Rezension/Kritik - Online seit 16.01.2026. Dieser Artikel wurde 321 mal aufgerufen.
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Eine antike Stadt, voller tödlicher Fallen, wurde im Gebirge entdeckt. Die alten Kulturen haben euch jedoch Hinweise zur Position dieser gegeben, welche ihr mithilfe des Archäoskops entschlüsseln könnt. Es wimmelt in der antiken Stadt nur so von Fallen, doch mit genug Hinweisen und logischen Denken sollte die Erkundungstour für euch schlussendlich gefahrlos möglich sein … … also vielleicht.
Bis zu 4 Archäologen können in ArcheOlogic gleichzeitig versuchen, die alte Stadt zu kartographieren. Zu Beginn des Spiels nimmt sich jeder Mitspieler 2 Sichtschirme, einen Koordinatenplan und die Plättchen mit den Gebäuden und Fallen in seiner Spielerfarbe. Der Spielplan wird in der Mitte der Spielfläche platziert und das Sucherplättchen, wie auch die Zeitzähler aller teilnehmenden Spieler wird daraufgelegt. Nun wird noch das Archäoskop bereitgelegt, zufällig eine der 28 codierten Karten ausgewählt und schon kann die Entdeckung der Stadt beginnen!

Direkt zu Spielbeginn gibt es jedoch ein paar Hinweise für die Spielergruppe. Mithilfe einer beiliegenden Schablone werden der gewählten Karte Informationen bezüglich der Positionen von ein paar der Fallen entnommen. Diese kann jeder Spieler mithilfe seiner Fallenplättchen auf dem eigenen Plan markieren. Anschließend beginnt der erste Spieler mit seinem Zug.
Das Ziel von ArcheOlogic ist es die eigenen Gebäudeplättchen so auf dem Koordinatenplan zu platzieren, dass sie mit der richtigen Lösung übereinstimmen. Dieser Lösung nähern sich die Spieler im Laufe des Spiels durch Hinweise an.
Die Zugreihenfolge ergibt sich durch eine Zeitleiste, wobei immer der am weitesten hinten liegende Spieler am Zug ist. In seinem Zug hat ein Spieler zwei Möglichkeiten. Entweder er stellt Nachforschungen an oder betritt die Stadt und kontrolliert so seine Lösung. Bei einer korrekten Überprüfung gewinnt der Archäologe sofort, sollte er falsch liegen scheidet er jedoch aus dem Spiel aus.
Zu Beginn des eigenen Zuges muss man, unabhängig von der gewählten Aktion, den Suchmarker um eine Position weiterbewegen. Dessen Position spielt jedoch nur beim Ausführen der Nachforschungen eine Rolle.
Möchte ein Spieler Nachforschungen anstellen, wird er, wie auch alle anderen Spieler, Hinweise zur Lösung erhalten. Der aktive Spieler stellt dann eine Frage. Diese hat immer eine Spalte oder Zeile auf die sie sich bezieht, die durch die Position des Suchmarkers bestimmt wird. Durch die Verwendung zusätzlicher Zeit, lässt sich die Postition des Markers ebenfalls noch beeinflussen.

Anschließend wählt der aktive Spieler eine der Fragestellungen aus und schreitet um den entsprechenden Zeitwert auf der Leiste vor. Nun wird die passende Frage auf dem Archäoskop eingestellt und die Karte mit der richtigen Spalte beziehungsweise Reihe eingeschoben. Anschließend zeigen die Löcher im Archäoskop eine bestimmte Anzahl von Symbolen welche Antworten zu den Fragen darstellen.
Die möglichen Fragen reichen über die Anzahl der leeren Felder, über die Anzahl und Arten der Fallen bis hin zur Anzahl der Felder eines bestimmten Bauteils, welche sich in der gewählten Zeile oder Spalte befinden. Dabei kosten vermeintlich „stärkere“ Fragen mehr Zeit als „schwächere“.
Nachdem das Archäoskop die Frage beantwortet und alle Spieler ihre Notizen gemacht haben, folgt der auf der Zeitleiste am weitest hinten liegende Spieler mit seinem Zug und kann ebenfalls eine Frage stellen.
Sollte ein Spieler an den Zug kommen, jedoch glauben bereits zu wissen, welche Konstellation der Bauteile zur ausgewählten Karte passt, so kann er seine Lösung überprüfen. Dabei legt er hinter seinem Sichtschirm die vermutete Lösung auf und bewegt seinen Zeitmarker um 4 Felder nach vorne.
Wäre er das nächste Mal am Zug, gleicht er seine Lösung mit der in der Anleitung ab. Hat er es geschafft, die gleiche Lösung zu vermuten, gewinnt er augenblicklich und geht als größter Archäologe und Entdecker der verlorenen Stadt in die Geschichtsbücher ein. Sollte seine Vermutung jedoch falsch sein, scheidet er aus dem Spiel aus und er macht eine ungünstige Bekanntschaft mit den vielen Fallen der alten Stadt.
ArcheOlogic ist ein abstraktes Logik- und Deduktionsspiel. Anders als bei vielen anderen Vertretern dieser Reihen, erweitert ArcheOlogic dieses Genre allerdings um einen „Puzzle-Aspekt“. Es erinnert während des Spiels tatsächlich ziemlich stark an ein Legespiel, allerdings in ziemlich komplexes Legespiel wohlbemerkt.
Das Spielmaterial ist völlig in Ordnung und besonders das Archäoskop ist ein Hingucker. Die Thematik wirkt allerdings aufgesetzt (antike Kulturen, die einen Lageplan ihrer Hauptstadt, verschlüsselt an euch weitergeben?) und besonders die Illustrationen sind leider ein Kritikpunkt.
Während sie zwar wunderschön sind und ein tolles futuristisches Flair erzeugen, sind sie schlicht unpraktisch. Ein paar weniger (rein dekorative) Linien und Zeichen hätten den Sichtschirmen gutgetan, um nicht von der Spielübersicht abzulenken. So ist diese leider sehr unübersichtlich. Die Anleitung ist leider ebenfalls etwas kompliziert geschrieben und hätte an manchen Punkten verständlicher sein können.

Die Aufmachung des Spiels birgt jedoch auch noch einen sehr großen Pluspunkt. ArcheOlogic kommt mit einer eigenen Internetseite daher. Dort kann man, beim Kontrollieren der eigenen Lösung diese eingeben und erhält anschließend lediglich die Information, welche der eigenen Teile richtig oder falsch liegt, anstatt die gesamte Lösung zu sehen. Durch diese Alternative kann ein Spieler, der sich beim Grundriss geirrt hat, ebenfalls weiter mitspielen und muss nicht ausscheiden. Dies stellt wirklich eine große Verbesserung gegenüber der Anleitung dar.
Trotz lediglich 28 verschiedener Rätsel ist der Wiederspielreiz ziemlich hoch ist. Da man jede Runde andere Hinweise erhält, werden sich auch 2 Runden mit derselben Karte gänzlich verschieden anfühlen und bis die 28 Rätsel repetitiv werden, müsste die Stadt wohl ziemlich oft erkundet werden.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dadurch dass man in jedem Zug selbst ebenfalls Informationen erhält, fühlt es sich an, als wäre man fast immer am Zug. So muss man eigentlich nur warten, wenn ein Spieler vor seinem Zug lange überlegt, welche Frage ihm denn nun helfen könnte. Doch meist gibt es sowieso immer irgendwelche Überlegungen, die man treffen kann, und so entsteht sehr wenig Wartezeit.
Es muss jedoch auch angemerkt werden, dass ArcheOlogic sehr solitär ist. Natürlich, man erhält zwar in den Zügen der Mitspieler ebenfalls Antworten auf ihre Fragen, doch wirkliche Kontaktpunkte innerhalb des Spiels gibt es eigentlich fast gar nicht. So fühlt sich eine 4-Spieler-Partie nicht sehr verschieden von einer mit 2 oder gar einem Spieler an.
Ebenfalls muss bedacht werden, dass ArcheOlogic ein Spiel ist, das sehr viel „Denkaufwand“ mit sich bringt. Während das für mich persönlich zwar ein großer Pluspunkt ist, gibt es Spieler oder Spielerunden, in denen dies eher auf Ablehnung stoßen könnte. Ob ArcheOlogic also ein geeignetes Spiel ist, hängt sehr stark von der eigenen Vorliebe gegenüber Logikaufgaben ab.
ArcheOlogic ist also ein sehr tolles Rätselspiel, das das reine Rätseln sogar noch ein wenig mit „puzzeln“ verbindet. Es bietet interessante Überlegungen und wenig Down-Time, könnte aufgrund fehlender Interaktion jedoch auch auf Abneigung stoßen. Allen Freunden von Logikrätseln sei jedoch empfohlen, es sich einmal genauer anzusehen!
Rezension Michele Stark
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung ArcheOlogic:
4,0, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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05.01.26 von Michele Stark - Sehr tolles Denkspiel, welches trotz der geringen Interaktion stark zu empfehlen ist. |
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13.01.26 von Frank Gartner - Ich finde die Grundidee absolut reizvoll. Allerdings ist das Spiel einerseits sehr solitär. Es kann Situationen geben, in welchen die Informationen neu sortiert werden müssen, während andere Spieler bereits einen festen Plan haben. Dies kann zu längeren Downtimes führen. Noch fataler: Die Mechanik ist relativ filigran und wenn man bei der Einstellung der Scheiben dann einen Fehler macht, wird man sich irgendwann wundern, dass man das Rätsel nicht lösen kann. Ich hätte dem Spiel gerne einen Spielreiz von 5 gegeben, aufgrund o.g. Gründe lande ich jedoch nur bei einer 3. |
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