Denn um die Kampagnenpunkte einzusetzen und Aktionen durchzuführen, wäre es sinnvoll, dass alle Spieler, die sich an der Kampagne beteiligen, anwesend sind. Kommt es als Folge dieser Aktionen jedoch zu einer Warhammer-Schlacht, wird diese sehr wahrscheinlich nur zwischen zwei Spielern ausgetragen. Da eine solche Schlacht sehr lange dauert, könnten die nicht-involvierten Spieler eigentlich nach Hause gehen. Das heißt, sie wären einzig und allein gekommen, um die Kampagnenpunkte einzusetzen und ihre Aktionen durchzuführen. Und beim nächsten Treffen kann ihnen dasselbe theoretisch wieder passieren.

Alle Hintergrundbeschreibungen des Buches handeln natürlich von dem Dschungel in Lustria und dem Volk der Echsenmenschen. Die Regeln und Szenarien lassen sich aber auch problemlos im Wald von Loren oder in jedem anderen Wald der Warhammer-Welt ansiedeln.

Den Preis für das Kampagnenbuch Lustria finde ich in Ordnung. Außerdem glaube ich, dass es sogar ein Muss für jeden darstellt, der Echsenmenschen oder Skaven sammelt. Die neuen Szenarien und die Armeelisten auszuprobieren, lohnt sich aber auf jeden Fall auch für alle anderen Warhammer-Begeisterten.

Rezension Frank Schwarz

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Warhammer Lustria: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

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Leserbewertungen

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