Rezension/Kritik - Online seit 17.03.2021. Dieser Artikel wurde 986 mal aufgerufen.

Fresco: Card & Dice Game

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Autor: Marco Ruskowski
Marcel Süßelbeck
Verlag: Queen Games
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3492
Fresco: Card & Dice Game

Spielziel

Der Bischof will das alte Deckengemälde im Dom restaurieren lassen, damit es in neuem Glanz erstrahlt. Er engagiert dafür die besten Freskenmaler der Stadt. Um das Erwerben dieser Farben auf dem Markt geht es im Kartenspiel Fresco.

Im Würfelspiel wird das in fünf Abschnitte unterteilte Fresko dann restauriert. Dazu müssen die Farben gemischt werden, was nicht immer gelingt – in diesem Fall können die Farben zum Malen von Adligen-Portraits eingesetzt werden.

Ablauf

Im Würfelspiel wird jeder Spieler mit einem Tableau ausgestattet, auf das er seine erworbenen (gemalten) Gemäldeteile ebenso wie seine Portraits legen kann. Außerdem platziert er dort seine Wettplättchen. Auf dem Spielplan in der Mitte liegen die einzelnen Freskoteile, welche die Spieler erwürfeln (= malen) können.

Wer am Zug ist, legt mit dem Platzieren der Bischofsfigur auf dem Spielplan fest, welches Freskoteil er gerne malen würde. Jedem dieser Freskoteile ist eine Zahl zugeordnet, die man würfeln muss, um das Teil zu bekommen. Ehe der Spieler würfelt, fragt er seine Mitspieler, ob sie eines ihrer Wettplättchen einsetzen wollen, um auf seinen Erfolg zu wetten. Danach würfelt er mit allen Würfeln und muss genau einen Zahlenwürfel rauslegen. Dasselbe wiederholt er noch zwei weitere Male, so dass am Ende genau drei Zahlenwürfel vor ihm liegen. Zusätzlich zu diesen dürfen auch die Farbwürfel rausgelegt werden, sofern ihre Farbe mit jenem Zahlenwürfel übereinstimmt, für den man sich in diesem Moment entscheidet. Ein Farbwürfel verdoppelt das Ergebnis des dazugehörigen Zahlenwürfels, zwei davon vervierfachen es sogar.

Anschließend wird überprüft, ob der Spieler Erfolg hatte. Hat er genau die Zahl des Freskoteiles gewürfelt, neben dem der Bischof steht, erhält er das Plättchen, legt es auf sein Tableau und erhält die entsprechenden Siegpunkte sowie einen Bonus von 3 Punkten. Diesen Bonus gibt es zwar nicht, wenn man ein anderes Freskoteil erwürfelt hat, erhält aber immerhin trotzdem das Freskoteil sowie die darauf abgebildeten Punkte. Schafft man keines der Freskoteile, so erhält man ein Portrait aus dem entsprechenden Würfelzahlen-Bereich.

Nun wird noch überprüft, ob die Mitspieler mit ihren Wetten recht behalten haben, wofür sie gegebenenfalls 1-3 Siegpunkte erhalten, je nachdem, wie früh sie ihre Wette abgeschlossen haben.

Das Spiel endet am Ende der Runde, in welcher ein Spieler sein Fresko vervollständigt hat oder das fünfte Portrait gemalt hat. Dieser Spieler erhält als Belohnung noch ein Portrait, ebenso wie alle anderen, die dies in der letzten Runde noch schaffen. Für jedes Portrait-Paar aus Männlein und Weiblein gibt es abschließend noch einen Hochzeitsbonus und danach gewinnt, wer die meisten Siegpunkte "ermalen" konnte.

Beim Kartenspiel wird ein Markt ausgelegt, auf dem sich diverse Karten befinden. Zum einen die verdeckten Markt- und Werkstattkarten sowie vier offene Freskokarten. Außerdem wird dort die aktuelle Lieblingsfarbe des Bischofs angezeigt. Von den Marktkarten erhält jeder Spieler zu Beginn fünf auf die Hand. Wer an der Reihe ist, zieht zuerst immer eine verdeckte Marktkarte. Danach darf er zwischen Passen, Restaurieren oder Tauschen wählen.

Zum Tauschen werden beliebig viele Handkarten offen ausgelegt. Darauf sind 1-3 Symbole abgebildet, die aussagen, gegen welche Karten man tauschen darf. Entweder darf man sich eine verdeckte Marktkarte nehmen oder eine ebenfalls verdeckte Karte von einem der drei Werkstattkarten-Stapel.

Zum Restaurieren eines Freskos wählt man eine der vier offenen Freskokarten aus und spielt die darauf abgebildeten drei Farben aus. Die "gemalte" Freskokarte legt man als Siegpunkte vor sich aus, und zwar die Kartenseite mit der kleinsten Siegpunktzahl zur Tischmitte hin. Zeigt eine der ausgespielten Farbkarten ein Bischofssymbol, so darf für jedes dieser Symbole die Siegpunktzahl um eine Stufe erhöht werden. Wurde beim Restaurieren die aktuelle Lieblingsfarbe des Bischofs benutzt, so dürfen die Siegpunkte weiter aufgestockt werden.

Unabhängig von den erzielten Siegpunkten gibt es als Belohnung immer eines der ebenfalls auf dem Markt ausliegenden Aktionsplättchen. Mit ihrer Hilfe kann man die Siegpunktzahl um eine Stufe erhöhen, darf von den Mitspielern bestimmte Farbkarten verlangen, kann einen Doppelzug ausführen oder erhält Farbersatz für geforderte Farben beim Restaurieren.

Am Ende der Runde, in der ein Spieler seine fünfte Freskokarte restaurieren konnte, wird die Schlusswertung eingeläutet. Dazu zählt jeder seine Siegpunkte auf den Freskokarten sowie nicht eingesetzten Aktionsplättchen.

Fazit

Das Spielmaterial zu Fresco wurde in der üblichen guten Qualität der Queen-Games-Spiele produziert und der Schachteleinsatz ist so konzipiert, dass sich das Material der beiden enthaltenen Spiele gut trennen lässt. Auch an der Spielregel gibt es nichts auszusetzen.

Schade, dass sich für mich der positive Ersteindruck im Spielablauf nicht fortsetzt. Zumindest, was das Würfelspiel anbelangt. Es ist unheimlich glückslastig. An und für sich stört es mich nicht, wenn ein Würfelspiel vom Glück gesteuert wird. Aber hier passt das gesamte Drumherum einfach nicht dazu. Es ist kein lustiges Thema und es kommt auch keine Stimmung auf. Die Wettplättchen kann man zwar nicht nur vor dem ersten Würfeln des aktiven Spielers einsetzen, aber je später man sie nutzt, desto weniger Punkte gibt es. Und der Einsatz stellt vor dem dritten Wurf fast nahezu dasselbe Glücksspiel dar wie bei einem späteren Einsatz.

Der aktive Spieler sollte beim Würfeln immer darauf achten, solche Würfelzahlen rauszulegen, dass ihm noch eine gerade Zahl zum gewünschten Würfelergebnis fehlt. Nur dann bringen ihm die Farbwürfel noch eine zusätzliche Chance, um eine Punktlandung zu schaffen. Ein Umstand, den Vielspieler bereits nach dem ersten Würfeln erkennen, der aber auch Gelegenheitsspielern recht schnell klar wird.

Dazu kommt noch, dass immer der letzte Spieler auf der Siegpunktleiste einen Bonus erhält, wenn er an der Reihe ist. Dieser sieht so aus, dass er einen Würfelpunkt niedriger oder höher als das verlangte Ergebnis würfeln darf, um erfolgreich zu sein. Ich habe einige Runden erlebt, in denen dieses Plättchen wirklich von Spieler zu Spieler weitergereicht wurde, wodurch sich das Spiel extrem langweilig gestaltete, weil man mithilfe dieses Plättchens sehr oft den gewünschten Erfolg erzielt.

Dass auf der Siegpunktleiste besetzte Felder übersprungen werden, sollte man auf solchen landen, verändert das Spielgefühl auch in keiner Weise. Schade, denn das Zusammenpuzzeln des schön gemalten Freskos bereitet zumindest optische Freude.

Zum Glück kommt beim Kartenspiel doch erheblich mehr Spielspaß auf. Es handelt sich dabei um einen typischen Vertreter von Karten-Sammel-und-Tausch-Spielen.

Der Verlag hat versucht, den Glücksfaktor dabei ein wenig zu reduzieren, indem es für die Werkstattkarten drei Stapel gibt. In den jeweiligen Stapeln befinden sich Karten, welche zwei von den drei möglichen Farben zeigen. Trotzdem besteht natürlich die Gefahr, dass man partout immer jene der beiden Farben zieht, die man nicht benötigt.

Um Fortuna weiterhin ein wenig auszubremsen, sind auf manchen Marktkarten an deren linken und rechten Rändern jeweils halbe Farbgläser abgebildet. Diese kann man mit einem gleichfarbigen zweiten halben Farbglas kombinieren und kommt somit manchmal auch auf die gewünschte Farbzutat.

Pech kann man auch beim Ziehen/Tauschen der Marktkarten haben. Erwischt man hier immer nur jene Karten, die lediglich ein Tauschsymbol zeigen, blickt man voller Neid auf die glücklicheren Mitspieler, die auch öfter mal gegen zwei oder sogar drei Karten tauschen dürfen.

In einigen meiner Testpartien war der Glücksfaktor relativ ausgewogen, ich habe aber auch Partien erlebt, bei denen Spieler mit glücklichem Händchen den anderen regelrecht davongezischt sind. Dann hält sich der Spielspaß in Grenzen. Ansonsten bietet das Kartenspiel einen kurzweiligen Tausch-Spaß.

Beide Spiele würde ich Vielspielern nicht ans Herz legen, am Kartenspiel können Gelegenheitsspieler Freude finden. Jedoch eher Erwachsene, denn Kinder spricht das Thema überhaupt nicht an.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fresco: Card & Dice Game: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.02.21 von Sandra Lemberger - Kartenspiel: Note 4 Würfelspiel: Note 2
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.01.21 von Michael Kahrmann - Das Kartenspiel gefällt mir etwas besser als das Würfelspiel. Vor allem das Kartenspiel macht alles richtig. Spielt sich locker und bietet einen guten und angenehm unterhaltsamen Spannungsbogen.

Leserbewertungen

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