Rezension/Kritik - Online seit 22.02.2026. Dieser Artikel wurde 306 mal aufgerufen.

Pencil Pirates

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Verlag: HABA
Rezension: Kathrin Walther
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 3334
Pencil Pirates

Spielziel

Hey, ho, wir sind Piraten und seh‘n gefährlich aus, wir fahr’n mit unsern Schiffen aufs Meer hinaus“ – genau wie im Refrain eines bekannten Kinderklassikers geht es auch im Spiel Pencil Pirates von HABA zu. Von der Totenkopf-Insel aus stechen wir mit unserem Piratenboot in See und machen das Weltmeer unsicher, in dem sich viele kleine Insel befinden. Dabei sind wir meist sehr geradlinig unterwegs (außer wir haben mal wieder etwas zu tief in die Rumbuddel geschaut) und steuern von einer Insel zur nächsten.

Als waschechte Piraten haben wir es natürlich auf wertvolle Beute abgesehen, überfallen gerne reich beladene Handelsschiffe und lauschen entzückt dem Gesang hübscher Meerjungfrauen. Doch Achtung: Ab und an kreuzen auch gefährliche Haie unsere Route, die unserem Schiff schaden zufügen. Haben wir sieben Inseln angesteuert, ist es Zeit für eine Pause und es geht ans Begutachten der Beute. Wer hat am Ende des Tages wohl die beste Route genommen und konnte die besten Schätze einsammeln und holt sich den Sieg?

Ablauf

Die Vorbereitungen für das Spiel sind schnell gemacht. Jeder Mitspieler bekommt ein Blatt mit Seekarte vom Block, wobei darauf zu achten ist, dass es sich dabei um unterschiedliche Blätter handelt, erkennbar am Buchstaben A, B, C und D unten rechts in der Ecke. Außerdem benötigt jeder zukünftige Pencil Pirate noch einen Stift, ein Lineal und zwei Wirbelplättchen. Anschließend werden die drei Punktetafeln für jeden gut zugänglich in die Mitte der Spielfläche gelegt, bevor jeder Spieler seine Wertungsmarker passend zur Farbe des Lineals auf die Startfelder der sieben Wertungskategorien legt. Nun müssen nur noch Würfel, Sanduhr sowie der Wertungsblock bereitgelegt werden, bevor alle in See stechen können.

Das Spiel läuft über sieben Runden, wobei jeder seine erste Etappe bei der Totenkopfinsel startet. Gleichzeitig versuchen alle Spieler die bestmögliche Verbindung von der Startinsel zu einer anderen Insel zu finden, sodass auf dieser Strecke möglichst viele Schätze und möglichst wenig Minuspunkte eingesammelt werden. Wurde eine passende Insel gefunden, geht es ans genaue Anlegen des Lineals, um die beiden Inseln von Ecke zu Ecke zu verbinden. Beim Verbinden zweier Inseln gibt es jedoch ein paar Piratenregeln zu beachten:

1) Inseln sind immer von einer Inselecke zur anderen zu verbinden. Liegt eine Insel am Rande der Seekarte, gilt die Stelle als Ecke, an der das Blatt abgeschnitten ist und die Insel endet.

2) Bereits eingezeichnete Linien und eingesammelte Gegenstände dürfen durch neue Linien gekreuzt werden. Wurde ein Schatz jedoch schon eingesammelt, kann er nicht erneut eingesammelt werden.

3) Inseln, die bereits angesteuert wurden, dürfen nicht erneut angesteuert werden.

4) Der grüne und gelbe Bereich von Inseln sowie der dunkelblaue Bereich im Kern eines Wirbels dürfen nicht von Linien gekreuzt werden.

5) Die Wirbelplättchen lassen sich im Spiel je einmal einsetzen, um die aktuelle Fahrtrichtung zu ändern. Steuert man von seiner Insel aus das dunkle Zentrum eines Wirbels an und legt eines seiner Plättchen zurück in die Schachtel, lässt sich die Kursrichtung ändern und das Lineal darf in eine andere Richtung erneut angelegt werden, um an der Ecke einer neuen Insel anzukommen. Wurde ein Wirbel von einem Spieler genutzt, darf er im weiteren Verlauf des Spiels nicht erneut genutzt werden.

Ist dieser Schritt abgeschlossen, wird auf der neuen Insel die Zahl der nächsten Runde eingetragen und geschaut, ob auf ihr eine Schatztruhe oder ein Fernglas abgebildet ist.

--> Ist eine Schatztruhe abgebildet, darf bis zu dreimal gewürfelt werden. Auf dem Würfel sind die Zahlen von 2 bis 5 sowie die 7 und ein Totenkopf abgebildet. Hat man im ersten Wurf beispielsweise eine 2 gewürfelt und ist mit seinem Ergebnis nicht zufrieden, da man lieber eine höhere Zahl für mehr Punkte hätte, darf man noch ein zweites beziehungsweise drittes Mal würfeln. Wurde in einem späteren Wurf jedoch eine niedriger Zahl geworfen, gehen Punkte verloren. Beim Wurf eines Totenkopfs darf nicht erneut gewürfelt werden und der Wertungsmarker muss auf der zugehörigen Punkteleiste sogar bis zur vorangegangenen Schatztruhe zurückgesetzt werden, sodass Punkte verloren gehen.

--> Ist ein Fernglas auf der Insel abgebildet, wird das Lineal gewendet und in der nächsten Runde wird nicht mit der geraden sondern mit der gewellten Seite die Linie zwischen den beiden Inselecken gezogen.

Haben alle ihren Anker gesetzt, geht es ans Sichern der Beute. Alle Symbole, die von der zuvor eingezeichneten Linie gekreuzt wurden, werden zunächst eingekreist, bevor die Wertungsmarker im passenden Bereich der Tafeln entsprechend vorgezogen werden. Treffen auf einem Feld zufällig zwei Marker aufeinander, werden beide einfach gestapelt. Ist ein Symbol gewertet, wird es durchgekreuzt, sodass keins vergessen oder doppelt gewertet werden kann. Haben alle Spieler ihre Wertung abgeschlossen, werden die Blätter im Uhrzeigersinn weitergegeben, sodass vor jedem Spieler nun ein anderes Blatt liegt. Anschließend beginnt die nächste Runde. Gestartet wird jeweils von der Insel mit der aktuellen Rundenzahl, auf der die vorherige Runde endete.

Wurden sieben Runden nach diesem Schema gespielt, geht es an die Endwertung und der Wertungsblock kommt zum Einsatz. Nachdem im oberen Bereich die Namen der Spieler eingetragen wurden, werden nun die Punkte für die verschiedenen Wertungskategorien eingetragen. Sind alle Bereiche der Wertungstafeln ermittelt, geht es ans Zusammenrechnen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt, bei Gleichstand wird der Sieg geteilt.

Fazit

Bei Pencil Pirates ist ein gutes Auge und eine geschickte Hand gefragt, um beim Verbinden zweier Inseln möglichst viele Schätze einzusammeln und gleichzeitig wenig Schaden abzubekommen. Das Spiel richtet sich an 2 bis 4 Spieler und ist auf etwa 30 Minuten ausgelegt, was bei uns auch ganz gut hinkam. Da alle Spieler gleichzeitig spielen, verändert sich die Spieldauer auch bei unterschiedlicher Mitspieleranzahl kaum. Empfohlen wird das Spiel ab einem Alter von 8 Jahren, was sich bei uns als passend herausstellte. Zwar klingt das Spielprinzip erst einmal einfach, doch sollte der Umgang mit dem Lineal gut beherrscht werden, was meist erst im Laufe der Grundschulzeit der Fall ist.

Dank der anschaulich bebilderten Anleitung und des einfachen Spielprinzips lassen sich die Regeln schnell verstehen, sodass nach einmaligem Lesen eigentlich keine Fragen offen blieben sollten. Für jeden Wertungsbereich gibt es einen eigenen Abschnitt, Bilder veranschaulichen die Erklärungen und es wird auf das verschiedene Spielmaterial eingegangen.

Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Das Material ist umweltfreundlich aus Papier, Pappe oder Holz und kommt in Papiertütchen verpackt. Das ist umwelttechnisch natürlich von Vorteil, bringt jedoch beim Verstauen des Spielmaterials den Nachteil mit sich, dass die Papiertütchen nach dem ersten Öffnen aufgerissen sind und sich nicht wieder gut verschließen lassen, sodass man die Box eventuell selbst mit Tütchen nachrüsten muss oder aber das Material lose in der Schachtel rumfliegen hat, was bei uns auf geteilte Meinungen stieß.

Schön ist der dicke und doppelseitig bedruckte Spielblock, der viele Runden Spielspaß mit sich bringt. Damit direkt gestartet werden kann, liegen der Box auch gleich vier spitze Bleistifte bei, sodass auch Haushalte ohne Bleistifte (wobei sich in den meisten Haushalten mit Kindern wahrscheinlich mehr als ausreichend Bleistifte befinden…) sofort loslegen können. Nachkaufbar ist der Block bisher nicht, wobei es auch sehr unwahrscheinlich ist, dass man den Block zügig durchgespielt bekommt.

Sowohl optisch als auch thematisch ist das Spiel gut gelungen und passt zum Alter der Zielgruppe. Man kann sich gut in das Spielthema einfinden, als Pirat in See zu stechen und von Insel zu Insel zu segeln, immer auf der Suche nach Schätzen, Edelsteinen und anderen wertvollen Gegenständen. Wirbel ändern die Richtung, das Fernrohr lässt einen um Hindernisse herumfahren beziehungsweise Beute besser erblicken und Haie sorgen für Gefahr und können das Schiff sogar so stark beschädigen, dass es untergeht und das Spiel für einen dann direkt beendet ist (ist bei uns glücklicherweise bisher nicht vorgekommen).

Pencil Pirates eignet sich sowohl als Spiel für Familien als auch als Spiel für reine Kinderrunden, da das Thema anspruchsvoll genug ist, um sowohl Spielern ab 8 Jahren als auch Erwachsenen Spaß zu machen. Durch das einfache Spielprinzip ist das Spiel schnell erklärt und lässt sich auch von Neulingen direkt spielen.

Dadurch, dass die Spielpläne nach jeder Runde weitergereicht werden, haben alle Spieler relativ gleiche Chancen und es können sich keine langfristigen Strategien zurechtgelegt werden. Zwar spielt jeder Spieler in erster Linie für sich allein, doch ist es schon möglich, eher abgelegene Inseln anzusteuern, die den nächsten Spieler in eine etwas schwieriger Ausgangsposition für die nächste Fahrt bringen und ihn so etwas zu ärgern.

Schön ist, dass alle Spieler gleichzeitig am Zug sind, sodass es keine langen Wartezeiten gibt, was zusätzlich durch den Einsatz der Sanduhr verstärkt wird. Denn sind alle Spieler bis auf einer mir ihrer Strecke fertig, dreht der vorletzte Spieler die Sanduhr. Der noch übrige Spieler hat nun nur noch eine Minute Zeit, um seinen Zug zu beenden, andernfalls muss er seinen Wertungstaler in der Kategorie „Hai“ eine Position weiter nach vorne setzen. Der Zug darf dann zwar noch regulär beendet werden, da sich die Minuspunkte jedoch mit jedem Voranschreiten des Hais erhöhen, tun sie mit der Zeit doch weh oder führen sogar zum Ausscheiden, sodass schon jeder bemüht sein wird, seinen Zug rechtzeitig zu beenden.

Der Einfluss auf Sieg oder Niederlage ist zwar zu einem Teil glücksabhängig, je nachdem, ob man eine gute Ausgangsposition hat oder beim Würfeln hohe Zahlen oder stattdessen einen Totenkopf würfelt, doch hat man schon sehr viel Einfluss darauf, welche Symbole eingesammelt werden, ob man Meerjungfrauen und Flaschen gut im Blick hat und darauf achtet, seine Wirbel clever einzusetzen und passende Inseln anzusteuern. Ein gutes Auge und geschicktes Händchen beim Einzeichnen der Strecken sind ein entscheidender Faktor über Sieg oder Niederlage.

Zusammenfassend ist Pencil Pirates ein schönes Zeichenspiel, dass frischen Wind in das Genre der Papierspiele bringt und ganz ohne Karten oder Würfel auskommt. Das Spiel eignet sich gut für Familien, da es sowohl Kindern als auch Erwachsenen Spaß macht, funktioniert aber auch gut in reinen Kindergruppen, da die wenigen Regeln schnell verstanden sind und dann jede Runde nach demselben Schema abläuft. Hier liegt auch ein kleiner Kritikpunkt, dass sich die sieben Runden, über die sich das Spiel zieht, am Ende manchmal etwas zäh anfühlen können, da jede Runde ähnlich abläuft, abgesehen davon, dass die Auswahl an Inseln, Schätzen und Wirbeln weniger wird und noch genauer geschaut werden muss, wo man als nächstes hin möchte. Das Spielprinzip beinhaltet eine angenehme Balance aus etwas Glück und Einfluss, die für Abwechslung und Aufmerksamkeit während des Spiels sorgt. Die Wertungstafeln sollten stets im Blick behalten werden, um das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können. Insgesamt ein schönes Spiel, dass bei uns gut ankommt. Und auch wenn der Wiederspielreiz durch den immer wieder gleichen Ablauf irgendwann nachlässt, sorgt Pencil Pirates doch für viele Runden Spielspaß!

Rezension Kathrin Walther

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Pencil Pirates: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.01.26 von Kathrin Walther - Ein gelungenes Kinder- und Familienspiel, das sich angenehm von der Masse abhebt und durch einfache Regeln überzeugen kann. Das Spiel macht sowohl Erwachsenen als auch Kindern Spaß und bietet eine gute Mischung aus etwas Glück und relativ viel Einfluss, was den Ehrgeiz weckt, die bestmöglichen Strecken zu finden. Dadurch, dass alle gleichzeitig spielen und die Zugzeit am Ende zudem durch eine Sanduhr begrenzt wird, gibt es kaum Wartezeiten, was besonders ungeduldigen Spielern entgegenkommt.

Leserbewertungen

Leserwertung Pencil Pirates: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.26 von Kichererbse - "Pencil Pirates" ist ein Familienspiel für 2-4 Spieler ab 8 Jahren und dauert etwa 30 Minuten. Worum geht es? Ahoi, Piraten! Ein riesiger, weiter Ozean mit vielen unbekannten Inseln liegt vor den Spielenden. Sie machen sich bereit und spitzen ihre Bleistifte. Sie zeichnen Linien auf ihren Seekarten, um von einer Insel zur anderen zu segeln. Sie sammeln auf ihren Reisen so viele Schätze und Piratenbeute wie möglich. Bei diesem „Draw and Collect“-Spiel zeichnen die Spieler mit einem Bleistift also Routen auf Seekarten ein. Und das geht so: Mechanik: Alle Teilnehmer spielen gleichzeitig. Mit einem kleinen Lineal ziehen die Spieler gerade Linien auf ihren individuellen Seekarten, um von Insel zu Insel zu segeln. Ziel: Auf den gezeichneten Wegen müssen Schätze wie Rubine, Goldmünzen und Meerjungfrauen eingesammelt werden, während Hindernisse wie Haie oder zu viel Rum (Minuspunkte) zu vermeiden sind. Rundenstruktur: Das Spiel läuft über 7 Runden. Nach jeder Runde werden die Karten oft an den nächsten Spieler weitergegeben, der die Route vom Endpunkt des Vorgängers fortsetzen muss. Gewinnbedingung: Wer nach Abschluss der 7 Runden die meisten Punkte auf den verschiedenen Wertungstableaus gesammelt hat, gewinnt. Fazit: "Pencil Pirates" ist ein kreatives, spannendes Familienspiel mit Kindern, bei dem Routen einzeichnen, Inseln ansteuern und Schätze sammeln großen Spaß machen. Man muss vorausschauend und strategisch denken und planen. Durch die immer neuen Seekarten und Schätze ist für viel Varianz und großen Wiederspielreiz gesorgt. Das farbenfrohe Piratendesign schafft Abenteuerstimmung und rundet das sehr positive Gesamtbild des Piraten-Familienspiels ab. Sehr empfehlenswert für die genannte Zielgruppe und daher Daumen hoch und Ahoi!😃👍