Rezension/Kritik - Online seit 21.02.2011. Dieser Artikel wurde 2811 mal aufgerufen.

Mindflex

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Autor: keine Angabe
Verlag: Mattel
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 4
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3803
Mindflex

Spielziel

Im Spiel Mindflex werden die Spieler mit Ohr-Clips und Headsets verkabelt, durch deren Hilfe die Gehirnaktivität gemessen und in Energie umgewandelt wird. Der dadurch erzeugte Luftstrom bläst ein kleines Schaumstoffbällchen in die Höhe, welches es dann durch einen Hindernisparcours zu steuern gilt.

Ablauf

Bevor man mit dem Spiel starten kann, muss man einen Parcours auf die Spielbasis stecken. Die Hindernisse dieses Parcours bestehen aus Ringen, Röhren, Wippen und dergleichen. Der kleine Schaumstoffball wird auf das Startfeld gelegt. Weiters muss man sich "verkabeln". Dazu setzt man ein Stirnband auf, an dem Clips befestigt sind, welche man sich an die Ohren klemmen muss. Sobald man die Basisstation und das Headset einschaltet, werden diese adjustiert, was manchmal ein Weilchen dauert.

Nach Auswahl des Spielemodus (es gibt insgesamt fünf) geht's los. Durch Konzentration (= Gehirntätigkeit), deren Energie sich auf die Basisstation überträgt, wird dort ein Ventilator in Gang gesetzt, welcher nach oben bläst und dadurch den Schaumstoffball "zum Fliegen" bringt, sofern er sich gerade unter diesem befindet. An der Basisstation ist ein Rädchen angebracht, mit dessen Hilfe man den Ventilator weiterdrehen kann – dabei bewegt sich der Ball in der Luft entsprechend nach links oder rechts mit.

Erreicht der Ball ein Hindernis, muss man seine Konzentration entsprechend verringern oder verstärken. Dadurch soll der Ball die richtige Höhe erreichen, damit er – wenn man das Rädchen weiter dreht – die Hürde überwinden kann.

Im Spielmodus Freestyle wird keine Zeit gestoppt – er dient nur zum Kennenlernen des Spieles. Neben dieser Einstiegsvariante kann man unter folgenden weiteren Spielemodi wählen:

  • Mental Marathon: Der Parcours muss so schnell wie möglich gemeistert werden.
  • Danger Zone: Jede die vorgegebenen Zonen muss innerhalb einer bestimmter Zeit absolviert werden - wird eine der Zonen zu spät beendet, scheidet der Spieler aus.
  • Chase the Lights: Möglichst viele Lichtzonen müssen gemeistert werden, bevor die Zeit abläuft.
  • Thoughtshot: Innerhalb des Zeitlimits muss man den Ball so oft wie möglich durch die Kanone in den Trichter auf der gegenüberliegenden Seite schießen.

Beteiligen sich mehrere Leute am Spiel, wird die Zeit gestoppt, wodurch am Ende ein Gewinner ermittelt werden kann.

Fazit

Wann immer man auf der Spielemesse in Essen am Stand von Mattel vorbei kam, herrschte dort ein unglaubliches Gedränge an jener Stelle, wo Mindflex präsentiert wurde. Wen wunderts, macht doch das neueste Spiel des Verlages wirklich jeden neugierig.

Die Handhabung des Gerätes ist recht einfach, auch wenn man zuerst einen Schreck bekommt, sobald man das 34-seitige Regelheft sieht. Allerdings wird dort mit Hilfe vieler Bilder sehr genau beschrieben, wie man was einzustellen hat und wie die einzelnen Hindernisteile sowie deren Funktion heißen. Auch die einzelnen Spielemodi wollen natürlich genau beschrieben sein. Alles in allem gar nicht so schlimm, und das, obwohl mir nur die englische Regel vorlag, welche aber selbst für Non-native-speaker leicht verständlich ist.

Die Technik funktioniert ganz gut. "Ganz gut" deshalb, weil hier die Meinungen meiner Testpersonen sehr stark voneinander abweichen. Einige hatten den Eindruck, dass sie das Gerät nicht wirklich beeinflussen konnten, egal, ob sie sich gerade sehr oder überhaupt nicht konzentrierten. Sie waren der Meinung, dass hier "Volksverarschung im großen Stil" betrieben würde und der Ventilator nicht durch Gehirntätigkeit betrieben wird, sondern per Zufallsgenerator automatisch funktioniert. Befürworter des Spiels machten alle möglichen mentalen Versuche, um diese Aussage zu widerlegen, einige von ihnen meinten auch, dies mit Erfolg getan zu haben. Aber auch die Gegner waren nicht untätig und vollführten allerlei Kunststückchen, um zu beweisen, dass das Gerät nicht nur auf Gehirnströme reagiert, sondern auch auf diverse andere Einflüsse, sei es der Puls oder Elektrizität.

Ich bin kein Wissenschafter und hatte auch nie den Wunsch, einer zu werden. Dazu fehlt mir eine grundlegende Eigenschaft, nämlich das Bedürfnis, jeder Sache immer bis ins kleinste Detail auf den Grund gehen zu wollen. Deshalb schiebe ich jetzt sämtliche Vermutungen und auch die bereits von hoher wissenschaftlicher Stelle aus erbrachten Beweise, dass dieses Spiel mehr vorgaukelt als tatsächlich dahinter steckt, zur Seite und wende mich dem zu, was ich (vielleicht als armer blinder Narr) tatsächlich vor mir sehe:

  • Mindflex bietet spielerisch mit seinen verschiedenen Varianten fürs Erste genügend Abwechslung, um nicht langweilig zu werden.
  • An das Mitliefern einiger Reservebälle wurde gedacht. Für diese ist auch ein Fach vorgesehen, damit sie nicht so schnell verloren gehen.
  • Auch die Solo-Partien haben zweifellos ihren Reiz.
  • Die Plastikkonsole ist sehr stabil (allerdings erinnert ihr Aussehen die meisten Leute an die Basisstation elektrischer Zahnbürsten).
  • Zusätzlich zu den Spielvarianten kann man auch durch verschiedene Parcours für Abwechslung sorgen.

Es gibt aber auch einige Dinge, die stören:

  • Langfristig nervt das Geräusch des Ventilators, das doch ziemlich laut ist. Für mich war das ein Grund, mich niemals länger als 20 Minuten mit dem Spiel zu beschäftigen.
  • Weiters schmerzt der Sensor des Stirnbandes, der wirklich ziemlich stark auf die Stirn drückt, mit der Zeit, denn zu locker darf man das Stirnband nicht einstellen, sonst verrutscht die ganze Angelegenheit.
  • Bei einem Gerät dieser Preiskategorie stellt sich mir die Frage, ob es nicht möglich gewesen wäre, es mit Netzstecker zu betreiben. Zwar kann man mit einem Batteriesatz durchaus ein Weilchen spielen, aber gerade anfangs, wenn der Reiz des Neuen noch sehr groß ist und das Gerät oft im Einsatz ist, muss man doch ab und zu für Energienachschub sorgen.
  • Das Anlegen des Stirnbandes und der Ohrclips ist zwar prinzipiell nicht schwierig, aber bei manchen Leuten bedarf es einiger Zeit, bis das Gerät mit dem Sitz aller Clips und Sensoren zufrieden ist und das Spiel gestartet werden kann.

Die ersten Partien für Neueinsteiger verlaufen immer interessant. Schon allein durch das Trainieren, wie man die Kugel am besten durch die Hindernisse bringt, ist man ein Weilchen gefordert. Hier kann man nach einiger Zeit sehr wohl Fortschritte erkennen. Es lässt sich also definitiv nicht leugnen, dass es einiges an Konzentration und Geschicklichkeit erfordert, den Ball durch Drehen des Ventilators durch die Hindernisse zu lenken. Je nachdem, welche Hindernisse man gewählt hat, bedarf es manchmal einiger oder sogar vieler Anläufe, bis man es endlich geschafft hat. Die Wippe und das Karussell ärgern die Spieler in dieser Hinsicht am meisten.

Nicht nur, aber vor allem Kinder sind meistens mit Feuer und Flamme dabei, wenn es ums Ausprobieren von Mindflex geht. Allerdings haben nicht alle von ihnen das Durchhaltevermögen, einen angefangenen Parcours auch tatsächlich zu beenden. Hier spielt es gar nicht so sehr eine Rolle, wie gut oder schlecht sie sich konzentrieren, sondern es ist schlicht und ergreifend eine Sache der Ausdauer und Frustrationstoleranz, wenn sie an ein und derselben Stelle immer wieder hängen bleiben. Aus diesem Grund kam auch das Spiel zu zweit am besten an. Es dauert eben doch ein Weilchen, bis ein Spieler eine Runde geschafft hat. Muss man dann mehr als einem Spieler bei seinen Bemühungen zusehen, wird die Sache schneller langweilig.

Letztendlich sollte man nicht vergessen, dass das Spiel in erster Linie vom Reiz des Neuen profitiert, welcher natürlich nach einer Weile verfliegt. So konnte ich beobachten, dass nach und nach immer seltener nach dem Spiel verlangt wurde. Bis ich es für einige Wochen im Schrank verschwinden ließ - als es anschließend irgendwann wieder sichtbar im Regal landete, war es plötzlich für eine gewisse Dauer wieder interessant. Auch auf Kindergeburtstagen sorgt es für eine Weile für gute Unterhaltung. Die Kinder beschäftigen sich in Summe also schon eine geraume Zeit mit diesem Spiel, ein Dauerbrenner ist es aber zweifellos nicht, so dass wohl jeder selbst entscheiden muss, ob er bereit ist, dafür so viel Geld auszugeben.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Mindflex: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.01.11 von Sandra Lemberger - Vor der ersten Partie hätte ich mit 6, nach der ersten Partie mit 5 bewertet. Nach jedem Spiel verflog der Reiz des Neuen jedoch ein bisschen mehr und pendelte sich letztendlich bei einer 3 ein. Zwar dauert eine Runde nicht allzu lange, sind aber mehrere Leute mit von der Partie, wird das Zuschauen früher oder später trotzdem recht langweilig. Als Partyknüller oder um Nichtkenner neugierig zu machen, eignet sich das Spiel wunderbar, in ernsthaften Spielrunden vermag es die Leute jedoch nicht lange genug bei Laune zu halten, um öfter mal auf dem Spieltisch zu landen.

Leserbewertungen

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