Rezension/Kritik - Online seit 13.03.2025. Dieser Artikel wurde 955 mal aufgerufen.
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Aufgrund einiger Vulkanausbrüche auf den Inseln von Tucana sind die Tiere in alle Richtungen geflüchtet und nun auf der Insel verstreut. Die Menschen von Tucana brauchen eure Hilfe. In Tucana Builders legt ihr nun ein Netzwerk an, um die Tiere wieder sicher in ihre Dörfer zu bringen. Wer die meisten Tiere zurückbringt, gewinnt.
Alle erhalten ein Spieltableau, auf dem sich Sechsecke mit verschiedenen Geländen (Dschungel, Sand, Lava, Stein) befinden. Nach Auslosung werden je 2 gelbe, rote und blaue Hütten auf die vorgesehenen Hüttenplätze gesetzt sowie die Startplättchen verteilt. 12 Geländekarten werden verdeckt gemischt, ebenso verdeckt werden die sechseckigen Wegeplättchen gemischt und bereit gelegt. Ein Spiel verläuft über zwei Runden. Jede Runde besteht aus 12 Zügen. Am Ende jeder Runde gibt es eine Wertung. Du erhältst für jede Hütte so viele Punkte, wie Tiere in gleicher Farbe und Tukane damit verbunden sind. Jeder Zug läuft folgendermaßen ab:
Eine Geländekarte wird aufgedeckt, dann ziehen alle gleichzeitig ein Wegeplättchen und legen es auf ein freies Feld des eigenen Spielertableaus, das mit dem Gelände auf der aktuellen Geländekarte überein stimmt. Das Plättchen darf dabei gedreht werden. Es muss nicht angrenzend an Hütten oder andere Plättchen gelegt werden. Wege von angrenzenden Plättchen müssen nicht weitergeführt werden, aber das wäre empfehlenswert.
Pro Runde kannst du je einmal eine Jokerkarte einsetzen, dadurch darfst du das aktuelle Wegeplättchen auf ein freies Geländefeld deiner Wahl legen, ohne auf die Vorgabe der aufgedeckten Geländekarte zu achten.
Nachdem ihr die ersten 12 Geländekarten gespielt habt, endet die 1. Runde und es kommt zur 1. Wertung. Dabei werden die gelben, roten und blauen Hütten separat gewertet und eure Wertungsmarker entsprechend auf das Wertungstableau gesetzt. Anschließend werden die Geländekarten gemischt und die 2. Runde verläuft so wie Runde 1. Am Ende werden erneut alle eure Hütten wie bereits beschrieben gewertet und die Punkte zu den bereits vorhanden hinzu addiert. Zur Schlusswertung steht ein Wertungsblock zur Verfügung, auf dem ihr die erreichten Punkte für die Hütten eintragt, der niedrigste Wert, den ihr erreicht habt, wird dabei verdoppelt. Wer insgesamt die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie.
Habt ihr Tucana Builders schon öfter gespielt, bringen sechs Bonuskarten eine weitere Herausforderung. Zwei der sechs Karten werden zufällig aufgedeckt. Sie zeigen Bedingungen, die erfüllt werden müssen, wie beispielsweise alle Startkarten oder die Hütten C und F zu verbinden. Die erste Person, die die Bedingung erfüllt, erhält den abgebildeten höheren Punktewert, alle Personen, die die Bedingung zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen, erhalten den abgebildeten niedrigeren Wert. Tucana Builders kann ebenso in einer Solovariante gespielt werden.
Tucana Builders ist ein solitäres Legespiel. Das Spielmaterial ist wertig, die Tableaus sind sehr stabil, ebenso wie die Wegeplättchen. Als zusätzliche Info ist auf den Tableaus noch aufgedruckt, wie viele Wegeplättchen es von einer Sorte gibt. Das kann nützlich zu wissen sein, falls du die ganze Zeit hoffst, eine Kreuzung aufzudecken und dann anhand der bereits auf den Tableau liegenden Plättchen siehst, dass gar keine mehr kommen können. Die vorhandene Wertungstafel irritiert etwas, da die Zählung in der ersten Zeilen von links nach rechts, in der zweiten Zeile aber von rechts nach links läuft. Positiv hervorzuheben ist die Spielschachtel, in der alle Wegeplättchen und das andere Material ordentlich verstaut werden können, ohne dass etwas durcheinanderfällt.
Die Spielregel ist sehr kleinschrittig, aber gut erklärt, so dass alles schnell erklärt werden kann. Durch die vorhandenen Beispiele bleiben keine Fragen offen.
Es gibt auch die Möglichkeit des Solospiels, allerdings finde ich die Wertung hierbei äußerst unpassend und abstoßend. Es gibt eine Tabelle, in der du ablesen kannst, was man in Tucan über dich sagt, wenn du eine bestimmte Punktzahl erreichst. Sprüche wie "Wir würden dich im nächsten Vulkan versenken, aber damit werden wir den widerlichen Geruch auch nicht los."; oder "Affenscheiße hat dank dir einen neuen Namen." finde ich einfach widerlich und nicht lustig. Solche Respektlosigkeiten gehören sich meiner Meinung nach nicht, die haben in einem Spiel nichts zu suchen, vor allem nicht in einem Familienspiel, das mit Kindern ab 8 Jahren gespielt werden kann. Ich habe sowohl beim norwegischen Verlag und auch bei Pegasus mal nachgefragt und erhielt die Antwort, dass sie versucht haben sich humorvolle Beleidigungen sich auszudenken. Pegasus hat das Ganze "lediglich" übersetzt. Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.
Das Setting des Spiels, auch wenn es natürlich fiktiv ist, wirft auch ein paar Fragen auf: wieso werden Wildtiere, wie Puma, Schlange, Affe oder Tukane nach einem Vulkanausbruch zurück in Menschendörfer gebracht? Leben die nicht in freier Wildbahn, wo ihnen Wege ziemlich schnuppe sind? Was machen die Tiere in Menschendörfern?
Tucana Builders steht und fällt mit dem Glück, das du beim Ziehen der Wegeplättchen hast. Ziehst du die ganze Zeit nur Wegeplättchen mit blauen und gelben Tieren, kannst du bei den roten Hütten so gut wie keine Punkte machen, es sei denn es gelingt dir, Tukane mit einer roten Hütte zu verbinden. Erhältst du keine Kreuzungen oder Kreisverkehre, dann kannst du deine Wegeplättchen auch nicht sinnvoll verbinden. Es kommt darauf an, dass du die richtige Mischung an Wegeplättchen ziehst, und das ist reine Glückssache.
Interaktion findet während des Spiels so gut wie gar nicht statt. Sie beschränkt sich beispielhaft darauf zu kontrollieren, ob die anderen die Plättchen richtig legen. Ganz oft passiert es, dass du eine passende Stelle suchst, dich dabei darauf konzentrierst, Wege sinnvoll zu verknüpfen und schwups, passt du nicht mehr auf den entsprechenden Untergrund auf. Eventuelle Interaktion kommt dann noch beim Zählen der Punkte auf, da diese zum Teil sehr mühselig ist und zur Verwirrung führen kann. Nichtsdestotrotz kann Tucana Builders gut als Familienspiel gespielt werden, die Altersangabe ab 8 ist auch passend (ausgenommen das Solospiel). Schön ist auch, dass es auch zu fünft gespielt werden kann. Wenn dann einige allerdings zu sehr grübeln, zieht es sich auch schon mal in die Länge.
Rezension Renate Gerling-Halbach
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Tucana Builders:
3,5, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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10.11.24 von Renate Gerling-Halbach - Ganz nettes Familienspiel mit sehr hohem Glücksfaktor. Allerdings ein sehr solitäres Spiel ohne Interaktion. Die beschränkt sich darauf zu achten, dass alle die richtigen Felder abdecken und die Punkte richtig zusammenzählen. Trotzdem ab und zu ganz nett, insbesondere für Gelegenheitsspieler*innen. Allerdings ist die Wertung beim Solomodus einfach nur respektlos und widerlich. So etwas gehört nicht in ein Spiel, vor allem nicht in ein Familienspiel mit dem auch Grundschulkinder angesprochen werden. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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23.06.24 von Michael Kahrmann |
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