Rezension/Kritik - Online seit 19.08.2010. Dieser Artikel wurde 4737 mal aufgerufen.

Scarab Lords

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Autor: Reiner Knizia
Illustration: Brian Schomburg
V. Shane Colclough
Thomas Denmark
Marko Djurdjević
Tobias Mannewitz
John Moriarty
Gregory Price
Verlag: Fantasy Flight Games
Rezension: Sebastian Jakobi
Spieler: 2 - 5
Dauer: 20 - 40 Minuten
Jahr: 2002
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 897
Download: Kurzspielregel [PDF]
Scarab Lords

Spielziel

Der dunkle Pharao ist tot, Dunkelheit überzieht Hekumet. Zwei Adelshäuser kämpfen um die Vorherrschaft: das Haus Tankar und das Haus Temet. Keine Angst: die Namen muss man sich nicht merken. Vereinfacht gesagt übernimmt der eine Spieler die blauen Karten, der andere die roten.

Das Land Hekumet ist in zwei Bereiche unterteilt, die jeweils drei so genannte „Gruppen“ beinhalten, jede Gruppe ist also zweimal vorhanden, einmal in jedem Bereich. Wer beim eigenen Zugbeginn die Vorherrschaft in mindestens zwei der drei Gruppen in jedem Bereich besitzt, gewinnt das Spiel. Alternativ gewinnt man, wenn der eigene Spielzug beginnt und der Gegner keine Karten mehr im Nachziehstapel hat – seine Streitkräfte sozusagen vollkommen vernichtet sind.

Ablauf

Der Spielplan zeigt die beiden Landteile und die jeweils drei Bereiche: die so genannte „ökonomische Gruppe“, die „religiöse Gruppe“ und die „militärische Gruppe“. Die Karten zeigen viele Informationen: die Kategorie, den Stärkewert, die Region, in die die Karte gespielt werden darf, und noch mehr.

In meinem Zug darf ich eine begrenzte Anzahl von Aktionen ausführen; das bedeutet meist, meine Stärke in den Gruppen zu erhöhen, eigene Karten von Flüchen zu befreien oder Ähnliches. Götter bzw. Gott-Karten werden zwischen die beiden Stadtteile gespielt. Sie bringen mir einen Vorteil, solange sie im Spiel sind. Jeder Spieler hat in seinem Deck 4 Götter, um dem Schicksal ein wenig nachzuhelfen ...

Ein zentrales Element im Spiel sind die Skarabäen. Wenn im Spiel ein Skarabäus auf eine Karte gelegt wird, ist diese „verflucht“ - das bedeutet, ihr Stärkewert ist gleich null und auch eventueller Kartentext ist unwirksam. Besonders starke Karten kommen meist mit einem Skarabäus darauf ins Spiel, da man sich mit den starken Gebäuden sonst viel zu schnell die Macht in einer Gruppe sichern könnte.

Schicksalskarten werden zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten gespielt – wann genau, ist auf jeder Karte vermerkt.

Am Ende meines Zuges werden die Pyramiden für Vorherrschaften verteilt - und dafür gibt es Boni: Kann ich eine militärische Vorherrschaft mein Eigen nennen, muss der Gegner eine Karte von seinem Nachziehstapel auf seinen Ablagestapel werfen. Eine religiöse Vorherrschaft erlaubt mir, eine beliebige gegnerische Karte per Skarabäus zu verfluchen – und eine ökonomische Vorherrschaft lässt mich eine Karte nachziehen.

Wer zuerst vier der sechs Vorherrschaften gewinnen und einen Zug lang halten kann, gewinnt.

Fazit

Scarab Lords hat wirklich starke Seiten: die wunderschön gezeichneten Karten zeigen ein tolles Design und man spürt förmlich den heißen Wüstenwind – so sollte es bei einem Spiel mit ägyptischem Thema auch sein. Allerdings enthalten die Karten auch viele Informationen, was in den ersten Partien kompliziert ist, aber bald hat jeder Spieler die Eigenschaften der Karten im Kopf. Das übrige Material ist ebenfalls in Ordnung. Zwar handelt es sich nur um Pappmarker und Plastikpyramiden, dafür ist das Spiel aber auch recht günstig.

Auf dem Tisch zeigt sich, was hinter dem Pharaonenthema steckt: ein teilweise ordentlich gemeines, taktisches Kartenspiel für zwei Spieler. Nach einigen Partien läuft Scarab Lords in voller Geschwindigkeit und spielt sich in ca. 10 Minuten pro Runde. Es gilt, ständig den Gegner zu beobachten: Mist, er hat die religiöse Vorherrschaft bombensicher – und verflucht eine meiner Karten nach der anderen. Aber dafür habe ich die ökonomischen Vorherrschaften – was bedeutet, dass meinem Gegner bald die Handkarten ausgehen werden. Und dann gnade ihm Ra. Oh nein – er hat gerade die vierte Vorherrschaft erobert – jetzt muss ich reagieren, sonst ist es aus!

Scarab Lords hat ein nicht zu verachtendes Glücksmoment und es kann passieren, dass man einfach die falschen Karten zieht und vom Gegner in Sand und Boden gestampft wird. Deswegen wird empfohlen, drei Partien zu spielen und nach jeder die Kartensets zu tauschen. Wer zuerst zweimal gewonnen hat, ist Herr über Hekumet.

Fortgeschrittene Spieler können auf das Bonus-Kartendeck zurückgreifen: ein geniales Feature von Scarab Lords. Wenn man sich sein eigenes Kartendeck zusammenstellt, kommt ein bisschen das Feeling eines Sammelkartenspiels auf – klasse!

Die Anleitung ist zweckmäßig. Sie geizt zwar nicht mit Beispielen, könnte aber etwas detaillierter sein: Schon in den ersten Spielen kommen einige Regelfragen auf, welche die Anleitung nicht beantworten kann. Wer weiß, wo man im Internet nach Antworten suchen muss, ist hier klar im Vorteil.

Eine spieltechnische Besonderheit bei Scarab Lords: es gibt kein Kartennachziehen am Ende des Zuges. Karten vom eigenen Talon darf man in der Regel nur nachziehen, wenn man eine ökonomische Vorherrschaft hat. Deswegen gilt es immer voraus zu planen, wie lange man mit seinen Handkarten noch „überleben“ kann.

Nicht von der Hand zu weisen sind die Parallelen zu Knizias Blue Moon, das 2 Jahre nach Scarab Lords erschien und ähnliche Mechaniken nutzt. Scarab Lords punktet im Vergleich mit weniger kniffligen Regelentscheidungen, bei Blue Moon sind Vielspieler dank der (wenn auch teils nur zu horrenden Preisen erhältlichen) Völkersets besser bedient.

Trotzdem: Scarab Lords hat mich wirklich überzeugt. Etwas Ärger-resistent sollte man als zukünftiger Herrscher über Hekumet aber schon sein, denn in fast jedem Zug durchkreuzt der Gegner die eigenen Pläne ...

Rezension Sebastian Jakobi

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Scarab Lords: 5,0 5,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.07.10 von Sebastian Jakobi
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.08.10 von Michael Reitz

Leserbewertungen

Leserwertung Scarab Lords: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.08.10 von Marc Gallus - Wer gute und "böse" Zweipersonenspiele mag, die auch ein wenig anspruchsvoller sind......absolute Kaufempfehlung!!!

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