Rezension/Kritik - Online seit 23.03.2011. Dieser Artikel wurde 2464 mal aufgerufen.

Fauna junior

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Autor: Friedemann Friese
Illustration: Alexander Jung
Volker Maas
Verlag: HUCH! & friends
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 - 30 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 1263
Fauna junior

Spielziel

Wer weiß, ob Krokodile Eier legen oder nicht? Frisst der kleine Schimpanse nur Pflanzen oder mag er auch etwas anderes? Und wie schwer ist eigentlich ein Pandabär? Schwerer als ein Mann? Oder gar schwerer als ein Motorrad? Diese und ähnliche Fragen zu den verschiedensten Tierarten wollen in diesem Spiel beantwortet werden.

Ablauf

Alle Spieler sehen sich die vorderste Tierkarte, die nur den Namen und eine Abbildung des Tieres zeigt, an. Weitere Daten zum Tier, die auf der unteren Kartenhälfte nachzulesen sind, werden vorerst von der Kartenbox verdeckt. Jeder Spieler besitzt vier Schätzscheiben. Diese müssen im Laufe einer Runde alle gesetzt werden, und zwar jede auf eine der folgenden Kategorien:

  • Wo lebt das Tier?
  • Wie schwer ist es?
  • Schlüpfen seine Babys aus Eiern oder nicht?
  • Frisst das Tier ausschließlich Pflanzen?

Sobald alle Spieler ihre Schätzscheiben reihum eingesetzt haben, erfolgt die Auswertung. Dazu wird die Karte aus der Box gezogen und sämtliche Angaben zum Tier nachgelesen. Für jeden richtig gesetzten Stein erhält man einen Punkt. War man zudem der Erste, der seinen Stein in der entsprechenden Kategorie platziert hat, bekommt man sogar zwei Punkte.

Sobald ein Zählmarker am Rundenende 30 Punkte erreicht hat, gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Fazit

Der Karton enthält leider viel Luft – das Material hätte auch in eine Schachtel gepasst, die nur halb so groß ist. Hier hätte wenigstens noch ein Heft hinein gepasst mit weiteren Informationen zu den im Spiel vorkommenden Tierarten. Ansonsten gibt es am Spielmaterial nichts auszusetzen. Im Gegenteil, denn hier muss sehr löblich hervorgehoben werden, dass Kinder dieses Quizspiel tatsächlich ohne Erwachsene spielen können. Dazu müssten sie - sieht man von den Tiernamen ab - noch nicht einmal lesen können. Sogar 5-Jährige können so schon ganz gut mitmischen, sofern ihr Tierwissen ein wenig über das Altersübliche hinausgeht. Auf den Tierkarten wurden nämlich zur Auswertung genau jene Bilder verwendet, die man auch in den einzelnen Kategorien beim Einsetzen seiner Schätzsteine sehen kann, z. B. ein Nest mit Eiern, wenn das Tier Eier legt, usw.

Besonders gelungen finde ich hier die Art und Weise, wie die Gewichtsschätzung kindgerecht umgesetzt wurde. Hier wird nicht mit Zahlengrößen hantiert, sondern mit für Kinder reellen Größen. Gefragt wird zum Beispiel, ob das Tier gewichtsmäßig zwischen einem Wattestäbchen und einem Glas Saft anzusiedeln ist, um die leichteste Stufe zu nennen, oder etwa zwischen einem Motorrad und einem großen Truck, was für die schwerste Stufe steht. Die Gewichtsskala besteht aus sechs Abstufungen, welche allesamt mit für Kindern gut nachzuvollziehenden Gegenständen aus ihrem Alltag dargestellt werden.

Auch die sechs Lebensraumkategorien wurden im Großen und Ganzen gut gewählt. Lediglich beim Bild "Stadt und Bauernhof" sowie "Offene Lebensräume wie Grasland, Felder ..." haben die Kinder manchmal Schwierigkeiten, weil sie "Felder" eher einem Bauernhof zuordnen als einem offenen Lebensraum.

Probleme bereiten allerdings die Abbildungen der Kategorie "Ernährung". Hier sieht man einen Salat und einen durchgestrichenen Salat. Während die meisten Kinder das intuitiv als Vegetarier und Nichtvegetarier einstufen, meint die Spielregel damit eigentlich: Wer frisst Pflanzen und wer nicht? Diese Frage ist für die Kinder wesentlich schwieriger zu beantworten, weil wenn ein Tier Pflanzen frisst, schließt das nicht aus, dass es gleichzeitig auch Fleisch fressen darf.

Abschauen von den anderen, sofern diese mit ihren Antworten überhaupt richtig liegen, bringt nur bedingt etwas, denn sofern man nicht als Erster seinen Schätzstein auf eine bestimmte Kategorie setzt, bekommt man immer weniger Punkte als der Erste. Im Grunde ist das erstmalige Besetzen einer Kategorie durch den eigenen Schätzstein auch die einzige taktische Möglichkeit, welche das Spiel bietet.

Was die Spieldauer betrifft, ist eine Veränderung der erforderlichen Siegpunktzahl bei jüngeren Kindern meistens erforderlich, denn 30 Minuten Spielzeit ist ihnen manchmal noch etwas zu lang.

Kinder mögen dieses Spiel sehr. Die Beschäftigung mit Tieren interessiert Jungen und Mädchen gleichermaßen, der Spielablauf ist denkbar einfach und 180 Tierarten sind ausreichend, um das Spiel lange Zeit zu spielen, ohne dass es zu Tierwiederholungen kommt. Wenn dann nach unzähligen Spielen wieder die gleichen Karten auftauchen, hat man vieles auch schon vergessen – alles kann man sich schließlich auch beim besten Lernspiel nicht merken. Auch Erwachsene spielen gerne mit und liegen mit ihren Antworten nicht unbedingt immer richtig. Zwar wurde die Tierauswahl relativ einfach gehalten und ist nicht zu exotisch ausgefallen, aber hinsichtlich Gewicht und Lebensraum täuschen sich nicht nur die Kinder allzu oft.

Fauna Junior ist also kein Abklatsch seines großen Bruders. Das Konzept wurde erfolgreich für Kinder umgesetzt, denn es spielt sich vor allem wegen der Nichtabfrage von Geografiekenntnissen einfacher und Fehler werden außerdem nicht bestraft. So nimmt Fauna Junior ebenso wie Fauna im Bereich der Quizspiele zum Thema Tiere speziell für Kinder einen Platz an vorderster Stelle ein.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

1 H@LL9000-Bewertung.

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.11 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

1 Leserbewertung

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.03.11 von Matty - Der große Bruder wurde liebevoll für Jüngere umgesetzt, macht aber auch uns Erwachsenen Spaß. Zwar sind Spieler mit Tierwissen natürlich auch hier im Vorteil, der Frustfaktor für Neu-Grzimeks hält sich jedoch im Rahmen.

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