Rezension/Kritik - Online seit 13.09.2012. Dieser Artikel wurde 2090 mal aufgerufen.

Speedway Champion

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Autor: keine Angabe
Verlag: Czech Board Games
Rezension: Volker Sitzler
Spieler: 2 - 4
Jahr: 2011
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
2,0 2,0 Leser
Ranking: Platz 4521
Speedway Champion
Tags:Rennen

Spielerei-Rezension

Spielerei-Kritik Sommer 2012:

Wow, was ist denn das? Sieht ja klasse aus, aber warum könnt ihr zum Spielen nicht mal sitzen bleiben? Ja, was ist denn das nun? Es handelt sich um das tschechische Spiel Speedway Champion aus dem Verlag Czech Board Games. Das Spiel sieht wirklich klasse aus. Vier Speedway Motorräder mit beweglichen Lenkern und einer Länge von neun Zentimetern sind genauso beeindruckend wie der Spielplan mit Maßen von 90 mal 60 Zentimetern, womit auch die Frage geklärt wäre, warum man bei diesem Spiel nicht sitzen bleiben kann. Aber was zum Kuckuck noch mal, was ist denn Speedway? Für die im Motorradsport nicht ganz so Bewanderten: Speedway ist ein Rennen mit vier Motorrädern auf einer Bahn mit unbefestigtem Untergrund. Gefahren wird immer gegen den Uhrzeigersinn und die Motorräder haben Einzylindermotoren mit einer Leistung von bis zu 80 PS. Die Maschinen haben keine Bremsen und je nach Länge der Bahn nur einen oder zwei Gänge. In den Kurven werden die Motorräder "angestellt", soll heißen, sie werden durch die Kurven driften gelassen. Dies wird im Spiel durch den beweglichen Lenker ermöglicht, und je nach Spielverlauf blockieren nur zwei Motorräder eine ganze Kurve.
Doch nun wieder zum Spiel. Gefahren werden vier Vorläufe und ein Finale. In den Vorläufen bekommt der Sieger drei Punkte, zwei und einen gibt es für die nächsten, ohne Punkte verlässt der letzte die Bahn. Im Finale werden die Punkte verdoppelt. Wer danach die meisten Zähler hat, gewinnt. Bis dahin vergeht ca. eine gute Stunde. Zunächst einmal darf jeder der bis zu vier Spieler sein Motorrad tunen. Danach stehen ihm zu Beginn vier Chips zur Verfügung, pro Lauf gibt es zwei weitere dazu. Motor, Rahmen, Räder und Kupplung können so verbessert werden. Diese sind farblich unterschiedlich und entsprechen farbigen Markierungen auf dem Spielplan. Auch die auf dem Plan eingezeichnete Ideallinie hat im weiteren Verlauf noch eine Bedeutung. Bewegungsmotor sind bis zu drei Würfel. Optimiert werden die Würfelergebnisse durch die Tunings und die Ideallinie. Allerdings sind auf jedem der Würfel Totenköpfe drauf, was gleichbedeutend mit einem Schaden ist. Wer in einem Rennen vier Schadenspunkte hat, scheidet aus der laufenden Runde aus. Der Bonuswürfel hat sogar zwei Seiten mit Totenköpfen, davon sogar einmal zwei auf einer Seite. Der Bonuswürfel kann nur verwendet werden, wenn beide anderen Würfel geworfen werden. Aber je mehr Würfel, je höher auch das Risiko. Von den beiden regulären Würfeln wird nur das höchste Ergebnis eines Würfels berücksichtigt. Die vier Tuningmöglichkeiten beziehen sich auf die Geraden, auf die Kurven, je einen Teil Kurve und Gerade und Bonus kann es nochmals geben, wenn der Fahrer in seinem Zug eine Linie überfährt. Alle Möglichkeiten werden aufaddiert und zum erreichten Würfelergebnis dazugezählt. Befindet sich auch noch das Vorderrad auf der Linie, gibt es einen weiteren Bonus. Wie wird aber nun die Geschwindigkeit in Strecke umgesetzt? Die Rennstrecke ist im Vergleich zu vielen anderen Rennspielen nicht in Felder unterteilt. Es kommt vielmehr ein sog. Streckenmeter zum Einsatz. Wie man das Teil beschreiben soll, weiß ich nicht. Es sieht aus wie eine Straßenkehrmaschine mit einem Rad. Dieses Rad ist drehbar und in drei Segmente unterteilt. Jedes einzelne Segment entspricht einem Ergebnispunkt. Am Start zieht derjenige als erster, der die höchste Geschwindigkeit aus Würfeln und Boni erreicht. Besteht hier Gleichstand, wer weiter innen steht. Wer in welchem Rennen auf welcher Spur fährt, wird mit einer Reihenfolgekarte festgelegt. Bis zur ersten Markierung auf der Bahn muss geradeaus gefahren werden, erst dann darf die Spur gewechselt werden. Zur Festlegung der Weite darf allerdings nicht mit dem Streckenmeter ausprobiert werden, welche die beste Weite ergibt, sondern so wie es ist, ist es. Auch dürfen die anderen Motorräder weder berührt (Schadenspunkte) oder gar verschoben (Sturz und ausscheiden) werden. Natürlich darf die Bahn auch nicht verlassen werden. Ist die Bewegung des Streckenmeters abgeschlossen, wird das eigene Motorrad daran ausgerichtet. Befindet es sich auf der Geraden, natürlich gerade. Befindet es sich in einer Kurve, wird das Motorrad in "Schleuderhaltung" also quer ausgerichtet. Im weiteren Verlauf ist es wie bei den meisten Rennspielen, die weitere Reihenfolge richtet sich nach der aktuellen Position. Gefahren wird eine Runde und wer dann im gleichen Zug am weitesten über das Ziel kommt, gewinnt.
Doch neben den Punkten gibt es etwas noch genauso Wichtiges zu gewinnen. Dies sind nämlich Tuningchips für das letzte Rennen. Denn beim Finale müssen alle Tuningchips der Vorläufe bis auf vier wieder abgegeben werden. Die Verteilung ist analog der Punkte, nämlich drei, zwei und noch einen Chip für den dritten.
Das letzte Rennen verläuft ebenso wie die Vorläufe. Wer dann in der Addition die meisten Punkte hat, gewinnt. Neben den genannten Regeln gibt es noch einige weitere Zusatzregeln.
Speedway Champion ist sicherlich ein Spiel, bei dem das Würfelglück einen großen Einfluss auf den Rennverlauf nimmt. Denn wer am Start gleich mit drei Totenköpfen startet, wird nur mit sehr viel Glück eine Runde ohne Totalausfall überstehen. Wichtig ist es also, das Risiko zu minimieren und lieber einen zweiten oder sogar dritten Platz in Kauf zu nehmen, allein schon wegen der Chips für das letzte Rennen. Ansonsten stellt das Spiel eine echte Herausforderung beim Einschätzen der Rennsituation dar, und man sollte mit dem Streckenmeter auch nicht ins Straucheln kommen, wenn man versuchen will, zwischen zwei Konkurrenten hindurchzufahren. Allerdings macht das Spiel am meisten in voller Besetzung Spaß, zu dritt ist es auch noch in Ordnung, zu zweit allerdings öde. Wie gesagt, sind die Figuren der große Hingucker, denn neben der Größe sind sie nicht nur in verschiedenen Farben, sondern sie verkörpern vier verschiedene Nationen, nämlich Schweden, Großbritannien, Polen und Russland.
Ein Manko sind leider die deutschen Regeln. Manchmal sind sie derart unverständlich, dass man lieber einen Blick in die englische Übersetzung wagen sollte, um sich Klarheit zu verschaffen.

Rezension Volker Sitzler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Speedway Champion: 3,0 3,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.07.12 von Volker Sitzler
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.09.12 von Michael Andersch - 1A Material, leider kann das Spielprinzip da nicht im geringsten mithalten. Glückliches Würfeln ist unter dem Strich alles und damit viel zu wenig. Schade eigentlich - obwohl, andererseits: irgendwie bin ich froh, diese Riesenschachtel nicht im Spieleschrank behalten zu müssen... ;-)

Leserbewertungen

Leserwertung Speedway Champion: 2,0 2.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.10.12 von Uwe H. - Auf der Spiel 2011 gesehen, haben mich die Motorräder und das Spielbrett voll angesprochen. Spiel angespielt und gekauft. Dann daheim erstmal die Hürden der nicht sehr guten Regel genommen. Beim Fummeln mit dem Streckenmesser bleibt ein Gefühl von Ungenauigkeit und Beliebigkeit, auch die Tuningmöglichkeiten haben mich nicht wirklich überzeugt. Seit dem steht es im Regal. Würde bei Bedarf eher ein Speed Circuit rausholen; das Spielprinzip wirkt heute aber auch da altbacken.

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