Rezension/Kritik - Online seit 15.03.2007. Dieser Artikel wurde 8844 mal aufgerufen.

Spuren im Wald: Fährten lesen – die Natur kennen lernen

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Autor: Rita Franz
Verlag: HUCH!
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3315
Spuren im Wald: Fährten lesen – die Natur kennen lernen

Spielziel

Das Spielziel besteht darin, möglichst schnell das eigenen Wildfutter zu den entsprechenden Futterstellen zu bringen. Auf dem Weg dorthin kreuzen immer wieder Tierspuren den Waldpfad. Nur wer die Spuren erkennt und weiß, wo sich das entsprechende Tier gerade versteckt, kommt voran und hat die besten Chancen, nach dem Verteilen seines Futters als Erster wieder zu Hause anzukommen.

Ablauf

Der Spielplan zeigt 9 Tierplätze, auf welche die 8 Büsche (sie zeigen auf den Rückseiten jeweils eines der acht vorkommenden Tiere) mit der Tierseite nach unten gelegt werden. Außerdem gibt es auf dem Plan 16 Futterstellen, an denen jeweils bestimmte Tiere gefüttert werden können. Und auf allen Pfaden, die den Wald durchkreuzen, kann man Tierspuren erkennen. Jeder Spieler erhält 4 Futterplättchen (mit verschiedenen Bildern auf der Vorder- und Rückseite) sowie eine Übersichtskarte, welche Bilder von den 8 Tieren zeigt sowie deren Fußspuren und das bevorzugte Fressen. Außerdem stellt jeder Spieler seine Figur auf eine der 4 Starthütten, welche in den Spielplanecken zu finden sind.

Wer an der Reihe ist, versucht seine Figur zu bewegen. Dazu muss er die Fährte erkennen, die auf dem Weg vor seiner Figur zu sehen ist, und danach das entsprechende Tier finden, indem er ein Buschplättchen aufdeckt. Zeigt die Karte das gesuchte Tier, darf man weitermachen – auf diese Weise darf man maximal drei Felder weit ziehen.

Landet man dabei auf einem Futterplatz (hier erkennt man das gesuchte Tier nicht anhand seiner Spur, sondern aufgrund seines Futters), darf man sein entsprechendes Futterplättchen an dieser Stelle ablegen. Hat man es tatsächlich geschafft, drei richtige Tiere aufzudecken, darf man außerdem – bevor man die Tierplättchen wieder umdreht – eines der Tiere auf das neunte Tierfeld des Spielplans legen.

Deckt man auf seiner Spurensuche eine falsche Tierkarte auf, ist sofort der nächste Spieler an der Reihe.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler es geschafft hat, alle seine Futterstücke abzulegen und wieder zu seinem Haus zurückkehren konnte. Vor dem Einzug in seine Hütte darf ihm ein Mitspieler ein beliebiges Tier nennen, welches der Spieler aufzudecken hat – gelingt ihm dies, hat er das Spiel gewonnen.

Fazit

Die Aufmachung des Spieles ist sehr ansprechend. Die Übersichtstafeln mit den detaillierten Zeichnungen veranlassen die Kinder zum intensiven Betrachten des bevorzugten Tierfutters bzw. der Spuren, welche die Tiere hinterlassen. Der Spielplan wirkt grafisch leicht überfüllt, was aber nicht unbedingt stört, denn im Wald kann man sich schließlich auch leicht verlaufen. Außerdem hat der Spielplan den interessanten Nebeneffekt, dass er von jeder Seite aus so wirkt, als ob man aus der richtigen Blickrichtung darauf schauen würde (man hat also nie das Gefühl, auf der „falschen“ Seite zu sitzen). Anlass zur Kritik bietet (wie bei vielen anderen Spielen auch) wieder einmal der Karton. Der große Spielplan rechtfertigt zwar vielleicht den Schachtelumfang, aber betreffend Höhe hätte weniger als die Hälfte auch gereicht.

Vom Spielprinzip ist das Spuren im Wald relativ einfach. Trotzdem sollte man schon genau überlegen, welches Ziel man zuerst anvisiert, damit man nicht schon für das Ablegen des zweiten Futterstücks größere Umwege in Kauf nehmen muss, weil man nicht schnell genug an den begehrten Futterplätzen des inneren Bereichs ankam.

Das Spurenlesen gestaltet sich anfangs nicht ganz einfach. Die Kinder tendieren dazu, zuerst einmal lieber zu raten, in der Meinung, sie würden die Spuren ohnehin kennen. Da es aber doch einige Tiere mit sehr ähnlichen Fußspuren gibt (z. B. Reh und Wildschwein), merken die Kinder doch recht schnell, dass sie die Übersichtskarte zumindest zu Beginn des Spieles zu Rate ziehen müssen, auch wenn dies etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

Was die jüngeren Mitspieler teilweise ein wenig irritierte, waren die doppelseitig bedruckten Futterstücke, bei denen sie – wenn sie auf der „falschen“ Seite vor den Kindern lagen – oft der Meinung waren, sie hätten das jeweils passende Futterstück nicht mehr. Doch nach ein, zwei solcher Vorfällen saß dieser Teil des Spieles dann meistens auch.

Wenn die Kinder schon etwas älter sind, ist es ratsam, auf die ebenfalls in der Spielregel enthaltene Variante zurückzugreifen: Wenn nach jedem richtigen Aufdecken eines Tieres diese soeben umgedrehte Tierkarte auf den freien Platz des Spielplans gelegt wird, werden die kleinen grauen Zellen auch um einiges mehr strapaziert und fordern somit auch die älteren Kinder wieder ausreichend.

Das Spiel funktioniert zu zweit und viert wunderbar, in der Besetzung zu dritt verläuft es leider nicht ganz optimal, weil ein Spieler meistens das Pech haben wird, nur zwei Futterplättchen im Innenbereich (durch kurze Wege erreichbar) ablegen zu können, während die beiden Mitspieler dort aber jeweils drei Futterplättchen platzieren werden und somit nur für eines ihrer Plättchen einen längeren Weg in Kauf nehmen müssen. Und diesen Rückstand kann der dritte Spieler nicht mehr aufholen.

Trotz dieses Nachteils im Spiel zu dritt ist Spuren im Wald ein stimmiges, unterhaltsames und lehrreiches Kinderspiel, das aufgrund der eingebauten Memory-Funktion Kindern nahezu die gleichen Siegchancen einräumt wie den erwachsenen Mitspielern und deshalb letztendlich auch der ganzen Familie Spaß machen wird.

Rezension Sandra Lemberger

Regelvarianten

Ältere oder geübtere Spieler können den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem sie nach jedem richtigen Aufdecken eines Tierplättchens dieses nicht mehr an seinen alten Platz legen, sondern auf das freie Feld des Spielplans.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Spuren im Wald: Fährten lesen – die Natur kennen lernen: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

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