Rezension/Kritik - Online seit 03.11.2009. Dieser Artikel wurde 5273 mal aufgerufen.

MOW

Direktlinks zu den Rezensionsblöcken
Autor: Bruno Cathala
Illustration: Sandra Tagliabue
Verlag: Hurrican
Rezension: Monika Harke
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 Minuten
Jahr: 2008
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
3,5 3,5 Leser
Ranking: Platz 3753
MOW
Auszeichnungen:2009, As d'Or - Jeu de l'Année Nominierung2009, Spiel des Jahres Empfehlungsliste

Spielziel

Beim Almabtrieb versuchen die Spieler als tüchtige Bauern eine Kuhherde nach der anderen in die Ställe zu treiben. Doch nur die Kühe der Gattung "glücklich und fliegenfrei" sind im eigenen Stall gern gesehen. Die anderen versucht man lieber beim Nachbarn unterzubringen.

Ablauf

Jeder Bauer muss, wenn er an der Reihe ist, eine seiner fünf Kühe zur Herde treiben, welche sich auf einer imaginären Weide in der Tischmitte formiert. Da die Kühe gemäß Herdenordnung artig im Gänsemarsch hintereinander herlaufen, kann sich die frisch hinzustoßende Kuh nur am Anfang oder Ende der Herde anschließen, wobei sie die Rangfolge nicht durcheinander bringen darf. Kann oder will man keine Kuh hinzutreiben, marschiert die aktuelle Formation direkt in den eigenen Stall. Als Beginn der nächsten Herde schickt man anschließend eine neue Kuh auf die Weide und sorgt wieder für Nachschub.

Doch ganz so beschaulich geht es nicht immer zu, denn es gibt ein paar extrovertierte Exemplare, die etwas aus der Reihe tanzen. Die akrobatische Zirkuskuh beispielsweise hüpft ganz unverblümt auf eine Kuh gleichen Ranges. Die Dränglerkuh hält so gar nichts davon, sich der Herde vorne oder hinten anzuschließen, sondern nutzt lieber eine Lücke in der Rangfolge, um sich dazwischen zu quetschen. Hinzu kommen noch zwei dickköpfige Kühe, die beharrlich darauf bestehen, Anfang oder Ende der Herde zu bilden. Treibt ein Bauer solch eine Spezies zur Herde, erhöht er damit nicht nur schlagartig das Fliegenaufkommen, sondern darf zudem bestimmen, ob der linke oder rechte Nachbar als Nächstes an der Reihe ist.

Sobald es keinen Kuh-Nachschub mehr gibt, wird die letzte Herde noch heimwärts getrieben. Alle Kühe, die unverrichteter Dinge bei den Bauern auf ihren Einsatz warteten, wandern ohne Umwege direkt in die eigenen Ställe, wo nun die fiesen Fliegen gezählt und akribisch notiert werden. Es folgen weitere Almabtriebe, bis ein Bauer die magische Grenze von 100 Fliegen in seinem Stall erreicht. Gewonnen hat, wer die wenigsten Insekten auf seinem Fliegenkonto verzeichnen kann.

Fazit

MOW ist ein kleines flottes Kartenspiel mit einem nicht gerade innovativen, aber spaßigen Spielprinzip. Der Spielablauf ist extrem einfach und schnell erklärt, so dass selbst bildungsferne Schichten nicht überfordert werden. Vermutet man anfangs hinter dem regen Kuhtreiben ein planloses Glückspiel mit mechanischem Abwerfen von Karten, so stellt sich schnell heraus, dass dies doch nicht ganz so der Fall ist und das Spiel durchaus kleine taktische Überlegungen zulässt. So ist es vorteilhaft, ein wenig Aufmerksamkeit an den Tag zu legen und sich zu merken, welche Spezialkühe und Kühe mit den Werten 1 und 15 bereits gespielt wurden, um das eigene Blatt besser einschätzen zu können. Auf diese Weise lässt sich besser abschätzen, ob man noch eine Karte ausspielen kann ohne Gefahr zu laufen, am Ende doch die ganze Herde einstecken zu müssen. Auch ist es manchmal günstiger, eine Herde mit wenigen nervtötenden Insekten zu nehmen und seine Karten lieber für die nächste Runde zu verwahren, um seinen Mitspielern dann eine von einer Fliegenwolke umgebene Herde zukommen zu lassen.

Dieses einfache aber witzige Spielprinzip wird optimal durch die außergewöhnliche Grafik von Sandra Tagliabue unterstützt. Die farbenfrohen, klar gestalteten Karten wirken frisch und lustig, was dem Charakter des Spiels entspricht und somit eine ideale Einheit entstehen lässt. Thema, Grafik und Spielablauf passen einfach perfekt zusammen und bilden ein rundum gelungenes Paket.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass von dem Spiel trotz seiner Einfachheit ein nicht zu verachtender Spielreiz ausgeht. Interaktion wird großgeschrieben. Es macht schlichtweg Spaß, seinen lieben Mitspielern möglichst viele Fliegen unterzujubeln. Schadenfreude steht hier definitiv im Vordergrund. Außerdem kann man sich so schön ärgern, wenn es einen selbst trifft oder die letzte Herde viel zu schnell nach Hause getrieben wird und man seine Spezialkühe noch nicht ausspielen konnte.

Bei einer Spieldauer von 15 Minuten wird man somit sehr gut unterhalten, unabhängig von der Spielerzahl. Zu zweit ist jedoch eher die unten angegebene Variante zu empfehlen, bei der mit drei Herden gespielt wird.

Alles in allem ist MOW ein gelungenes Kartenspiel - ideal zum Mitnehmen, reich an Gemeinheiten, mit Spaßfaktor und viel Potenzial, zahlreiche Spielejahrgänge zu überleben.

Rezension Monika Harke

Regelvarianten

Variante für 2 Spieler:

Man spielt mit drei verschiedenen Herden, die sternenförmig ausgelegt werden. Zu Beginn jeder Runde, wird der Pfeil in Uhrzeigersinn gelegt. Der erste Bauer beginnt eine Herde, dann der zweite Bauer eine zweite, anschließend der erste Bauer eine dritte. Danach macht der zweite Bauer mit der ersten Herde weiter etc. Es gibt auf dem Tisch also drei Herden, die abwechselnd ergänzt werden. Wird eine Spezialkuh gelegt, kann der Bauer entscheiden, ob die nächste Karte an die Herde im oder gegen den Uhrzeigersinn gelegt werden soll. Wenn ein Bauer keine Kuh anlegen will oder kann, nimmt er die Herde und beginnt an dieser Stelle eine neue, ohne die beiden anderen Herden zu beachten. Wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist und ein Bauer eine der drei Herden nimmt, ist die Runde zu Ende. Die Punkte der beiden auf dem Tisch verbliebenen Herden werden nicht berücksichtigt. Die anderen Regeln bleiben unverändert.

'MOW' online bestellen

Kaufen bei Idealo Kaufen bei Spiele-Offensive Kaufen bei PlayMe 

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung MOW: 4,3 4,3, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.10.09 von Monika Harke
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.10.09 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.09 von Andreas Büger - Klasse Spiel für zwischendurch oder als Absacker, auch wenn die Idee nicht wirklich neu ist.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.09 von Alexander Broglin - Zockerspiel ohne viel beeinflussen zu können. Eine Mischung aus 6 nimmt und Mau-Mau

Leserbewertungen

Leserwertung MOW: 3,5 3.5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.11.09 von Hilko Drude - Prima besonders in größeren Gruppen (etwa sechs Leute finde ich ideal).
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.09 von Grzegorz Kobiela - Wie der Name schon sagt: eher mau.

Weitere Informationen zu 'MOW' auf unseren Partnerseiten