Rezension/Kritik - Online seit 12.02.2012. Dieser Artikel wurde 2102 mal aufgerufen.

Rumble in the House

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Autor: Olivier Saffre
Illustration: Kwanchai Moriya
Verlag: Flatlined Games
Rezension: André Beautemps
Spieler: 3 - 6
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 2543
Rumble in the House

Spielziel

... und raus bist Du! So schnell kann man gar nicht gucken, da haben schon die anderen Spieler die eigene Figur vom äußersten Rand der Galaxis mitten ins Zentrum des Geschehens manövriert und dann auch noch gnadenlos und ohne Anhörung vom Spielfeld verbannt. Vorzeitiges Duschen ist angesagt, Sportsfreund! Gott sei Dank ist in all dem Trubel das andere Ass im Haus unbemerkt in die leere Ecke des Gebäudes gehuscht und wartet in Ruhe ab, wer sich noch alles aus dem Haus begibt. Denn zum Schluss ist Highlander: Es kann nur einen geben!

Ablauf

Aus 12 Karten, die je einen Raum mit vier Ausgängen zeigen, wird eine zufällige Anordnung gelegt, das Haus.

In jeden Raum wird eine Figur gestellt. Jeder Spieler zieht teilnehmerabhängig eine bestimmte Anzahl verdeckt ausliegender Chips, auf deren Rückseite die Figuren abgebildet sind.

Ist man am Zug, hat man die Wahl zwischen zwei Aktionen:

  • eine Figur, die alleine steht, einen Raum weiter bewegen oder
  • eine Figur, die nicht alleine steht, aus einem Raum entfernen.

Bei der zweiten Aktion ist darauf zu achten, die ausgeschiedenen Figuren in der Reihenfolge ihres Ausscheidens aus der Runde neben dem Haus zu platzieren.

Ist nur noch eine Figur im Haus, erfolgt die Wertung. Jeder Spieler erhält für seine als letztes ausgeschiedene Figur die entsprechende Punktzahl, rangierend zwischen 0 und 15.

Anschließend werden die Figuren wieder zufällig im Haus verteilt, die Chips gemischt und neu gezogen. Nach drei Runden erbringen die addierten Rundenwertungen den Sieg. Vorausgesetzt, das eigene Ergebnis ist das höchste.

Fazit

Eine Banalität? Sicher, aber dies wertet das Spiel nicht ab.

Das Spielmaterial ist solide, stimmig und systematisch wiederzuverstauen. Niemand kann hier die alte Nörgel-Litanei "Viel zu große Schachtel" ernstgemeint anwenden. Nur den bereits eingehenden Untersuchungen meines hochgeschätzten Rezensionskollegen Andreas ist es zu verdanken, dass auch in meiner Ausgabe nach der Erstverwendung alles wieder im Karton verstaut werden konnte. Will man nicht ständig die Standfüße der Figuren von denselben abziehen und diese beim nächsten Spiel wieder anstecken, muss man die Aufsteller kreisförmig in den Boden der Umverpackung legen, um diese und alle anderen Materialien unterzubringen und den Deckel auch plan aufsetzen zu können.

Highlight des Materials sind die gezeichneten Figuren selbst. Ein Huhn im Superheldenkostüm oder einen ganz in pink gewandeten Ninja sieht man eher selten. Niedliche Kamikaze-Murmeltiere (oder sind das Erdmännchen?) und eine Katze mit Uzi ("Komm, Uzimiez, komm ...") erfreuen viele, die sich der Entdeckung grafischer Feinheiten hingeben. Auch die Raumtafeln sind sehr detailliert gestaltet und beidseitig nutzbar mit jeweils unterschiedlichen Raumabbildungen. So gibt die thematische Ausgestaltung schon Anlass, den Grund für den Rumble klar benennen zu können: "12 Bewohner und nur 1 Klo! Da ist es doch kein Wunder, dass es irgendwann explodiert."

Die Regeln sind ein Witz. Anspruchsmäßig betrachtet. Umfang und Komplexität des Spiels könnten nicht simpler strukturiert sein. Lediglich das Fehlen einer Orientierungsleiste verführte den einen oder anderen Teilnehmer dazu, die durch seinen Zug ausgeschiedene Figur am falschen Ende einzureihen. Natürlich rein versehentlich. Ähem.

Selbstverständlich wecken solche Voraussetzungen keine Träumereien von einem echten Strategiehammer von abendfüllender Dauer. Dies tut auch der Verlag nicht und benennt die sogar in Vollbesetzung nicht zu überbietende Maximaldauer von einer Viertelstunde Spielzeit selbst nur um 5 Minuten zu hoch. Für echte Abräumer könnte man auch nicht mehr das beiliegende Wertungstableau nutzen, da dies bei maximaler Punktzahl bereits nach der dritten Runde am Anschlag ist.

Der Einfluss auf das Spielgeschehen ist ebenfalls begrenzt. Eigentlich kann man nur darauf hoffen, dass mindestens eine eigene Figur schön abseits steht und bewegt oder schmeißt in aller Regel möglichst die anderen Figuren raus. Mitunter mischt sich ins Geschehen der eine oder andere Kamikazespieler, der mit seiner Figur selbst immer schön auf Angriff spielt, was meistens nicht bis zum Ende gelingt. Irgendwann sind Mitspieler genervt oder misstrauisch und entfernen dann doch die Figur. Ich selbst bevorzuge die verbale Taktik: Möglichst oft die anderen Figuren hervorheben, um von den eigenen abzulenken. Allein, keine der genannten Methoden führt zum dauerhaften Erfolg. Kollege Zufall und die Mitspieler sind einfach zu oft am Zug, um den eigenen Überlegungen durch geschickte Aktionen Nachdruck zu verleihen. Dies sollte immer bedacht werden, wenn wieder mal eine Hausräumung ansteht.

Frustration ist bei diesem Spiel also in ordentlichen Portionen erlernbar. Wenn die eigenen Figuren quasi stante pede von den anderen Mitspielern rausgekickt wurden, ist man nicht mehr wirklich im Spiel. Dies wiederum wird abgefedert durch die absolut kurze Dauer einer Spielrunde und auch der Gesamtpartie. In den ersten beiden Runden bleibt außerdem noch übrig, die Rachepläne für die Folgerunden zu schmieden. Vielleicht ist dieser Punkt auch der Grund für die gefühlt zu hoch gegriffene Altersangabe. Außer besagter Frustrationstoleranz sind keine großartigen Bildungsvoraussetzungen zu schaffen, um mitspielen zu können. Allerdings kann ich bisher auf keine Testergebnisse von z.B. Grundschulanfängern zurückgreifen.

Das Spiel findet trotz der zuletzt genannten Punkte guten Anklang in unterschiedlichsten Runden. Als Hauptmahlzeit eines Spieleabends nicht zu empfehlen, ist dieses nette Kleinod als Entrée oder Dessert überall einsetzbar. Die nett und detailverliebt gezeichneten Figuren animieren neben den einschlägig bekannten Quasselstrippen auch ruhigere Zeitgenossen zu dem einen oder anderen Kommentar. Das ganze lässt sich daher locker und leicht verdauen und das ohne irgendeinen schalen Nachgeschmack. Muss man wirklich mehr von einem guten Spiel erwarten?

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Rumble in the House: 4,0 4,0, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.11.11 von André Beautemps
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.10.11 von Andreas Molter - schnell erklärt, schnell gespielt
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.12 von Regina Molter

Leserbewertungen

Leserwertung Rumble in the House: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.12 von David - Schönes, kleines Ärgerspiel. Allerdings kann es nach hinten raus, wenn nur noch zwei sich gegenüberstehen, etwas langatmig werden wenn niemand sich \"opfern\" mag. Zudem ist der Preis, gemessen an der Ausstattung, wirklich happig. Aber ich will nicht zu viel mecker, die Rezension trifft es schon sehr gut. Es macht Spaß, muss nicht lang erklärt werden, ist schnell gespielt und kommt immer wieder gerne auf den Tisch!

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