Rezension/Kritik - Online seit 28.04.2020. Dieser Artikel wurde 1838 mal aufgerufen.

Ambrosia

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Autor: Uwe Bursik
Verlag: Skellig Games
Rezension: Lotte Schüler
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 50 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 2843
Ambrosia

Spielerei-Rezension

Spielereikritik:

Gemeinsam einen Staat bilden und einzeln Nektar-Sammeln – die Arbeiten eines Bienenschwarms sind in dem Spiel Ambrosia einigermaßen stimmig umgesetzt. Auch wenn eine gesunde Biene nicht ausschließlich im Kreis fliegen würde, um dabei Blüten anzusteuern, spieltechnisch ist das sinnvoll.
Als Ambrosia wurde in der griechischen Mythologie die wundertätige Speise der Götter bezeichnet, heute denken wir eher an die allergische Reaktionen auslösende Pflanze. Und jetzt kommt eine dritte Bedeutung dazu, ein Spiel, bei dem die Mitspieler einen Holzstapel über das Spielfeld schicken. Sind wir mal nicht so nüchtern, jede Scheibe des Stapels ist mit einem Bienensticker versehen. Und nicht nur die Farben sind unterschiedlich, auch die Bienenrassen mit originalgetreuen Abbildungen und Informationen, mit einem QR-Code abrufbar.
Sobald der Bienenrundweg aufgebaut wurde und jeder seinen aus sieben Bienen-Scheiben bestehenden Stapel an den Start gebracht hat, geht das große Sammeln los. Die Zugweite richtet sich nach der Menge der Holz-Bienen-Scheiben, die bewegt wird. Einzelne Bienen dürfen nicht mehr bewegt werden, können allerdings von fremden Bienen überdeckt und damit gefangen werden. Natürlich bewegen sie sich dann erst recht nicht mehr.
Sobald ein Spieler keinen Zug mehr machen kann, kommt es nur für diesen zu einer Wertung. Das heißt, er addiert alle Zahlen neben den Blüten, auf denen er eine seiner Bienen stehen hat, natürlich nicht die gefangenen. Hat einer die geforderte Zahl an Wertungen erreicht (fünf bis sieben), endet das Spiel sofort.
Die Spielregel bis hierher ist noch schlichter als das solide Spielmaterial. Doch es gibt ja noch die neun Sonderbienen mit ihren Spezialfähigkeiten. Davon darf jeder Spieler zu Beginn des Spiels eine auf seinem Stapel Platz nehmen lassen. Und da sie oben liegt, tritt ihre Fähigkeit sofort in Kraft: da gibt es Bienen, die können auch mal rückwärts fliegen; gerne eingesetzt ist auch die Berserker-Biene, die einen gegnerischen Zweier-Bienenstapel blockieren darf; nett ist auch die fleißige Sammlerin, die doppelt punktet. Nach jeder Wertung darf eine Normal-Biene gegen eine weitere Spezial-Biene ausgetauscht werden.
Wem das nach einigen Runden zu langweilig wird, der kann den Bienenparcours in einen Spielplan mit Zusatzoptionen verwandeln, indem er mit den Rückseiten der Flugstrecke baut. Regenwurmlöcher oder die Blätterschaukel tun genau das, was ihr Name vermuten lässt – Bewegung jenseits der üblichen Regeln. An dieser Stelle möchte ich weder die Fähigkeiten der Spezialbienen noch die Optionen des Spezialparcours weiter erläutern. Lieber werfe ich einen Blick auf das Spielgefühl.
Unsere versierten Leser haben bestimmt schon die leichte Ähnlichkeit mit dem antiken Mancala oder Bao erkannt: die Zugweite richtet sich nach der Anzahl der Steine, mit denen man den Zug durchführt. Bei Ambrosia darf man allerdings auch den eigenen Bienen-Turm teilen, und man hinterlässt nur beim Abflug null bis beliebig viele Bienen. Und es geht nicht darum, möglichst viele gegnerische Steine zu kassieren. Nach jeder Wertung werden nämlich alle vom Wertenden gefangenen wieder frei.
Hier geht es darum, selber möglichst oft und möglichst gewinnbringende Wertungen auszulösen. Oft heißt, man muss möglichst häufig einzelne Bienen zurücklassen mit der Gefahr, dass sie gefangen werden. Der Vorteil bei dieser Taktik ist, dass es bei jeder Wertung eine neue Spezialbiene gibt. Und gewinnbringend heißt, die Bienen möglichst auf wertvollen Blüten zu deponieren. Man ahnt es schon, da kann man eine Weile über seinen Zug nachdenken. Wenn, wie angegeben, Achtjährige mit von der Partie sind – oder ich – dann könnte die Geduld der Mitspieler auch überstrapaziert werden.
Ambrosia lässt sich aber auch flott drauflos spielen, und da können Achtjährige durchaus mithalten, wenn sie ein paar Kniffe durchschaut haben. Grundsätzlich haben sich zwei Vorgehensweisen als erfolgversprechend erwiesen: gnadenlos möglichst viele Wertungen durchpauken und das Spiel beenden, bevor die anderen zu viele Punkte kassieren oder auf möglichst hohe Punktzahlen bei den Wertungen spekulieren. Dabei kann eine einzige Wertung durchaus so hoch werden, wie zwei Wertungen des Schnell-Werters. Erhalt und Funktion der Nektarsteine überspringe ich hier mal großzügig, obwohl sie gelegentlich eine wichtige Rolle spielen können.
Fazit: Die Spieltiefe ist höher als die Regel lang ist, aber es wird schnell mechanisch und dann wenig inspirierend. Wer solche Taktik-Spiele mag ist mit Ambrosia bestens bedient. Und wer seine Mitspieler nicht mit zu langen Grübelpausen quält, wird auch solche finden.

Rezension Lotte Schüler

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ambrosia: 4,0 4,0, 5 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.03.20 von Lotte Schüler
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.11.19 von Michael Andersch - Sieht harmlos aus, ist aber letztlich ein knallhartes Taktikspiel ohne jeden Glücksfaktor.

Leserbewertungen

Leserwertung Ambrosia: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.10.19 von Beate Heinke - Jeder Spieler fliegt mit einen Stapel Bienen über eine Blumenwiese und versucht, so viel Nektar wie möglich einzusammeln. Dabei hat Jeder Spieler zu Beginn des Spiels einen Stapel mit 6 normalen und einer speziellen Biene, von denen 9 zur Auswahl stehen und Jeder frei wählen kann. Die Stapel werden auf den, der Spieleranzahl variabel anpassbaren, Blumenwiese plaziert und schon kann es los gehen. Die Regel ist recht einfach, man fliegt so viele Felder, wie man Bienen vom Stapel nimmt und landet auf der Wiese. Eine einzelne Biene darf nicht mehr bewegt und einzelne fremde Bienen dürfen blockiert werden. Kann man nicht mehr weiter ziehen, kommt es zu einer Wertung. Danach stapelt man seine Bienen erneut (im Uhrzeigersinn) und ersetzt eine Standart mit einer anderen Spezialbiene, so dass sein Bienenvolk mit jeder Runde stärker wird. Das Material ist sehr schön und wertig, das Cover ist ein Blickfang und das Spiel sehr strategiisch. Es macht Spaß seine Mitspieler zu blockieren um den wertigsten Nektar einzusammeln.

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