Rezension/Kritik - Online seit 25.07.2008. Dieser Artikel wurde 5928 mal aufgerufen.

Pippi Langstrumpf

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Autor: Kai Haferkamp
Illustration: K. Engelking
Verlag: KOSMOS
Rezension: André Beautemps
Spieler: 2 - 4
Dauer: 25 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1584
Pippi Langstrumpf

Spielziel

Wer kennt sie nicht, die Pippi Langstrumpf in ihrer Villa Kunterbunt? Kaum ist sie eingezogen, spielt sie mit ihren Freunden Tommy und Annika das „Du-darfst-den-Boden-nicht-berühren-Spiel“. Man springt von der Truhe auf das Bett, von dort auf die Lampe und dann weiter zum bunten Hocker. Wer den Boden berührt, ist raus. Der kleine Affe Herr Nilsson macht es den Mitspielern auch noch schwer, denn er will manchmal beim Springen dabei sein.

Ablauf

Ein Bewegungsspiel, für das man ca. 6 - 9 m² Platz benötigt. Das Spielmaterial besteht aus 12 Schnüren, die in Kreisen auf dem Fußboden ausgelegt werden. Diese symbolisieren die verschiedenen Möbelstücke in der Küche der Villa Kunterbunt, welche durch die 12 Möbelkarten gekennzeichnet werden. Des Weiteren befinden sich in der Schachtel vier Spielfiguren, (Pippi, Tommy, Annika und der kleine Onkel), ein Spielplan, 12 Ziel- und 48 Sprungkarten sowie Herr Nilsson.

Ziel- und Sprungkarten werden getrennt gemischt und als verdeckte Stapel bereitgelegt. Alle Spieler starten auf dem Küchenherd. Wer an der Reihe ist, deckt eine Ziel- und eine Sprungkarte auf. Nun stellt sich der Spieler auf einem Bein auf „den Küchenherd“ und muss gemäß Anweisung auf seiner Sprungkarte zum abgebildeten Möbelstück auf seiner Zielkarte springen. Dort muss er auf dem anderen Bein landen. Für einen gelungenen Sprung erhält der Spieler eine Goldmünze.

Nun kann der Spieler entscheiden, ob er einen weiteren Sprung macht. Gelingt ihm auch dieser, darf er noch einen dritten Sprung wagen, so dass er in einem Spielzug bis zu drei Goldmünzen gewinnen kann. Misslingt der Sprung, verliert man alle in diesem Zug erlangten Goldmünzen und der nächste Spieler ist an der Reihe. Der Standort des Spielers wird auf dem Spielbrett durch die Spielfigur gekennzeichnet.

Sobald ein Spieler 7 Goldmünzen gesammelt hat, wird die Runde noch zu Ende gespielt. Sind danach mehrere Spieler im Besitz von 7 Goldmünzen, gibt es einen letzten Wettbewerb, um den Sieger zu ermitteln. Entweder gewinnt, wer die meisten Kniebeugen schafft oder wer am längsten auf einem Bein hüpfen kann.

Fazit

Spielmaterial

Das Material ist stabil und ansprechend. Die Schnüre bieten die Möglichkeit einer variablen Gestaltung des Spielfeldes, sollten aber nicht zu weit voneinander entfernt plaziert werden. Besonders reizvoll ist der Affe Herr Nilsson. Dieses kleine Stofftier muss bei vielen Sprüngen auf dem Kopf, der Hand, der Schulter oder anderen Körperteilen mitgenommen werden, ohne dass er dabei festgehalten werden und während des Sprunges herunterfallen darf. Die Bilder auf den Sprungkarten ermöglichen jenen Kindern, die noch nicht lesen können, das Spielen ohne die Hilfe eines Erwachsenen, da sie die Aufgaben größtenteils aufgrund der Bilder erkennen können.

Spielregel

Die Spielregel ist kurz und lässt keine Fragen offen.

Spielreiz/-gefühl

Das Spiel lässt sich während des Auspackens und Aufbauens erklären, so dass man anschließend sofort beginnen kann.

Außer der grundsätzlichen Sprungvorgabe, vor dem Sprung auf einem Bein zu stehen und danach auf dem anderen Bein zu landen, geben die Sprungkarten weitere Bedingungen während des Sprungs vor. Hier heißt es beispielsweise „Du musst beim Springen deine beiden Hände fest im Nacken verschränken.“ oder „Leg den Affen Herrn Nilsson auf deinen linken Oberarm! Pass auf, dass er beim Springen nicht herunterfällt!“ Mit viel Freude gehen die Kinder an ihre jeweilige Aufgabe. Wenn sie in deren Ausführung erfolgreich waren, wagen die Kinder fast immer einen zweiten oder auch dritten Versuch, um möglichst viele Goldstücke zu gewinnen. Misslingt ihnen ein Sprung, sind sie nicht allzu traurig, was deutlich macht, dass der Spaß an der Bewegung und der Reiz, die Aufgaben zu meistern, im Vordergrund stehen.

Die Kinder helfen sich während des Spiels oft, indem sie einander Ratschläge erteilen oder die Schlingen mit den Möbelstücken für den aktiven Spieler günstiger positionieren.

Besonders lobenswert ist, dass die Kinder nach der ersten Einführung das Spiel eigenständig spielen können, ohne auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen zu sein. Und ganz nebenbei fördert dieses lustige Bewegungs- und Hüpfspiel für Kinder die Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Motorik.

Beim Spiel mit (z. B. durch größere Altersunterschiede) unterschiedlich entwickelten Kindern sollte trotzdem eine erwachsene Person als Schiedsrichter fungieren. Dabei ist pädagogisches Geschick gefragt. Schließlich wollen die besseren Springer dies durch den Spielgewinn oder zumindest eine vordere Platzierung bewiesen sehen und die motorisch Schwächeren ebenfalls Erfolgserlebnisse verbuchen.

Pippi Langstrumpf eignet sich hervorragend für den Einsatz in Ganztagsschulen oder ähnlichen Einrichtungen. Beim privaten Hausgebrauch sollte vor allem in Mietwohnungen beachtet werden, dass die Sprünge mitunter Schallgeräusche entwickeln (vom begleitenden Lärmpegel der Anfeuerungsrufe mal abgesehen), die in tiefer gelegenen Stockwerken durchaus als Invasion der Kampfkolosse missinterpretiert werden könnten.

Ein abschließendes Wort zur Urheberschaft dieser Rezension: Dank und Lob gebühren hier meiner pädagogisch besseren Hälfte Karin, die sich sowohl die "Mühe" machte, das Spiel immer und immer wieder in ihrer Einrichtung zu testen, und die auch die Grundlage für den gesamten Rezensionstext lieferte.

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Pippi Langstrumpf: 5,0 5,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.03.08 von André Beautemps - Die Note für Einfluss lässt sich nicht korrekt vergeben; da es sich um ein Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiel handelt, spielt diese Art von Einfluss keine Rolle.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.08 von Sandra Lemberger - Meines Erachtens eher für Kindergärten als für den Gebrauch zu Hause geeignet. Das ständige Einmischen der Karten nervt sehr (vor allem, wenn die Kinder noch nicht selbst mischen können). Außerdem ist mir der Glücksanteil zu hoch. Einige Kinder ziehen ständig Karten, deren Möbelstücke sehr nah an ihrem momentanen Standort liegen, andere wiederum scheinen vom Pech verfolgt zu sein und müssen oft fast nicht machbare Sprünge absolvieren. Hier fehlt mir einfach ein etwas ausgleichendes Element.

Leserbewertungen

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