Rezension/Kritik - Online seit 02.12.2008. Dieser Artikel wurde 5734 mal aufgerufen.

Oma, Tante, Anverwandte

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Autor: keine Angabe
Illustration: Atelier Papenfuss
Verlag: HUCH!
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
Ranking: Platz 3106
Oma, Tante, Anverwandte

Spielziel

Papa trgt Bart, Mama eine Brille, die Tochter einen Pferdeschwanz und die Tante einen Hut: In einer Familie hneln sich alle Mitglieder ein wenig und stellen doch eigene Persnlichkeiten dar. Nase, Augen, Ohren, Mund, Kleidung, Frisur, Schmuck: Haargenau stimmt niemand mit dem anderen berein. Deshalb heit es beim kreativen Merkspiel Oma, Tante, Anverwandte, welches in Zusammenarbeit mit Faber-Castell entwickelt wurde: Genau hinschauen und sich die Einzelheiten einprgen, bevor die Personen der Ahnengalerie nachgezeichnet werden.

Ablauf

Inspirationsquelle fr der Kreativitt sind die Portrts der Familien Bollerberg, Kanteck, Schicklich & Co. 36 Mitglieder prsentieren sich auf den Spielkarten mit unterschiedlichen Gesichtern, Frisuren und Oberbekleidungen. Lockenpracht oder Glatze, langer oder kurzer Nase, Schnauzer oder Vollbart, eckigem oder rundem Kinn, Zylinder oder Hut: Bei allen Karten muss man auf die Details achten.

Jeder Spieler erhlt eine Portrtkarte, die er sich innerhalb einer bestimmten Zeit mglichst genau einprgen muss. Danach wird die Karte umgedreht und die darauf abgebildete Person soll mglichst genau wiedergegeben werden. Dabei helfen zwlf stabile, transparente Schablonen, die den richtigen Schwung der Frisur, die passenden Formen des Gesichtes und die Umrisse der Kleidung wiedergeben. Zum Bemalen der Portrts liegen dem Spiel zwlf Buntstifte von Faber-Castell bei.

Bester Nachwuchsportrtist wird derjenige, der die Formen und Farben des Originals auf der Spielkarte am genauesten nachzeichnen konnte, denn fr jede bereinstimmung gibt es Punkte. Keine Frage, dass der Knstler mit den meisten Punkten auch gewinnt!

Fazit

ffnet man die Schachtel, findet man fr die Kategorie "Gesellschaftsspiel" eher ungewhnliches Material vor: Malblock, Farbstifte und Zeichenschablonen. Einzig die Spielkarten lassen an ein herkmmliches Spiel denken. Und genau so auergewhnlich wie das Spielmaterial ist Oma, Tante, Anverwandte auch.

In erster Linie wird hier der Merksinn angesprochen, denn was auf den ersten Blick nicht schwierig erscheint, entpuppt sich im Nachhinein als gar nicht so einfach: Eine Karte, auf der eine Person abgebildet ist, genau zu studieren und sich alle Einzelheiten zu merken. "Das bekomme ich hin", denkt man beim ersten Mal unweigerlich, denn die Portrts wirken nicht gerade detailberladen. Aber schon kurz nach dem Umdrehen der Karte schieen einem Gedanken wie "Mist, jetzt habe ich mir die Nase nicht gemerkt!" durch den Kopf. Oder man wei partout nicht mehr, ob die Person denn nun Augenbrauen hatte oder nicht.

Zwar wird das Spiel ein wenig einfacher, wenn man es einige Male gespielt hat, weil man die Formen der einzelnen Schablonenkrperteile einigermaen im Kopf hat, was jedoch nicht heien will, dass man sich damit automatisch auch alles richtig merken kann. Denn schlielich geht es nicht nur um die Formen, sondern auch um die Farben der Kleidungsstcke und Krperteile. So kann es durchaus auch vorkommen, dass ein Mund nicht rot, sondern wei ist.

Am schwierigsten ist der Rahmen. Seine grobe Form ist zwar zusammen mit der Kopfform als Schablone vorhanden, jedoch gibt es die meisten seiner Verzierungen (und davon hat er immerhin drei verschiedene, nmlich oben, unten und seitlich) nicht auf Schablone, sondern man muss sie frei aus dem Gedchtnis nachzeichnen. Hier stt man auch gleichzeitig auf den ersten Schwachpunkt des Spiels: Kinder empfinden es teilweise als ungerecht, dass manche Rahmenverzierungen auf Schablonen vorhanden sind und manche nicht. Eine dreizehnte Schablone mit Rahmenteilen wre den Verlag bestimmt nicht zu teuer gekommen und htte in dieser Hinsicht fr Chancengleichheit gesorgt.

Ein weiterer Schwachpunkt des Spiels liegt in der Bewertung, welche in der kurzen und leicht verstndlichen Spielregel mit acht kurzen Stzen abgehandelt wird. Aber schon beim ersten Spiel kommen erste Unklarheiten auf: Wie bewertet man zum Beispiel die richtigen Ohren, die nur verkehrt herum aufgemalt wurden? Oder Namen, die zwar sinngem richtig aufgeschrieben wurden, aber kleinere Schreibfehler enthalten? um nur zwei Beispiele zu nennen.

Bei guten Spielern, die sich sehr viel merken knnen, kommt ein weiterer Punkt dazu, den man bemngeln kann: Hier hat automatisch jener Spieler gewonnen, dessen Portrt die meisten Details enthlt und somit die meisten Punkte erzielen kann. Um hier fr eine gerechte Auswertung zu sorgen, msste man so vorgehen, dass es fr nicht gezeichnete, auch auf der Vorlage nicht vorhandene Details (zum Beispiel keine Ohren) ebenfalls Punkte gibt. Beziehungsweise htte man beim Erstellen der Portrtkarten darauf achten mssen, dass alle Karten theoretisch die gleichen Punkte einbringen knnen durch Hinzufgen eines Schmuckstcks auf dem ein oder anderen "kahlen" Bild wre dies bestimmt machbar gewesen.

Ich hoffe, die aufgezhlten Schwachpunkte vermitteln dem Leser nun nicht das Gefhl, dieses Spiel sei sein Geld nicht Wert. Im Gegenteil: Selten kam bei uns in letzter Zeit ein Spiel so oft hintereinander auf den Tisch! Und zwar nicht nur auf Wunsch der Kinder, sondern des fteren auch, weil Mama oder Papa es noch einmal spielen wollten. Oma, Tante, Anverwandte macht irgendwie schtig, weil man es einfach einmal schaffen mchte, sich ALLE Details zu merken. Ein Spiel also, das der ganzen Familie Spa macht und durchaus auch von 7-Jhrigen schon mitgespielt werden kann.

Ein kleiner Tipp noch: Halten Sie immer einen Anspitzer und einige Zusatzstifte griffbereit, ansonsten verbringt man einen Teil der Spielzeit damit, auf den passenden Farbstift zu warten. Mit weiteren Buntstiften schafft man eine Partie vielleicht in 20 Minuten, ansonsten kann's auch lnger dauern.

Rezension Sandra Lemberger

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Oma, Tante, Anverwandte: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

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