Rezension/Kritik - Online seit 19.11.2015. Dieser Artikel wurde 3476 mal aufgerufen.

Ratzeputz

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Autor: Alix-Kis Bouguerra
Christine Basler
Verlag: KOSMOS
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 4
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 4 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
Ranking: Platz 2589
Ratzeputz

Spielziel

Liebevoll kümmert sich Zwerg Tilli um seinen Gemüsegarten. Aber was ist denn da passiert? Plötzlich hält er nur das Möhrengrün in der Hand! Was ist mit der Möhre geschehen? Ein lautes Schmatzen führt Tilli auf die Spur zu Hase Ratzeputz und seiner Familie, die unter der Erde ein Festmahl abhalten wollen. Hilf Tilli schnell beim Ernten, bevor der gierige Ratzeputz ihm keine Möhre mehr übrig lässt ...

Ablauf

Der Spielaufbau von Ratzeputz lässt einem die Wahl zwischen einer einfachen und einer kniffligen Seite, indem man die Drehscheibe dementsprechend in den Schachteleinsatz legt. Darüber noch den Spielplan legen, das Möhrengrün stecken, Zwerg Tilli an sein Gartentor stellen und los geht's. Gemeinsam werden noch dreimal Möhren aus dem Stoffbeutel an das Möhrengrün "gepflanzt", deren Position man sich merken sollte.

Gemeinsam muss man nun mehr Möhren ernten als Ratzeputz abknabbert. Dazu würfelt man und zieht Zwerg Tilli auf den Steinfeldern zwischen den Möhren in eine beliebige Richtung, wenn man Punkte erwürfelt hat; gewürfelte Möhre bedeutet freie Feldwahl. Eine der beiden (eventuell) benachbarten Möhren darf man ernten, indem man vorsichtig das Möhrengrün anhebt.

Hat man Glück, wird die Möhre auf dem Tisch gesammelt. Entdeckt man keine Möhre, pflanzt man eine neue aus dem Beutel an, deren Duft Ratzeputz anlockt - man muss die Drehscheibe ein Griffloch weiterdrehen. Ein dezentes Plumpsen lässt erahnen, dass Ratzeputz eine Möhre ergattert hat. Grinst einen Ratzeputz unter dem Möhrengrün an, muss man an ihn eine Möhre verfüttern, indem man sie auf die Abbildung stellt und dann die Drehscheibe betätigt - plumps!

In der einfachen Version kann einem noch der Maulwurf Blinki begegnen; der sagt nur "Hallo" und wird wieder zugedeckt.

Sobald die letzte Möhre angepflanzt wurde und gedreht wurde, endet Ratzeputz und es wird ausgewertet: Möhren, die noch am Möhrengrün hängen, zählen für keine Seite. Dann wird verglichen, wer mehr Möhren hat - die Mitspieler (auf dem Tisch) oder Ratzeputz (im Schachteleinsatz).

Fazit

Schon die niedliche Grafik, das griffige Material und der interessante Spielaufbau machen sofort Lust auf eine Runde Ratzeputz.

Die Spielanleitung ist liebevoll illustriert, der ganze Hintergrund der Regel zeigt Ratzeputzes Welt unter der Erde mit vielen niedlichen Details. Der Spielaufbau ist schrittweise mit Fotos gezeigt, so dass er kinderleicht gelingt. Eigentlich bleibt keine Frage offen, leider ist die Spielregel sehr ausführlich formuliert, so dass es bestimmt auch Regelleser gibt, die sich von der Textmenge für ein Kinderspiel abschrecken lassen; eine Kurzübersicht bzw. Zusammenfassung in Stichpunkten wäre schön gewesen. Letztendlich sind die Regeln aber so einfach, dass man sie nach der ersten Partie verinnerlicht hat.

Die beiden Schwierigkeitsgrade kann man sehr gut unterscheiden; für die erste Partie sollte man die leichtere Scheibenseite (Ratzeputz und Blinkie) auswählen, um den Spielmechanismus kennenzulernen.

Ratzeputz ist eine gelungene Mischung aus Würfelglück und Memory mit einer Prise Geschicklichkeit. Zum einen kann man sich merken, wo aktuell Möhren wachsen, trotzdem hilft dieses Wissen nicht immer, denn man muss Tilli auch zur richtigen Möhre bewegen können. Weil Tilli im oder gegen den Uhrzeigersinn wandern darf und immer zwei mögliche Möhren zur Auswahl hat, hat man sehr oft die Möglichkeit, eine gemerkte Möhre zu ernten. Würfelt man aber Ratzeputz, hat man Pech, denn dann ist eine Möhre ganz sicher an die Hasenfamilie verloren.

Etwas geschickt muss man bei Ratzeputz auch sein, denn wenn eine Möhre beim Apflanzen oder Herausziehen vom Möhrengrün abplumpst, gehört sie auch den Hasen.

Ratzeputz wird kooperativ gespielt; viele Kinder mögen das sehr gerne, da damit der Wettbewerb mit anderen Kindern wegfällt und auch ein eventuell verlorenes Spiel leichter ertragen wird. Anfangs denkt man, dass man sich zu viel merken muss, aber durch die kooperative Spielweise kann man sich austauschen und irgendjemand in der Runde hat bestimmt die passende Idee, wo Tilli jetzt gut ernten kann.

Wenn man möchte oder gerade ältere Kinder lieber doch gegeneinander spielen, kann man dies bei Ratzeputz problemlos tun: Es muss trotzdem zuerst gemeinsam gewonnen werden, doch danach zählt jeder seine geernteten Möhren einzeln. Je nach Möhrenfarbe, die man beim Einpflanzen sieht und sich merken muss, bekommt man 1 bis 3 Punkte pro Möhre.

Auch ältere Kinder spielen gerne Ratzeputz. Meist haben sie in der ersten Runde einen "Aha-Effekt" und wollen gleich eine weitere Partie anschließen - wenn sie verloren hatten, gelingt danach meist die nächste Partie. Oder sie versuchen ihr Gewinnergebnis, also die Anzahl der gesammelten Möhren, in der nächsten Partie noch zu verbessern.

Durch die schwierigere Drehscheibenseite, die gleich zweimal den gefräßigen Ratzeputz zeigt, können auch geübte oder ältere Mitspieler den Anspruch erhöhen.

Einziges Minimanko, das ich bisher beobachten konnte, ist, dass gerade kleinere Kinder beim Bewegen und Setzen von Tilli unabsichtlich das Möhrengrün umstoßen und so der Blick auf die Möhre oder eben leeres Möhrengrün möglich ist.

Ratzeputz ist ein schön gestaltes kooperatives Kinderspiel für die Kleineren, das aber auch die Größeren in den Bann zu ziehen vermag. Jede Partie ist spannend bis zum Ende und meist schließt sich eine weitere Runde dank der angenehmen Spieldauer gleich an.

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ratzeputz: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.10.15 von Stefanie Marckwardt - Schönes koooperatives Kinderspiel, das Memory und Würfeln mit einer Prise Geschicklichkeit mischt.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.12.15 von Christoph Schlewinski - Ein sehr schönes Kinderspiel, dessen Material allerdings ungünstig gewählt ist und die Kindern zum Schummeln auffordern kann. Hält man beim Spielen dagegen, hat man spannende Partien, oft auch mehrere hintereinander.

Leserbewertungen

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