Rezension/Kritik - Online seit 31.01.2019. Dieser Artikel wurde 531 mal aufgerufen.

Doodle Rush

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Autor: Adam Porter
Illustration: Reinis Pētersons
Verlag: Brain Games
Game Factory
Rezension: André Beautemps
Spieler: 3 - 6
Dauer: 10 - 15 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2017, 2018
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3033
Doodle Rush
Doodle Rush

Spielziel

Ein Schirm? Ein Pilz? Ein Hochseilkünstler? - Moep! Die Zeit ist um, bitte weitermalen!

Exakte 6 Minuten Spieldauer versprechen zunächst keine geistigen Höchstleistungen. Die von den Mitspielern vorgelegten Zeichnungen, die sie in der Hälfte der Spielzeit angefertigt haben, benötigen dennoch manchmal enorme Anstrengung, um erkannt zu werden!

Ablauf

Jeder Mitspieler erhält ein Set an 6 Malplättchen und einem Stift. Eine Sanduhr wird bereitgestellt, zusätzlich bekommt jeder Spieler 2 Aufgabenkarten, entweder der Kategorie leicht oder schwer. Jeder schaut sich seine 6 Zeichenvorgaben geheim an, die Sanduhr wird erstmalig umgedreht und los geht's!

Eine Minute lang zeichnet man die 6 Vorgaben jeweils einzeln auf ein Malplättchen. Man kann sich auch erst einmal auf weniger beschränken, um diese genauer malen zu können. Nach Ablauf der Zeit wird die Sanduhr wieder umgedreht, und alle beginnen zu raten, welche Dinge die anderen gezeichnet haben.

Es dürfen wild Mutmaßungen hierüber in den Raum gebrüllt werden, die Zeichner selbst dürfen allerdings nur bei einem Treffer dies bestätigen und das entsprechende Plättchen an den erfolgreichen Rater reichen.

Genau eine Minute später endet die erste Ratephase und wird durch erneutes Umdrehen der Sanduhr wieder in eine Malphase geleitet. Dieses Spiel wiederholt sich noch so oft, bis insgesamt je 3 Minuten gemalt und 3 Minuten geraten wurde.

Nach der 3. Rateminute wird gewertet: Für jedes fremde Plättchen, das vor einem liegt, erhält man einen Pluspunkt und für jedes eigene einen Minuspunkt. Als Tiebreaker im Falle eines Punktegleichstands zählt die geringere Anzahl eigener Plättchen.

Fazit

Ein Spielekarton, dessen Größe einzig und allein den Maßen der Spielregel gerecht wird, darunter ist nur noch ein Drittel der Spieleschachtel mit Material gefüllt.

Immerhin ist das Material selbst solide, die Stifte funktionieren gut, die Malplättchen sind mit dem beigefügten Tuch problemlos zu reinigen, und die Zeichenvorgaben sind noch ausreichend groß und die Kartengestaltung schlicht genug gehalten, um die Begriffe gut lesen zu können.

Das Regelwerk ist übersichtlich, kurz und warnt schon einmal vor, dass der Spielverlauf hektisch wird: Alles drin und nichts gelogen. Doch die erste Malrunde verläuft konzentriert und schweigend, weil enormer Zeitdruck herrscht und gar nicht erst lang überlegt werden kann.

Theoretisch hat man insgesamt 30 Sekunden Zeit für jeden Begriff, versucht aber dennoch, erstmal so viele Begriffe wie möglich schnell mal hinzukritzeln.

Dann geht das Raten los, vorausgesetzt, in der Malrunde war mindestens ein Teilnehmer in der Lage, auch noch die Sanduhr im Auge zu behalten. Dies ist leider eines der größten Mankos des Spielmaterials, denn eine Sanduhr mag einigermaßen zuverlässig in der Zeitangabe sein, aber sie ist in erster Linie eins: still. Äußerst schweigsam, die Biester.

Als Alternative wird dringend das Ausweichen auf einen Smartphone-Timer empfohlen, der durch eindeutige akustische Signale erfolgreicher die Einhaltung der Minutenfrist gewährleistet. Denn die Raterunden haben es noch mal in sich: Durch die Parallelität fliegen je mehr Teilnehmer, je mehr Begriffe und meist mit sich steigerndem Crescendo der Lautstärke durch den Raum. Da will der für ein eigenes Zeichenwerk genannte Begriff auch erst einmal herausgehört sein.

Spätestens die Möglichkeit, dass durch das gleichzeitige Rufen von Begriffen ein eigenes Bild zwar erraten wurde, dies aber nicht bei einem selber ankam, lässt die Frustrationshöhe des Spiels an der angegebenen Altersgrenze aus. Zu Recht wird hier erst ab zweistelliger Alterszahl empfohlen mitzumischen.

Es sind pro Schwierigkeitsstufe maximal 29 Partien möglich ohne jegliche Begriffswiederholung. Wären also insgesamt 175 Spielminuten. Trägt das Spiel über diese Zeit? Das kann ich jetzt und hier nicht endgültig beantworten, ich bin noch nicht durch. Was klar ist: sicher nicht am Stück.

Man hat in diesem Fall sehr gut daran getan, die Spieldauer radikal auf sehr kurz einzunorden. Durch die Unterbrechung der hektischen Phasen während des Ratens wird der Spielstress durch besagte Hektik auch für zartbesaitete Gemüter im Zaum gehalten. Die Kompaktheit und Abwechslung der Phasen sind die Stärken dieser Verdichtung des Malen-und-Rate-Prinzips.

Letzteres ist eben nicht neu und scheidet oft und schnell die Geister: Manch ein überzeugter Nichtkönner der Malkunst ist wenn überhaupt nur mit Engelszungen zu überreden, das Spiel mitzumachen. Auch ein paar "Ist mir zu hektisch"-Ausstiege vor Spielbeginn nach Erläuterung der Regeln waren zu verzeichnen.

Die verbleibende Klientel hat Spaß. Punkt. Wer sich den beschriebenen Mechanismen gegenüber offen zeigt und sich auch für die Umwelt wahrnehmbar für das Spielen begeistert, der wird bei seiner ersten Partie 6 Minuten nicht bereute Lebenszeit verbringen. Und aller Voraussicht nach ein paar weitere mehr. Sind ja noch reichlich übrig.

Rezension André Beautemps

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Doodle Rush: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.01.19 von André Beautemps
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.02.19 von Sandra Lemberger - Der Anspruch, sich in der Ratephase sich einerseits auf die Bilder der anderen zu konzentrieren, gleichzeitig aber auch darauf, was die anderen rufen, überfordert so manchen. Solche Leute empfinden das Spiel ausschließlich als stressig und können nichts Spaßiges daran erkennen. Für jene, die das nicht stört, kann es sehr lustige Runden geben. Allerdings ist der dritte Durchgang für den einen oder anderen manchmal recht langweilig, wenn er mit seinen eigenen Zeichnungen schon während der ersten beiden Durchgänge fertig ist und diese auch schon erraten wurden.

Leserbewertungen

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