Rezension/Kritik - Online seit 06.07.2011. Dieser Artikel wurde 2601 mal aufgerufen.

Sandwich

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Autor: Christophe Raimbault
Illustration: Maëva da Silva
Thibault Deflandre
Verlag: Le Joueur
Rezension: Monika Harke
Spieler: 3 - 6
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 7 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2103
Sandwich
Auszeichnungen:2012, As d'Or - Jeu de l'Année Nominierung

Spielziel

Was darf's sein? Ein raffiniert belegtes Sandwich mit Sauerkraut, Schokolade und Tintenfisch? Oder lieber die klassische Variante mit Käse, Schinken und Tomate? Wer am besten den Geschmack seiner Mitspieler trifft, hat gute Karten.

Ablauf

Jeder Spieler erhält neun Zutatenkarten, die er als verdeckten Stapel in die Hand nimmt. Nun rufen alle Spieler "Saaand-wich" und legen gleichzeitig die oberste Karte ihres Stapels aufgedeckt in die Mitte. Die Spieler schnappen sich sofort eine der ausliegenden Karten und legen sie vor sich ab. Die Karte, die man selbst in die Mitte gelegt hat, darf man jedoch nicht nehmen, es sei denn, dass alle anderen diese verschmäht haben und man selbst nicht zum Zuge gekommen ist. Auf diese Art und Weise werden nun alle Zutaten verteilt, so dass jeder Spieler am Ende dieser "Einkaufstour" wieder neun Zutaten besitzt.

Jetzt geht es an die Zubereitung, bei der jeder Spieler aus jeweils drei Zutaten drei schmackhafte Sandwiches zusammenstellen muss. Sobald alle Spieler mit ihren Kreationen fertig sind, verteilen sie diese verdeckt reihum an ihre drei linken Mitspieler, so dass letztendlich jeder wieder drei belegte Brote vor sich liegen hat. Bei der abschließenden Verkostung muss nun jeder Spieler die ihm kredenzten Sandwiches geschmacklich bewerten, indem er seine persönliche TOP 3 aufstellt. Das Sandwich, das seinen Geschmack am besten getroffen hat, erhält drei Sterne, das zweitbeste zwei und das misslungenste keinen. Nach drei Runden gewinnt der "Koch", der die meisten Sterne erringen konnte.

Fazit

Das Spielmaterial besteht aus 56 unterschiedlichen Karten, welche die kleine, robuste Schachtel nahezu perfekt ausfüllen. Eine solch handliche Verpackung ist äußerst praktisch für ein Partyspiel dieser Art, da man es so bequem und unproblematisch überall mit hinnehmen kann. Etwas größer wäre allerdings auch nicht schlecht gewesen, denn dann hätten vielleicht noch Punktechips mit hineingepasst. So benötigt man immer noch einen Stift und Zettel. Auch die Grafik ist sehr gelungen. Da es sich bei einigen Zutaten um regionale Spezialitäten handelt, wäre eventuell eine Benennung auf jeder Karte nett gewesen. Dafür ist das Material in der vorliegenden Form vollkommen sprachunabhängig, was auch seine Vorteile hat.

Die Spielanleitung ist mehrsprachig. Dies ist natürlich sehr löblich. Allerdings wurden die Regeln später geändert, so dass die Übersetzungen mit der französischen Regel nur annähernd übereinstimmen, die deutsche Regel sogar einen Fehler bezüglich der Wertung hat. Das dürfte nicht passieren! Da das Spiel mit extrem wenig Regeln auskommt und zudem einen Mechanismus hat, der viele Varianten zulässt, ist dies nicht allzu tragisch. Man kann es problemlos nach den Regeln der jeweiligen Sprache spielen, oder aber nach der obigen Spielbeschreibung, die der aktuellen französischen Regel entspricht.

Aufgrund der einfachen Regeln lädt das Spiel zum sofortigen Losspielen ein. Wer anfangs noch skeptisch war und den Spaßfaktor gesucht hat, wird in der Regel schnell überzeugt. Das Grabschen nach den Karten und das Ärgern, wenn es mal wieder nur für Sauerkraut oder Schokolade gereicht hat, lassen sofort eine lockere, lustige Atmosphäre aufkommen, wobei Sandwich unabhängig von der Spielerzahl funktioniert. Je mehr mitspielen, desto mehr Spaß macht es allerdings. Schön ist auch, dass sich kurze hektische Phasen immer wieder mit ruhigeren Phasen abwechseln. So kommt kein Stress auf und alle fühlen sich die gesamte Spielzeit, die selten länger als 15 Minuten dauert, gut beschäftigt und unterhalten.

Sandwich eignet sich ideal als "Aperitiv" eines Spielabends, wenn noch nicht alle Mitspieler erschienen sind, oder für zwischendurch, wenn der Pizzabote im Stau steckt und auf sich warten lässt. Dann bietet es sich natürlich an, anstelle eines Sandwichs mit denselben Zutaten eine Pizza zu belegen. Mehrere Partien nacheinander sind jedoch eher selten, dafür ist der Spielablauf zu repetitiv. Aber eine gelegentliche Partie spielt man immer wieder gerne mit.

Allerdings teilt Sandwich das Schicksal vieler Partyspiele: Bezüglich des Spielspaßes scheiden sich oft die Geister. In der richtigen Runde mit Spielern, die unkomplizierte Fun-Spiele mögen und denen der Spaß wichtiger als der Sieg ist, kann es sehr unterhaltsam sein, bei Grüblern oder Denkern hingegen, die grundsätzlich nichts von subjektiven Beurteilungen als Siegkriterium halten, oder Spielern, die mit einer anderen Erwartungshaltung an ein Spiel herangehen, total floppen.

Dabei spricht Sandwich eine große Zielgruppe an. Es ist einfach, leicht zugänglich, schnell gespielt und unterhaltsam, zudem muss sich niemand vor anderen zum Affen machen oder kreativ sein. Verbunden mit einem Thema, zu dem jeder einen Bezug hat, kommt es bei Jung und Alt, Wenig- wie auch Nichtspielern gut an. Außerdem bietet es durch die unkomplizierte Spielweise beste Voraussetzungen, um die Stimmung aufzulockern oder Leute in eine größere Runde einzubeziehen.

Im Bereich der kleinen Partyspiele ist Sandwich somit durchaus eine nette, kurzweilige Alternative. Einfach und unterhaltsam - mehr ist es nicht und mehr will es auch nicht sein.

Rezension Monika Harke

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sandwich: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.05.11 von Monika Harke

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