Rezension/Kritik - Online seit 06.05.2008. Dieser Artikel wurde 4704 mal aufgerufen.

Stimmt doch gar nicht!

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Autor: Heike Krüger
Illustration: Dirk Jäger
Verlag: Kallmeyer
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 6
Dauer: 10 - 20 Minuten
Jahr: 2007
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1562
Stimmt doch gar nicht!

Spielziel

Fehlergeschichten fordern die Kinder zum genauen Zuhören auf. Das dazugehörige „Fehlermaterial“ in Form von Miniaturgegenständen steigert den Wunsch noch, möglichst viele Fehler in den Geschichten zu entdecken.

Ablauf

Neben einem Geschichtenheft, das 28 unterschiedlich lange Geschichten enthält, gehören ein Elternratgeber, ein Fühlschlauch sowie 26 Miniaturgegenstände und Bildkarten zum Spielmaterial. Die Geschichten enthalten jeweils 2 bis 6 Fehler. Ein solch fehlerhafter Satz könnte zum Beispiel folgendermaßen lauten: „Herr Sternthaler schiebt sein Fahrrad aus der Wäscheklammer.“

Das Spielmaterial kann auf unterschiedliche Weisen eingesetzt werden. Der Ratgeber präsentiert dazu 6 Spielvorschläge, die teilweise noch durch Varianten ergänzt werden. Die meisten Vorschläge sind sowohl für kleinere als auch größere Gruppen von Kindern geeignet.

Die Spielvorschläge unterscheiden sich unter anderem in dem Zeitpunkt, zu dem die Kinder gehörte Fehler melden dürfen, nämlich sofort oder erst am Ende des Spiels. Und wenn erst am Ende des Spiels, dann gibt es noch die Unterscheidung, ob sie die Gegenstände in der richtigen Reihenfolge aufzählen müssen (was vor allem bei den Geschichten mit 5 oder 6 Fehlern ziemlich schwierig ist) oder nicht.

Eine weitere Spielmöglichkeit besteht darin, die Fehler einer Geschichte in Form der passenden Miniaturen auf den Tisch zu legen. Wer den Fehler einer Geschichte hört, schnappt sich den Gegenstand und bekommt einen Siegstein oder Ähnliches. Alternativ kann man auch alle Gegenstände ausbreiten, was das Suchen etwas schwieriger gestaltet. Statt der Miniaturen können auch die Bildkarten ausgelegt werden.

Statt die Miniaturen auf den Tisch zu legen, kann man sie auch in den Fühlschlauch geben. Wenn ein Kind einen Fehler in der Geschichte entdeckt, darf es nach dem entsprechenden Gegenstand im Fühlschlauch suchen. Hier könnte man auch zuerst nach den Fehlergegenständen schnappen lassen, indem man die Karten auslegt, und am Ende des Spiels darf jeder nach den auf seinen Karten abgebildeten Gegenständen im Fühlschlauch suchen.

Bei den letzten beiden Spielvorschlägen ist die Kreativität der Eltern gefragt: Man kann sich eigene Geschichten ausdenken und auch eigene Fehlergegenstände suchen, die zu den Geschichten passen.

Fazit

Bei diesem Spiel werden die Kinder zum Zuhören animiert. Dies geschieht, indem man ihnen Geschichten vorliest, in denen unterschiedlich viele Fehler versteckt sind. Damit die Fehler auch visualisiert werden können, liegen dem Spiel alle „fehlerhaften“ Dinge auch als reale Gegenstände in Miniaturform bei.

Dieses „Fehlermaterial“ ist auch der Motor des Spiels, denn aufgrund seines wirklich niedlichen Aussehens steigert es den Wunsch der Kinder, möglichst viele Fehler in den Geschichten zu entdecken. Fast alle Gegenstände sind aus dem Material gemacht, aus dem sie auch im realen Leben hergestellt werden: So liegt dem Spiel zum Beispiel eine echte Feder bei, der Waschlappen und das Kissen sind tatsächlich aus Stoff genäht, der Topfdeckel ist aus Metall, der Spaten aus Holz und Metall usw. Alle Kinder, die zum ersten Mal den Inhalt der Schachtel sahen, brachen in Begeisterungsrufe aus, als sie die Fülle an Material sahen. Sie fingen sofort an, in der Kiste herumzuwühlen, beseelt von dem Wunsch, alle Dinge einmal in der Hand gehabt zu haben. Ich musste ständig aufpassen, dass keines der kleinen Spielutensilien in der Hosentasche eines allzu begeisterten Kindes landete.

Das Spiel ist sehr kurzweilig. Schön ist außerdem, dass man die Spieldauer selbst bestimmen kann. Da selbst die längeren Geschichten in 4 bis 5 Minuten vorgelesen sind, beendet man das Spiel einfach, sobald man merkt, dass der Spielreiz vorerst nicht mehr aufrechterhalten werden kann. In meinen Testrunden im Kindergarten dauerte das jedoch immer ein Weilchen, und wenn das eine oder andere Kind nicht mehr mitspielen wollte, saß sofort das nächste auf dem frei gewordenen Stuhl. Ich schaffte es jedes Mal mühelos, das gesamte Geschichtenheft vorzulesen, ohne dass ich zum Schluss alleine am Tisch saß.

Alle im Ratgeber vorgestellten Spielmöglichkeiten haben unterschiedliche Ziele, die allesamt spielerisch erreicht werden sollen, nämlich

· Erkennung logischer Zusammenhänge,

· Training der akustischen Differenzierung sowie des akustischen Gedächtnisses,

· Erweiterung der Sprachkompetenzen sowie

· Training der Wort-Bild-Zuordnung,

um einige davon zu nennen. Vor allem das akustische Gedächtnis wird in dem Spiel ganz besonders gefordert und auch gefördert. Anfangs fiel es den Kindern sehr schwer, die gehörten Fehler in der richtigen Reihenfolge wiederzugeben. Nach einigen Spielchen funktionierte dies aber bei Geschichten mit bis zu 4 Fehlern einwandfrei.

Auf dem Spiel findet man keine genaue Altersangabe - es wird nur darauf hingewiesen, dass es sich für Vorschule und Schule eignet. 4-Jährige können allerdings auch schon gut mitspielen und der Begriff "Schule" ist vielleicht ein wenig weitläufig. Erst- und Zweitklässler haben noch Spaß an dem Spiel, bei Älteren lässt das Interesse an Stimmt doch gar nicht jedoch langsam nach.

Damit sich der Vorleser nicht selbst auch auf die Reihenfolge der Fehler konzentrieren muss, sind die Fehler in den Geschichten durch Fettdruck hervorgehoben. Dies macht es am Ende leichter, die Aussagen der Kinder zügig auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Schön finde ich auch den Vorschlag im Elternratgeber, von den Kindern nicht nur die Nennung des falschen Gegenstandes zu verlangen, sondern auch einen passenden Begriff einzufordern. Auch das macht den Kindern Spaß, funktioniert aber kaum, wenn man sie die Fehler erst am Ende der Geschichte aufzählen lässt.

Stimmt doch gar nicht ist ein Lernspiel, das die akustischen Wahrnehmungsfähigkeiten der Kinder in hohem Maße fördert und vor allem aufgrund seines interessanten Spielmaterials hohen Wiederspielreiz besitzt. Sofern sich die Eltern oder Erzieher des Öfteren Zeit für einige Geschichten nehmen, werden sie schon bald merken, dass „die Saat aufging und sich die Pflege der Pflänzchen gelohnt hat“.

Rezension Sandra Lemberger

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