Rezension/Kritik - Online seit 01.03.2020. Dieser Artikel wurde 3402 mal aufgerufen.

Valparaíso

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Autor: Louis Malz
Stefan Malz
Verlag: dlp games
Rezension: Volker Sitzler
Spieler: 2 - 5
Dauer: 45 - 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 3282
Valparaíso

Spielerei-Rezension

Im Jahr 1536 entdeckt der Spanier Juan de Saavedra die Bucht an der chilenischen Pazifikküste und acht Jahre später wurde dort die Stadt Valparaiso gegründet. Aber erst im Jahr 1811 wurde vom chilenischen Kongress der Hafen „dem freien Handel mit fremden Mächten, Freunden und Verbündeten Spaniens, wie auch den neutralen Mächten“ geöffnet. Dies beschleunigte natürlich die wirtschaftliche Entwicklung ungemein.

Hier setzt nun das Spiel Valparaiso von den beiden Autoren Louis und Stefan Malz an. Zwei bis fünf Spieler wollen die Entwicklung vorantreiben und schicken Händler ins Hinterland, um dort Silber, Kupfer und Weizen zu beschaffen. Diese werden nicht nur in der Stadt selbst gehandelt, sondern mit Schiffen auch nach Übersee geschafft. Der von Michael Menzel wieder liebevoll gestaltete Spielplan zeigt so auch die Bucht mit der Stadt, sowie das Hinterland mit verschlungenen Wegen und zwei Flüssen. Genau genommen sind es sogar zwei Spielpläne, denn die eine Seite zeigt den Plan für zwei und drei Spieler, die andere die für vier und fünf Spieler. Entlang der Wege befinden sich Zoll,- und Handelsstationen. Zu Spielbeginn hat jeder einen identischen Kartensatz aus acht Karten. In der Bucht dümpelt ein leeres Schiff von jedem vor sich hin und in Valparaiso wartet ein Händler auf seinen Einsatz. Einen weiteren Händler darf jeder Spieler bereits auf ein Dorf seiner Wahl stellen. Vier Häuser hat jeder zum Bauen zur Verfügung, die wahlweise als Zollstation, Handelskontor oder Wohnhaus gebaut werden dürfen. Neben zwei weiteren Händlern, die aber erst noch eingestellt werden müssen, verfügt jeder noch über ein Warenhaus, bereits bestückt mit drei Waren.

Der erste Schritt eines Spielzuges besteht immer darin, dass die nachfolgenden Aktionen geplant werden. Dies geschieht mit Hilfe des Kartensatzes, den jeder hat. Diese werden so an das eigene Tableau angelegt, wie sie im zweiten Schritt auch benutzt werden müssen. Hierbei ist es schon wichtig, die Reihenfolge der Karten optimal zu planen, denn sie sollten auch in der gelegten Reihenfolge ausgeführt werden. Es gibt zwar auch ein Hintertürchen, dass die Reihenfolge geändert wird, aber dies ist mit Kosten verbunden, je nachdem an welcher Position die Karte liegt, die vorgezogen werden soll. Am Anfang sind dies zunächst vier Felder, ab dem Moment, in der das zweite Gebäude errichtet wurde, steht ein weiteres Feld zur Verfügung. Daneben gibt es noch das sog. Bürgermeisterfeld, an dem auch eine Karte abgelegt werden darf. Allerdings ist dies ebenfalls mit Kosten verbunden. Allerdings gibt es auch einen großen Vorteil durch dieses Feld, denn es ist an keine Reihenfolge gebunden und die dort abgelegte Karte kann jederzeit zum Einsatz gebracht werden. Wird die Karte gar nicht genutzt, bleibt sie so lange liegen, bis sie aktiviert wird. Über diese Karten wird auch das ganze Spiel gesteuert, sodass es nun an der Zeit wäre, die Karten einmal näher zu erläutern. Man kann einen Händler einstellen. Dies verursacht Kosten von je einer Ware.

Dieser kann (zunächst) nur auf den Wegen vorangebracht werden. Bis zu drei Schritte kann er bewegt werden, allerdings ist nur der erste kostenlos. Der zweite Schritt kostet einen Peso, der dritte sogar vier Pesos. Es dürfen alle Händler, die im Spiel sind, mit einer Karte bewegt werden, sollten allerdings Kosten anfallen, müssen diese auch für jeden Händler aufgebracht werden. Befindet sich ein Händler an einem Ort, darf dort ein Haus gebaut werden, allerdings muss sich auch ein leeres Baufeld dort befinden. Dies verursacht Kosten in Höhe von zehn Pesos. Wie schon oben erwähnt, gibt es drei verschiedene Arten von Häusern. Als Zollstation errichtet, bieten sich gleich zwei Vorteile. Der Schritt dorthin wird für diesen Spieler nicht mehr gezählt, was die Reichweite erhöht und fremde Händler müssen beim Passieren einen Obolus von zwei Pesos an den Besitzer der Station entrichten. Baut man sein Haus in einem Dorf mit Markt als Kontor, zählt dieses beim Handel wie ein eigener Händler und wenn man das Haus als Wohnhaus in Valparaiso baut, gibt es dort am Ende der Runde einen Ertrag in Form von Geld, Waren oder Siegpunkten. Außerdem gibt es dort noch einen Bonus für die Spieler, die in Valparaiso die meisten oder zweitmeisten Häuser besitzen. Allerdings ist der Bau eines Hauses noch an eine Bedingung geknüpft. Nur wo ein eigener Händler steht darf gebaut werden, wobei wir wieder bei der richtigen Planung der Aktionen wären.

Für Überseehandel benötigt man bis zu drei Karten: Als erstes müssen die Waren vom Lagerhaus auf das Schiff geladen werden. Mit der zweiten Karte darf man dann das Schiff bewegen und mit der dritten werden die Waren nach Übersee geliefert. Hierzu stehen immer drei Felder bereit, auf jedem wird eine andere Kombination aus Waren benötigt. Als Ertrag dieses Handels bekommt man neue Karten auf die Hand. Diese sind nicht nur stärker als die acht Anfangskarten, sie bringen bei Spielende auch bis zu drei Siegpunkte. So kann zum Beispiel die Aktion Händler bewegen billiger ausgeführt werden oder sie können auch entlang eines Flusses kostenlos bewegt werden. Waren und oder Geld können gegen Siegpunkte eingetauscht werden und so weiter.

Bei den Basiskarten fehlen jetzt noch der Warenverkauf und der Handel. Bei esterer Aktion wird eine beliebige Ware für zehn Pesos verkauft. Der Handel ist ein wesentlicher Teil des Spiels. Hier wurde ein rotierendes System zur Anwendung gebracht. Dies bedeutet, dass sich die Handelsvoraussetzungen nach jedem Handel ändern. Dies geschieht auf folgende Weise: Zu Spielbeginn werden die Marktplättchen gemischt und immer fünf Stück davon auf einen Markt gelegt. Dies geschieht offen, sodass man erkennen kann, was nach dem aktuellen Plättchen auftaucht. Wird jetzt gehandelt, kommt das entsprechende Plättchen in die Reserve und das unterste Plättchen der Reserve rückt an die oberste Stelle des gerade bedienten Marktes. So ändern sich laufend die Handelsmöglichkeiten. Hierbei gibt es natürlich gute und bessere Optionen, sodass unter Umständen ein Wettlauf zu dem Markt beginnt, in dem gerade ein lukratives Plättchen bereitliegt. Im umgekehrten Fall kann es natürlich auch vorkommen, dass man erst einen Handel abwarten will, damit eine andere, bessere, Option gezogen werden kann. Hier gilt es abzuschätzen, welcher Mitspieler wann an der Reihe ist und wie eventuell seine Pläne aussehen. Dieses Handelsplättchen wäre zum Beispiel am Feld des Bürgermeisters gut aufgehoben. Wir erinnern uns: Die Karte dort ist nicht an eine bestimmte Reihenfolge gebunden.

Eine Runde dauert so lange, bis alle Spieler ihre Karten mehr oder minder sinnvoll eingesetzt haben. Wenn jetzt eine Karte kommt, die so gar nicht in den Plan passt und vielleicht auch noch das Geld zu knapp ist, um eine andere Karte vorzuziehen, bleibt immer noch die Möglichkeit, die zweite Option einer Aktionskarte zu nutzen. Dies ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn man bekommt nur Waren oder etwas Geld, aber immer noch besser als nichts. Eine Partie Valparaiso endet, sobald ein Spieler achtzehn Punkte auf der Wertungsleiste erreicht hat. Dann wird die Runde noch zu Ende gespielt und die Schlussabrechnung steht an, wo noch so manche Überraschung eintreten kann. Dazu werden zunächst alle noch im eigenen Besitz befindlichen Waren für drei Pesos verkauft und dann gibt es pro zwanzig Pesos einen Punkt. Viel gravierender können aber die Siegpunkte der neu erworbenen Karten sein, da kann noch ganz schön etwas zusammen kommen.

Valparaiso ist ein Spiel mit schnellem Ablauf, und wenn Grübler am Tisch sitzen kann denen mit Hilfe einer Sanduhr etwas auf die Beine geholfen werden. Dadurch, dass die eigenen Züge oft verbaut werden können, ist es nötig zu improvisieren und die Taktik an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Rezension Volker Sitzler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Valparaíso: 4,0 4,0, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.10.19 von Volker Sitzler
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.11.18 von Jürgen Henrich
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.12.18 von Michael Kahrmann
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.12.18 von Michael Andersch - [01.11.2018]Optisch schön, kurze schnelle Züge, viele kleine Entscheidungen und ein spannender Spielverlauf: Gefällt mir richtig gut! [Update 28.12.2018] Nach mittlerweile einigen Partien lässt der Wiederspielreiz doch arg nach. Daher Abwertung von 5 auf 4 Punkte
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.03.20 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

Leserwertung Valparaíso: 4,3 4.3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.11.18 von Carlo - Sehr gut kozipiertes und austariertes Spiel mit vielen Entscheidungsmöglichkeiten. Wir spielten es zu viert und es hat allen super gefallen. Am liebsten hätten wir gleich noch eine Partie angeschlossen, wenn es nicht schon so spät Nachts gewesen wäre. Für mich ein Essenhighlight.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 25.11.18 von Cosi - Tolles Spiel für Planer!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.06.19 von Thommy

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