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Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel

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Autor: Kai Haferkamp
Verlag: HUCH!
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3061
Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel

Spielziel

Da fliegt sie, die kleine Hexe und will eine gute Tat nach der anderen machen. Glaubt sie doch, das ist genau das, was die Blocksberghexen von ihr erwarten. Aber wo war noch mal welche gute Tat? Und kann man die kleine Hexe rechtzeitig stoppen, wenn sie über die gesuchte Gutherzigkeit fliegt? (spannende Orgelmusik)

Ablauf

Jede Mitspielerin bekommt ein Tableau mit den guten Taten der kleinen Hexe, die jede nacheinander in dieser Reihenfolge finden muss. Allerdings wird bei Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel nicht einfach plump etwas aufgedeckt, sondern die Namensgeberin wird gedreht. Sie befindet sich - nach dem Aufbau des Spieles - auf der Spitze des Turms und fliegt im Kreis über die verdeckten guten Taten hinweg.

Ein Rad am unteren Ende des Turms dreht sich mit, und will man die Hexe anhalten, hält man das Rad an. Jetzt ist wichtig, auf welches Plättchen der Rabe Abraxas zeigt, denn dieses darf man umdrehen. Ist es die gemeine, böse, fiese, hinterhältige Mume Rumpumpel, muss man sie mit einem beliebigen Plättchen vertauschen (die Alte macht einem das Leben aber auch schwer).

Ist es das Motiv, das die Spielerin auf ihrem Tableau suchen muss, darf dort die kleine Hexe ein Feld weiterbewegt werden. Wenn nicht, dann nicht. Haben Mitspielerinnen das aufgedeckte Motiv auf ihrem Plan als nächstes Bild? Dann dürfen sie die Hexe auch außerhalb ihres Zuges ein Feld Richtung Sieg bewegen. Sollte sie bis zum Blocksberg kommen, dürfen die Mitspielerinnen eine letzte Aufgabe stellen und nach einem beliebigen Motiv fragen, das gefunden werden muss. Wird's gefunden, wird auch gewonnen. Und danach erstmal alle: Augen zu und durchatmen ... bei so viel kreisender Bewegung im Spiel.

Fazit

Das klassische Plättchen-Merkspiel neu zu variieren ist bei der Fülle an Merkspielen schon eine Leistung. Bei Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel ist es die Hand-Augen-Koordination, die neben der Merkleistung gefordert wird. Zunächst die Hexe andrehen (nicht immer leicht für Kinder) und dann auch noch im richtigen Augenblick stoppen (schon mal gar nicht leicht für Kinder). Eine Kombo, die bei der Zielgruppe großes Interesse auslöst, denn das aufgebaute Spiel sieht fast schon funky aus, und alle wollen es spielen.

Aber leider irgendwann nicht mehr und das hat folgende Gründe:

Die Abwechslung: Die gibt es nicht wirklich. Gut, man kann jetzt einwerfen, die gibt es beim Klassiker der Merkspiele auch nicht. Aber da ist das was anderes. Denn der Spielfluss ist dort immer gleich. Dies ist hier nicht der Fall. Das liegt an:

Der Mechanik: Großartige Idee, aber leider behindert sie sich selber. Denn natürlich ist es super, wenn die Hexe schnell fliegt. Das gibt große Augen am Tisch. Aber die werden immer müder, weil es natürlich Zeit kostet, bis man die Hexe stoppen will. Also lässt man sie sich ausdrehen ... und ausdrehen ... und das kann dauern. Nicht zwingend für Erwachsene, aber für Kinder allemal. Auch das Gegenteil kann passieren. Hat ein Kind es raus, die Hexe nur langsam zu drehen, weil man sie so besser stoppen kann, kann es oft quälend lange dauern, bis sie angehalten wird. Das raubt dem Spiel viel Spielfluss. Es wirkt fast so, als hätte man das beim Testen gemerkt und den (sehr guten) Mechanismus eingebaut, die Hexe auch dann bewegen zu dürfen, wenn eine Mitspielerin am Zug ist. Aber leider reicht diese sehr gute Idee nicht aus, um den Spielfluss flotter zu machen.

Die Verarbeitung: Das Zusammenstecken des Turmes klappt tadellos, aber leider liegt die Fläche mit den Plättchen nur lose oben auf und wurde schon von einigen Kinderärmeln erwischt und runterbefödert. Dann muss man wieder von vorne anfangen, weil natürlich alle Plättchen durcheinander geraten sind. Aber auch, wenn das nicht passiert, gibt es einen Nachteil: Die Kinder können auf ihrer Augenhöhe am Rand der meisten Plättchen deren Farbe erkennen. Erwachsenen fällt das zunächst nicht auf, man schaut ja von oben aufs Spiel. Aber irgendwann merkt man, wie merkwürdig schief manche Kinder ihre Köpfe halten. Sie sagen selbstverständlich nicht, warum. Wieso sollten sie so einen Vorteil den doofen Mitspielerinnen verraten? Diese Farberkennung ist sowohl in meinem Spiel als auch in anderen Ausgaben möglich, deshalb gehe ich nicht von einem Montagsprodukt aus. Da muss man sich dann nur 2/3 bis die Hälfte der Plättchen merken, und das ist dann kein Memo-Spiel mehr.

Ohne diese Produktionsfehler gäbe es auf jeden Fall eine bessere Note, aber zu den Top-Kinderspielen dieses Jahrgangs gehört Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel nach meinen Testrunden nicht. Familien kann ich es nur bedingt empfehlen. Am ehesten sollten sich Kindergärten dieses Spiel angucken. Da sitzt die Zielgruppe an niedrigen Tischen, was sehr ratsam ist. Spielt man Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel an einem normalen Tisch, müssen die Kinder sich fast schon auf die Tischplatte setzen, damit sie sehen, was oben passiert. Muss nicht sein.

Mich stört auch, dass die Geschichten auf den Bildern nicht kurz in den Regeln angerissen werden, damit man den Kindern wenigstens erzählen kann, was da genau passiert. Es beschleicht mich das Gefühl, dass hier das alte Die kleine Hexe Spiel dekonstruiert und daraus zwei Spiele gemacht wurden - dieses hier und Die kleine Hexe: Das turbulente Flug- und Suchspiel. Die kleine Hexe war selbst für Kinder als Memo-Spiel eine Herausforderung. Was es aber gerade deswegen so gut gemacht hat. Da müssen sich die beiden Nachfolger lange hinten anstellen. Leider.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000 Wertung Die kleine Hexe: Das verdrehte Memospiel: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

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