Rezension/Kritik - Online seit 03.05.2004. Dieser Artikel wurde 4870 mal aufgerufen.

Pendoka

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Autor: Ingo-Rainer Voelskow
Verlag: Pendoka 3D-Spiele
Rezension: Peter Nos
Spieler: 1 - 5
Dauer: 5 - 90 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2002
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
2,0 2,0 Leser
Ranking: Platz 4842
Pendoka

Spielziel

Aus Holzkugeln und Stäbchen entstehen dreidimensionale Strukturen. Verschiedene Spielideen laden zum Erforschen von dodekaederähnlichen Gittern ein.

Ablauf

Pendoka besteht aus Holzkugeln, die mit kleinen Kunststoffstäbchen verbunden werden können. Da alle Kugeln jeweils vier gleichmäßig angeordneten Bohrungen enthalten, entstehen dadurch Fünfecke und geknickte Sechsecke. Aus diesen beiden Grundmustern lassen sich Dodekaeder (12-seitiger "Würfel") und Diamantgitter erzeugen. Da die Kunststoffstäbchen sich etwas verbiegen lassen und sich der Abstand der Kugeln leicht variieren läßt, können auch komplexere, aus Dodekaedern bestehende Gitter konstruiert werden.

Die Anleitung zu Pendoka enthält einige Ideen für Spiele und Puzzles rund um dieses Stecksystem. Zum Beispiel sollen die Spieler durch taktisches Stecken möglichst schnell alle ihre Stäbe und Kugeln ihrer Farbe verbauen ("Masters of Pendoka"). Bei "Zauberball" zerlegen erst alle Spieler ein Dodekaeder in ein Netz und präsentieren es ihren Mitspielern, die es wieder zusammendrehen und -stecken sollen. In weiteren Varianten gilt es, eine Kugel des Gegners einzubauen ("Your turn") oder vier Kugeln in eine Linie zu bringen ("Diamantvierer").

Fazit

"Oh toll: Stäbe und gelöchterte Kugeln, da will ich doch gleich mal Ikosaeder und Tetraeder basteln" war mein erster Gedanke, als ich Pendoka sah. Einige Steckversuche später folgte die Ernüchterung. Tetraeder? - Oktaeder? - Ikosaeder? - Pustekuchen! Die vier Bohrungen erlauben nur Fünfecke.

Nun gut, also steckt man erst mal einen Dodekaeder zusammen. Und, weil es so lustig ist, fügt man an jede seiner Seiten noch einen weiteren hinzu. Da bald das Material auszugehen droht, werden die inneren Kugeln wieder entfernt und es entstehen immer größere Bälle. "Das geht doch gar nicht" ruft da das mathematische Gewissen und auch die Anleitung klärt uns knapp über den Pentagonwinkel von 108° auf, der keine Raumfüllung zulässt. Doch ist gerade dies die Faszination, die von Pendoka ausgeht. Beim Basteln merkt man, wie weit die Geometrie gebogen und verzerrt werden kann, wie irgendwann die Verbindungen krumm und schief werden und schließlich aufreißen. So weit - so lehrreich.

Alle, die platonische Körper und Kristall- oder Molekülstrukturen schon immer öde fanden, werden leider auch dieser Faszination nicht erliegen und sich langweilen oder ärgern. Denn die mitgelieferten Spielideen für Pendoka vermögen nicht zu begeistern. Abwechselnd steckt jeder vor sich hin, und wer die meisten Fehler macht, verliert. Da kann auch kein "Romeo und Julia" ab 18 Jahren (vermeintlich lustig: "...verbinde den Romeostab mit der Juliakugel, ..." - na ja) die Mitspieler zu weiteren Versuchen animieren. Ein wenig bastelten und experimentierten einige Mitspieler nach dem Spiel gerne weiter.

Ob hingegen, wie in der Anleitung angepriesen, auch schon Vierjährige mitspielen können, oder ob sie nicht lieber ein Holzkugelwettessen veranstalten, kann ich nicht beurteilen. Spaß am Stecken werden sie keinen haben, denn die Löcher in den Kugeln sind leider nicht präzise gebohrt. Bei einigen Kugel sind die Löcher lackiert, bei anderen nicht. Dies hat zur Folge daß sich einige Verbindungen nur mit roher Gewalt stecken lassen, die Vierjährigen nicht zuzumuten ist. Der Hersteller schlägt zwar vor, die Stäbe in solchen Löchern einige Zeit zwecks Materialanpassung halbeingesteckt zu belassen. Nur, im Eifer des Gefechts mag man keine halbe Stunde Pause machen, und einige Verbindungen wollen nicht mal ansatzweise halten. Am ärgerlichsten sind jedoch die etwas zu weit geratenen Löcher, aus denen die Stäbchen wieder herausfallen.

So ist Pendoka leider nur eine interessante Spielerei. Dies ist schade, denn bei einer besseren Verabeitung und mit schönerem Material könnten sowohl Kreativität als auch der Übergang vom regelbasierten zurück zum freien Spiel gefördert werden. Ähnlich wie bei "Das Spiel" aus der Edition Perlhuhn wären viele weitere spannende Spielereien vorstellbar.

Es gibt aber auch Spielrunden in denen Pendoka deutlich besser ankam. Zum Beispiel wurde bei der Variante "Fünferkette" munter diskutiert und es kam sogar etwas Spannung auf. Es gewinnt, wer entweder fünf Stäbchen oder fünf Kugeln in eine Reihe steckt. Dabei darf immer nur eine Kugel oder einen Stab gesteckt werden. Wenn nun ein Spieler an sein viertes Stäbchen eine Kugel steckt, so sind drei andere Mitspieler gezwungen ihrerseits Stäbchen in die verbleibenden Löcher der Kugel zu platzieren. In diesem "gemeinsam einen Sieg verhindern" liegt ein gewisser Reiz.

Rezension Peter Nos

Links

Der Autor hat bereits weitere Varianten veröffentlicht. Diese sind auf der Website des Spiels Pendoka zugänglich.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Pendoka: 3,7 3,7, 7 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner - Die Bewertung bezieht sich auf die Variante Fünferkette: Im Gegensatz zu Peter, sprachen mich die geometrischen Figuren anfänglich überhaupt nicht an. Als Testspieler kann man es sich nicht immer aussuchen - dachte ich - und spielte das Spiel Fünferkette mit. Und ich war überrascht, dass das Spiel recht gut zu unterhalten weiß und funktioniert (sieht man von der teilweise schlechten Steckbarkeit absieht). Man muss schon eine ordentliche Portion Übersicht bewahren, um alle Möglichkeiten zu sehen, welche durch das Drehen einiger Stab-Kugel-Kombinationen möglich ist. Wer hier die Übersicht verliert, verliert auch das Spiel. Ich denke durchaus, dass hier Potential für noch interessantere Varianten vorhanden ist. Wen das interessiert, kann auf http://www.pendoka.de nachschauen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Kathrin Nos
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Nicole Biedinger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Stephan Gehres
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jochen Traub - Im Rahmen der Familie sehr schön. Für reine Tüftler ziehe ich immer ein Zweierspiel vor. Leider in der Qualität der Ausarbeitung dürftig.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger

Leserbewertungen

Leserwertung Pendoka: 2,0 2.0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.05.04 von Doris Hahn - Obwohl ich Puzzles und ähnliches liebe, konnte ich mich für Pendoka nicht erwärmen. Man kann sich damit vielleicht mal ein bisschen beschäftigen, aber spätestens, wenn die Finger weh tun vom ein- und ausstöpseln der Stäbchen in die oft zu engen Kugellöcher, wird man es wieder wegpacken.

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