Rezension/Kritik - Online seit 25.06.2012. Dieser Artikel wurde 3639 mal aufgerufen.

tiptoi®: Magors Lesezauber

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Autor: Kai Haferkamp
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2487
tiptoi®: Magors Lesezauber

Spielziel

Die Spieler helfen dem schusseligen Zauberer Magor bei seinen Leseaufgaben, mit denen er sich auf einen Zauberwettbewerb vorbereitet. Wer ihm dabei am meisten hilft, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Das Spielmaterial, bestehend aus einem dreiteiligen Spielplan, neun Aufgabenkarten, den Buchstaben des Alphabets, den Spielerkärtchen sowie dem Zauberbuch mit der Anlauttabelle, wird übersichtlich aufgebaut. Die Zaubererfigur stellt man auf das Startfeld über dem Kessel.

Sobald man sich für ein Spiel der Schwierigkeitsstufe 1 bis 3 entschieden hat und dem Stift mitgeteilt hat, wie viele Spieler mit von der Partie sind, startet das Spiel. Um überhaupt eine Aufgabe lösen zu dürfen, muss man zuerst den Raben fangen. Dieser krächzt in unterschiedlichen Lautstärken vor sich hin und der Spieler am Zug muss schätzen, wie weit er von der Zaubererfigur entfernt ist. Dazu tippt er mit dem Stift auf das entsprechende Feld. War der Rabe dort versteckt, darf eine Aufgabe gelöst werden, andernfalls ist der nächste Spieler an der Reihe.

Alle Aufgaben unterstützen den Leselernprozess von Leseanfängern, z. B.

  • es muss etwas geschrieben werden,
  • Buchstaben müssen zu einem Wort geordnet werden,
  • man muss erkennen, ob gewisse Buchstaben in vorgesagten Wörtern vorkommen oder nicht,
  • Reimwörter müssen gefunden werden,
  • man soll erkennen können, ob Dinge mit den gleichen Lauten anfangen,
  • aus einer Liste müssen zwei bestimmte Personeneigenschaften vorgelesen und dann das passende Personenbild dazu gesucht werden usw.
Das Spiel endet, wenn eine von der Spieleranzahl abhängige Menge an Aufgaben gelöst wurde. Bei mehr als einem Spieler gewinnt natürlich, wer die meisten Aufgaben lösen konnte.

Fazit

Gleich vorab: Wie bei den meisten tiptoi-Spielen begeistert die Kinder auch hier allein schon die Tatsache, dass ein sprechender Stift durchs Spiel führt – diese Faszination muss man allen tiptoi-Spielen ohne Wenn und Aber zusprechen. Die Frage ist jedoch auch bei diesem Spiel, wie lange diese Faszination andauert?

Nun ja, mit diesem Spiel werden die Kinder alleine aus dem Grund schon nicht ewig spielen, weil es sich nur für eine bestimmte Altersgruppe eignet, etwa für 5- bis 8-Jährige. Danach sollten die meisten Kinder das Lesen beherrschen und damit wird auch das Spiel uninteressant. Bis dahin aber bietet es viel Anreiz, den Prozess des Lesenlernens sinnvoll zu unterstützen. Vor allem deshalb, weil dieses Spiel auch wunderbar alleine gespielt werden kann und weil die Kinder davon ebenso gerne Gebrauch machen. Überhaupt funktioniert auch dieses tiptoi-Spiel neben dem Solospiel am besten zu zweit, weil die Wartezeiten, bis man wieder aktiv werden kann, in größeren Besetzungen einfach zu lange sind und dazu führen, dass sich die Kinder bald zu langweilen beginnen.

Positiv zu erwähnen sind zweifellos die drei Schwierigkeitsstufen. Das Spiel eignet sich sowohl für Kinder, die (möglicherweise in der Vorschule oder dem letzten Kindergartenjahr) gerade anfangen, sich mit Buchstaben zu beschäftigen, als auch für Kinder in der ersten Klasse, die gerade das Lesen lernen oder versuchen, ihre Kenntnisse in diesem Schulfach zu verbessern. Auch für Zweitklässler ist das Spiel noch interessant, aber danach sind Kinder höchstens noch für ein bis zwei Probepartien zu begeistern, denn ab dieser Altersgruppe sind die Aufgaben nicht mehr fordernd genug.

Wenn die Kinder mit den Buchstabenplättchen Wörter auslegen sollen, erkennt der Stift bei der anschließenden Kontrolle automatisch, ob die Kinder nur mit Großbuchstaben oder mit großen und kleinen Buchstaben gearbeitet haben. Wurde dann ein Wort orthographisch völlig korrekt gelegt, lobt der Stift dafür extra. Ein solches Extralob macht die älteren Kinder, die schon ein bisschen etwas über Groß- und Kleinschreibung wissen, immer sehr stolz.

Der Rabenflug ist gerade für Neulinge sehr schwer einzuschätzen. Erwischt man jedoch den Raben nicht, darf man auch keine Aufgaben lösen. Dies kann dazu führen, dass manche Kinder eine Weile gar nicht an die Reihe kommen, andere dafür gleich zweimal hintereinander, was als frustrierend empfunden wurde. Ein klein wenig hat der Verlag versucht, dagegen anzugehen, indem er einem Kind, das wesentlich mehr Karten hat als die anderen bzw. zu oft hintereinander am Zug war, den Stift durch einen bestimmten Spruch abzunehmen und einem anderen Spieler zu übergeben, aber das wiederum führte zu Verärgerung bei jenem Spieler, der den Stift ja eigentlich redlich erworben hatte und "als Dank dafür" seiner Aktion beraubt wurde. Hier kam es des Öfteren zu Unmutsbezeugungen.

Im Solospiel muss man den Raben nicht fangen, sondern darf einfach drei Aufgaben lösen. Diese Variante hat mir und auch vielen Testkindern am besten gefallen. Mir vor allem deshalb, weil der Rabenflug mit der Zeit doch sehr nervig ist, zumal immer wieder das gleiche Sprüchlein aufgesagt wird, das Kinder zwar nach einer Weile begeistert auswendig mitsprechen, Erwachsene aber nach der x-ten Wiederholung weniger begeistert.

Am üppigen Spielmaterial (alles aus stabiler Pappe) gibt es nichts auszusetzen. Auch nicht an der Spielregel, die ohnehin kaum gebraucht wird, denn der Stift erklärt die Regeln, so dass die Kinder auch alleine gleich loslegen können.

Insgesamt kommt Magors Lesezauber bei der Zielgruppe sehr gut an und erfüllt ausreichend seinen Zweck, indem es in sehr ansprechender Weise und mit abwechslungsreichen Aufgaben das Erlernen des Lesens unterstützt.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung tiptoi®: Magors Lesezauber: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.09.11 von Sandra Lemberger

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