Rezension/Kritik - Online seit 13.10.2010. Dieser Artikel wurde 3218 mal aufgerufen.

Top oder Flop

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Autor: Martin Schlegel
Illustration: Dennis Lohausen
Verlag: Argentum Verlag
Rezension: Michael Timpe
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 2,6 2,6 H@LL9000
Ranking: Platz 4936
Top oder Flop

Spielziel

Top oder Flop ist ein eher einfaches Kartenspiel, das den Spieler vor ein immer wieder spannendes Dilemma stellt: Die eigenen Handkarten können für zwei unterschiedliche Aktionen genutzt werden, und schweren Herzens muss man sich für eine davon entscheiden. Die richtige Entscheidung, ein rechter Überblick über die Auslagen der Mitspieler und natürlich eine ordentliche Portion Kartenglück bringen den Spielsieg.

Ablauf

Fünf Filmplakate liegen auf dem Tisch, welche die verschiedenen Filme zeigen, deren Wert man durch gezieltes Anlegen zu beeinflussen versucht. Zu Beginn erhält jeder Spieler acht Handkarten, auf denen ein Kartenwert zwischen eins und fünf sowie jeweils zwei Filme abgebildet sind. Jede Karte kann also für zwei verschiedene Filme verwendet werden, und je nachdem, an welche Seite des Films man die Karte anlegt, Top oder Flop, zählt sie plus oder minus zum Filmwert. Alternativ kann man die Karten auch direkt in die eigene Auslage spielen, um seinen Anteil am Film zu erhöhen. Der Nachteil dieser Aktion: Man darf keine Karte nachziehen, so dass man damit langfristig seine Kartenhand reduziert, und damit auch die eigene Auswahl.

Andere Möglichkeit, Karten in die eigene Auslage zu bekommen: An jeden Film können auf beiden Seiten nur je drei Karten liegen. Ist das Limit auf einer Seite erreicht, muss jede weitere Karte höher sein als die gerade niedrigste Karte in dieser Reihe. Die niedrigste Karte wird durch die höhere ersetzt, und der Spieler erhält die so ausgetauschte Karte für die eigene Auslage. Das Problem besteht dann darin, dass man so immer nur kleine Karten in seine Auslage bekommt, nie aber die hohen. Dafür erhöht man den Filmwert, was es auch für die Mitspieler interessanter macht, ebenfalls auf diesen Film zu setzen.

Ein besonderer Kniff im Spiel sind dann die Wechselkarten. Diese erlauben es, Karten von einer Seite des Films auf die andere Seite zu verschieben bzw. auch zwischen passenden Filmen zu tauschen - auf jeder Karte sind ja immer zwei Filme abgebildet. Damit können gewisse Wendungen in den Filmwerten erreicht werden.

Spielende: Liegen an einem Film auf beiden Seiten drei Karten an, wird der Film geschlossen und die Auslage darf nicht mehr verändert werden. So werden nach und nach alle Filme bis zum letzten geschlossen. Bei der abschließenden Endabrechnung ist jeder Film die Summe seiner Top-Karten minus der Flop-Karten wert. Der Spieler mit dem größten Einfluss auf den Film erhält den vollen Filmwert, der Spieler mit dem zweithöchsten Einfluss den halben Wert. Außerdem zählt jede Handkarte zwei Punkte.

Fazit

Bei manchen Spielen frage ich mich, ob diese, außer im Freundeskreis des Autors, überhaupt jemals Probe gespielt wurden. In diese Kategorie gehört Top oder Flop. Das Kartenablegen, Austauschen und in die eigene Auslage verschieben sind ein schöner Mechanismus, der auch zunächst Spaß macht. Doch schon nach der ersten Spielrunde hat man den Eindruck, dass im Spiel ein massives Ungleichgewicht vorherrscht:

Ist ein Film geschlossen, darf man zwar dort nichts mehr anlegen, aber weiter Karten von diesem Film in die eigene Auslage spielen. Das bedeutet, wer gegen Ende des Spiels von den besonders wertvollen Filmen noch ein bis zwei hohe Karten zieht, hat einen, oft sogar Spiel entscheidenden, Vorteil.

Die Wechselkarten, mit denen Karten zwischen den Filmen verschoben werden können, entpuppen sich ebenfalls schnell als strategischer Reinfall. Da mit ihnen immer nur die kleinste Karte von einer Seite verschoben werden darf, ist ihr Wert sehr gering, so dass sie kaum jemals relevante Wirkung haben.

Was aber am gravierendsten negativ auffällt, ist die fehlende Möglichkeit, Handkarten auszutauschen. Wer gegen Ende des Spiels nur noch Karten von geschlossenen Filmen auf der Hand hat, schaut völlig in dir Röhre. Ausspielen geht nicht mehr, in die eigene Auslage spielen bringt keine neuen Karten, damit ist man ausgeschossen. Da die Handkarten bei Spielende auch noch extrem wertvoll sind (zu wertvoll waren wir der Meinung) ist das Ausspielen in die eigene Auslage meist keine Option.

Das Spielmaterial ist für ein Kartenspiel normal gut, die Grafik ist eher „sparsam“. Besonders die Filmplakate mit den riesigen Top-Flop-Schriftzügen sind eher funktional als schön. Das Thema Film ist außer in der Spielbeschreibung nicht existent, die fünf verschiedenen Filme sind ihrer Art nach alle gleich, es spielt inhaltlich keine Rolle, ob man auf coole Cops spielt oder auf rauchende Revolver.

Zusammenfassend bleibt von Top oder Flop damit ein eher enttäuschendes Spielgefühl. Der anfängliche Spielspaß, den es durchaus gibt, wird schnell durch die gravierenden Regelmängel erstickt. Der Mechanismus ist schön, wurde aber nicht ausreichend zu Ende entwickelt. Mit einigen Hausregeln kann man dem Spiel zwar deutlich auf die Sprünge helfen, aber zur Aufnahme in den Spieleschrank reicht es damit zumindest bei mir leider nicht. Schade, denn mit etwas mehr redaktioneller Bearbeitung hätte das Spiel sicher gutes Potential gehabt.

Rezension Michael Timpe

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Top oder Flop: 2,6 2,6, 5 Bewertung(en)

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