Rezension/Kritik - Online seit 11.08.2010. Dieser Artikel wurde 4285 mal aufgerufen.

Vampire der Nacht

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Autor: Kirsten Becker
Jens-Peter Schliemann
Illustration: Rolf Vogt
Verlag: Drei Magier Spiele
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 15 - 25 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1751
Vampire der Nacht
Auszeichnungen:2010, Graf Ludo Beste Kinderspielgrafik Gewinner2010, Spiel des Jahres Kinderspiel Nominierung

Spielziel

Während Kinder nicht schlafen können, weil Monster hinter dem Schrank oder unter dem Bett lauern könnten, verhindert bei kleinen Vampiren der aufdringliche Geruch von Knoblauch den wohlverdienten Schlummer. Deshalb leert der fiese Vampirjäger Knobelzobel einen Sack Knoblauch über der Burgruine aus, so dass sich der Wächtervampir Leo Langzahn und seine Fledermaus an das Entfernen des Knoblauchs machen müssen, damit dieser nicht durch das morsche Gebälk der Ruine in die Schlafkammern der kleinen Vampire fällt.

Ablauf

Zum Spielen wird im Schachteleinsatz das Burggemäuer aufgebaut und die 24 Knoblauch-Chips in drei verschiedenen Größen und Wertigkeiten auf die entsprechenden Markierungen verteilt. Der Vampir sitzt auf dem großen Loch in der Burgmitte. Wer an der Reihe ist, versucht mit dem Fledermausstab den Vampir zu bewegen. Beide Teile enthalten Magnete, die einander abstoßen, so dass die Fledermaus den Vampir über den Plan schiebt, wenn sie in seine Nähe kommt.

Der Vampir sollte es dabei schaffen, eine Knoblauchscheibe über den Spielfeldrand von der Ruine zu schubsen, um mit dem darauf abgebildeten Knoblauch entsprechend der Anzahl zu punkten. Um an den Spielfeldrand zu kommen, muss er die Knolle jedoch an zahlreichen (ebenfalls unterschiedlich großen Löchern) vorbei lenken. Sein Zug ist beendet, wenn er eine Knoblauchknolle über den Spielfeldrand schieben konnte. Der nächste Spieler kommt aber auch dann an die Reihe, wenn entweder der Vampir vom Spielfeld geschoben wird oder der Knoblauch in ein Loch fällt. Das Spiel endet, wenn kein Knoblauch mehr auf dem Spielfeld liegt. Wer die meisten Knollen sammeln konnte, hat gewonnen.

Fazit

Kurz und knackig sind die Spielregeln, jedes Kind versteht sie sofort. Der Spielaufbau dauert etwas länger – zuerst muss die Burg zusammengesteckt werden. Zudem erfordert das Platzieren der kleinen Knoblauchplättchen etwas Zeit und trainiert bei ungeschickten Kinderhänden gleichzeitig die Feinmotorik. Ist der Aufbau fertig, wird man jedoch mit dem Anblick einer sehr stimmungsvoll gestalteten Burgruine belohnt.

Zwei Besonderheiten zeichnen dieses Spiel aus. Zum einen ist es das mögliche Spielen im Dunkeln. Dafür muss vor dem Spiel das ganze Spielmaterial unter einer Lampe aufgeladen werden. Nachteilig wirkt sich beim Spiel im Dunkeln aus, dass zwar der Vampir und die Knoblauchknollen leuchten, nicht jedoch die Löcher im Burgboden. Das Schieben der Chips wird somit zu einem reinen Glücksspiel, zumindest in etwa zwei Drittel der Spielzeit. Danach sind meistens so viele Knoblauchknollen in den Burgkeller gefallen, dass sie von unten durch die Löcher schimmern und man diese somit sehen kann. Wurde beim Spielen allerdings getrödelt, kann es vorkommen, dass die Leuchtkraft des Materials bis dahin ein wenig nachgelassen hat, so dass man dann wieder nichts sieht. Wer letztendlich gewinnt, bestimmt bei dieser Variante fast ausschließlich das Glück.

Ganz neu ist das Spielen im Dunkeln zwar mittlerweile nicht mehr, nichtsdestotrotz fasziniert es die Kinder immer wieder, so auch hier. Und während sich die mitspielenden Erwachsenen meistens über den mangelnden Einfluss auf das Spielgeschehen beklagen, stört dieser Umstand die Kinder eher nicht.

Die zweite Besonderheit liegt im abstoßenden Magnetismus. Während in den letzten Jahren der Kinderspielsektor von Spielen, die nach dem Prinzip von sich anziehenden Magneten funktionierten, nahezu überflutet wurde, wurde diesem umgekehrten Vorgang keine Beachtung geschenkt. Umso mehr Spaß macht es, Teile mal vor sich herzuschieben anstatt sie anzuziehen. Was recht einfach klingt, erfordert aber einiges an Übung. Die Bewegungen des Vampirs verlaufen anfangs etwas ruckartig und ungesteuert, was natürlich zur Folge hat, dass die Knoblauch-Chips recht häufig da landen, wo man sich eigentlich nicht haben möchte, nämlich im Burgkeller.

Mit ein wenig Übung bekommen die Kinder die Sache aber meistens gut in den Griff, wobei das Spiel dann trotzdem nicht langweilig wird, denn der Burgboden ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse und geschicktes Navigieren ist auch dann noch gefragt, wenn man sich schon zu den fortgeschrittenen Vampirlotsen zählen darf. Das Spiel bei Tageslicht bietet jedenfalls den Reiz, dass man sieht, was man tut, womit man dem Glück nicht mehr so hilflos ausgeliefert ist wie beim Spielen im Dunkeln.

Vampire der Nacht funktioniert in allen Besetzungen. Gerade bei ungeübten Spielern kann ein Zug jedoch ziemlich lange dauern, so dass sich Partien mit Anfängern hinziehen können. Zu viert kann da schon mal Langeweile aufkommen, ehe man selbst wieder an der Reihe ist. Deshalb eignen sich für Anfängerrunden eher 2er- oder 3er-Partien.

Insgesamt liegt mit Vampire der Nacht ein Spiel vor, das Kinder und Eltern zu begeistern vermag – wenn Letztere auch eher am Spiel im Hellen Gefallen finden. Wer für die kommenden langen Herbst- und Winternächte (die Tage werden ja schon wieder kürzer!) also etwas Besonderes für den Familienspieltisch sucht, könnte mit diesem Vampirspiel bei seinen Kindern Erfolg haben!

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Vampire der Nacht: 5,0 5,0, 2 Bewertung(en)

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