Rezension/Kritik - Online seit 20.11.2008. Dieser Artikel wurde 5952 mal aufgerufen.

Tomahawk

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Autor: Bruno Cathala
Bruno Faidutti
Illustration: Jean-Mathias Xavier
Verlag: Matagot
Rezension: Monika Harke
Spieler: 2
Jahr: 2006
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4014
Tomahawk

Spielziel

Das Kriegsbeil ist ausgegraben. Zwei Indianerstmme befinden sich auf dem Kriegspfad und kmpfen um die besten Jagdgrnde Nordamerikas. Aber nicht nur Bffel und Karibus lassen die Herzen der Krieger hher schlagen, auch Skalps sind gern gesehene Trophen.

Ablauf

Bevor es los geht, verstrkt jeder Spieler seinen Indianerstamm mit zwei Kriegern, die ber auergewhnliche Fhigkeiten verfgen. Mit dem "Groen Manitou" ist man beispielsweise siegreich, auch wenn man krftemig unterlegen ist; "Neckische Wolke" hingegen verdreht den strksten gegnerischen Kriegern dermaen den Kopf, dass deren Kampfwert auf Null sinkt. Anstelle dieser Verstrkung mssen jedoch zwei andere Stammesmitglieder leider zu Hause bleiben und werden zurck in ihre Tipis geschickt.

Nachdem beide Indianerstmme ihre Kriegsbemalung aufgetragen haben, durchstreifen sie jetzt weite Prrien, dichte Wlder und hohe Gebirge, stets auf der Suche nach Bffeln, Karibus und Adlern. Objekt der Begierde sind immer vier Jagdreviere, um die jeweils mit ein bis drei Kriegern gekmpft wird. Zunchst wird ein Sphtrupp aus acht tapferen Indianern gebildet. Vier von ihnen pirschen sich dann unerkannt an und verteilen sich gleichmig auf die Gebiete. Sobald beide Stmme ihrer Krieger entsandt haben, kommt es zum direkten Krftevergleich. Ist ein Indianer strker als sein Rivale, erhlt er den Skalp des Unterlegenen. Wurde die erforderliche Zahl an Kmpfern in diesem Territorium erreicht, darf der siegreiche Stamm dieses Gebiet und die dort befindlichen Tiere sein Eigen nennen. Sollten mehr Krieger zur Eroberung dieses Gebietes erforderlich sein, verbleiben die Indianer dort, bis der Kampf entschieden ist. Wlder bieten eine kleine Ausnahme. Da sie gute Versteckmglichkeiten bieten, bleiben alle dort versammelten Indianer bis zur Klrung des Konfliktes getarnt. Hilfreich knnen jedoch die Adler in den Bergen sein, denn sobald sich ein Stamm in einer Gebirgslandschaft behauptet, enttarnt er einen Krieger im Waldgebiet.

Die Tomahawks werden solange geschwungen, bis alle Krieger in den Kampf gezogen und die umkmpften Gebiete unter beiden Stmmen aufgeteilt sind. Welcher Stamm schlielich der strkere war und sich die besten Gebiete sichern konnte, zeigt jetzt die Anzahl der Skalps von jenen Indianern, die in die ewigen Jagdgrnde geschickt wurden und die Summe der in den jeweiligen Territorien erbeuteten Tiere. Da alle Streitigkeiten vorerst beigelegt sind, kann zu guter Letzt nun gemtlich die Friedenspfeife geraucht werden, bis ein Huptling erneut auf die Idee kommt, das Kriegsbeil auszugraben.

Fazit

Tomahawk ist nach mehreren gemeinsamen Projekten das erste Zweipersonenspiel des franzsischen Autorenduos. Bruno Faidutti lieferte mit Thema und Siegpunktmechanismus die Vorlage, Bruno Cathala die Erfahrung in diesem Spielesektor. Als Resultat kam ein Kartenspiel heraus, das spielerisch ideal in die Kollektion "Jeux Duo" von Matagot passt.

Charakterisch fr diese Reihe ist unter anderem die gelungene Aufmachung. Das Spiel enthlt 20 Skalp-Plttchen, die mehr als ausreichend sind, 15 Landschafts- und 55 Indianerkarten, aufgeteilt in zwei identische Kartenstze und sieben Sonderkarten. Verpackt ist das Ganze in einer handlichen Faltschachtel, der obendrein noch ein Einsatz spendiert wurde, welcher das Spielmaterial sauber trennt. Das wirkt alles sehr ansprechend. Untersttzt wird dieser positive Eindruck durch die Grafik, die das Indianerthema schn in Szene setzt. Die Landschaftskarten wurden so gestaltet, dass sie in beliebiger Reihenfolge nebeneinander gelegt werden knnen, was ein Panoramabild entstehen lsst. Bei den Indianern erhielt jede Karte ein individuelles Design und selbst an Namen fr die Krieger wude gedacht, dies sogar zweisprachig. Ansonsten ist das Material sprachneutral. Alle wichtigen Informationen auf den Landschaften oder die speziellen Fhigkeiten der Indianer sind durch Piktogramme dargestellt.

Die Spielanleitung, ein doppelseitiges Faltblatt, ist kurz und gut erklrt. Sie liegt dem Spiel je nach Version in englischer oder franzsischer Sprache bei, genauer gesagt sogar in doppelter Ausfhrung. Dies ist kein Irrtum, denn so haben beide Spieler gleichzeitig eine bersicht zur Hand, die alle Piktogramme erklrt, was sich als sehr praktisch erweist.

Das Auge spielt zwar mit, letztendlich kommt es aber auf die inneren Werte an. Der Spielablauf ist dank der einfachen Regeln flott und lsst keine Wartezeiten entstehen. Und so liegt auch die Spieldauer in der Regel bei 15 bis 20 kurzweiligen Minuten. Der zugrunde liegende Spielmechanismus wurde bereits in hnlicher Form bei diversen anderen Spielen genutzt. Er funktioniert, hat sich bewhrt, ist jedoch wenig innovativ. Um dem Spiel nun eine eigene Note zu geben, haben sich die Autoren daher folgende nderungen einfallen lassen. Zum einen gibt es ein doppeltes Auswertungssystem, individuell durch Skalpvergleich und mehrheitlich als Gruppe. Zum anderen knnen Kartenwerte oder gesammelte Siegpunkte durch Spezialcharaktere und Sondersymbole auf den Landschaftskarten modifiziert werden.

Da in Waldgebieten zustzlich mit verdeckten Karten gespielt wird, ist stndig fr berraschungen gesorgt. Der Glcksfaktor ist nicht gerade gering, auch halten sich die Einfluss- und Entscheidungsmglichkeiten der Spieler in Grenzen. Bluff ist das entscheidende Spielelement. Allerdings kann auch Denken nicht schaden, denn wer ber ein gutes Gedchtnis verfgt und sich merken kann, ob die starken Krieger schon ausgespielt wurden, besitzt zumindest bei den offen ausgetragenen Konflikten einen Vorteil, der taktische berlegungen zulsst.

Tomahawk ist ein einfaches Kartenduell, das optisch anspricht, spielerisch jedoch eher dem Bereich Durchschnittskost zugeordnet werden muss. Obwohl es nicht gerade ber eine ausgeprgte Spieltiefe verfgt, ist es trotzdem amsant und sorgt fr kurzweilige Unterhaltung. Auch wenn sich Tomahawk aufgrund der vielen vom Mechanismus her hnlichen Spielen nicht gerade aufdrngt, ist es dennoch eine immer gern gesehene Abwechselung.

Rezension Monika Harke

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Tomahawk: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.10.08 von Monika Harke

Leserbewertungen

Leserwertung Tomahawk: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

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