Rezension/Kritik - Online seit 09.07.2026. Dieser Artikel wurde 378 mal aufgerufen.

Aeterna

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Autor: Martin Wallace
Verlag: Ares Games
Ergo Ludo Editions
Grail Games
Rezension: Roland Winner
Spieler: 2 - 4
Dauer: 60 - 120 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2775
Download: Kurzspielregel [PDF]
Aeterna

Spielziel

Übernimm die Rolle einer römischen Familie und versuche, in 3 Epochen ihr Prestige zu steigern. Dazu muss Einfluss über die 7 Hügel von Rom gewonnen werden, wobei das römische Volk aber nicht zu sehr in Unruhe geraten sollte.

Ablauf

Im hier beschriebenen Spiel zu viert werden alle 7 Hügel des Spielplans mit je 3 Belohnungsmarkern bestückt, im Baubereich in der Mitte wird von jeder der 3 Gebäudearten 1 Exemplar aufgestellt. 2 Persönlichkeits-Karten liegen auf dem Spielplan offen aus. 4 Unruhe-Schadensmarker kommen auf die 4 Unruhe-Schadensfelder.

Jeder Spieler startet mit seinem Haus-Tableau samt 2 Bürgern, 1 Stein, 2 Goldmünzen und 5 Weizen. Auf die Hand erhält jeder Spieler 2 Provinz- und 3 Monumentkarten.

(Auf dem Bild vom Spielbrett links hier in der Rezi wurde nichts platziert, um einen besseren Blick auf die Bereiche dort zu erhalten.)

Jede der 3 Epochen besteht aus 9 Phasen (A ... I) hintereinander. Die Phasen C und folgende sind Aufräum- und Abrechnungsphasen:

Es beginnt mit A) Draften in Spielerreihenfolge der anfangs 5 Handkarten (ab Runde 2 zieht man 5 neue), bis jeder Spieler 4 Karten verdeckt vor sich liegen hat und 1 Karte auf den Spielplan gelegt hat, die final aufgedeckt werden. Jeder Spieler nimmt seine zuvor 4 abgelegten Karten auf die Hand.

Danach folgt die Haupt-Phase, nämlich B) Aktionen.

In seinem Zug in Spielerreihenfolge muss man genau 1 Aktion ausführen und darf vorher und / oder nachher Neben-Aktionen machen.

Für die Haupt-Aktion gibt es 5 Optionen:

Generell: Durch das Ausspiel von Karten kann es zu Unruhe-Punkten kommen, die auf ihrer Skala positiv wie negativ Prestige-Punkte für ihren Spieler verursachen können, wenn Extremwerte überschritten werden. Farben auf den Karten spielen zum Spielende eine Rolle, wo dann möglichst große Sets aus Karten in verschiedenen Farben gebildet werden sollten.

1) Eine Karte spielen:

Du spielst 1 Handkarte (Monument oder Provinz) offen in deinen Spielbereich und zahlst ihre Kosten (Geld, Steine, Bürger). Belohnungen der Karte und Soforteffekte werden direkt genommen. Jede Karte zeigt an ihrem unteren Rand 1 von 6 möglichen Farben. Diese sind für die Endwertung relevant.

2) Eine Gunst erhalten durch Persönlichkeits-Karte:

Du zahlst die erforderlichen Münzen für eine ausliegende Persönlichkeits-Karte, deren Bedingung du mindestens einmal erfüllt haben musst. Erhalte die Belohnungen nun so oft, wie du die Bedingung erfüllst. Lege die Karte vor dir ab, ihre Farbe ist immer grau (die 7. Farbe im Spiel), ganz rechts unten zu sehen.

3) Ein Gebäude errichten:

Setze 1 Bürger von deinem Tableau auf 1 der 3 freien Plätze des Baubereichs mit Gebäude, wofür 1 Stein zu zahlen ist und es 3 Prestige-Punkte gibt. Dafür stellst du das Gebäude auf einen Hügel deiner Wahl, passend dort zum Gebäude-Typ, der je Hügel nur einmal vorkommen kann. Wer in der Aktion "4) Einfluss auf einen Hügel nehmen" Präfekt wird, profitiert von allen Gebäuden des Hügels.

4) Einfluss auf einen Hügel nehmen:

Setze 1 Bürger von deinem Tableau auf 1 beliebigen Hügel und zahle verschiedene Kosten, je nachdem ob dein Bürger der erste Bürger, zweite Bürger usw. auf dem Hügel ist. Eingesetzt wird linksbündig, Bürger derselben Farbe stapeln sich. Ist dein Stapel jetzt höher als der Stapel links von dir, so wechselt dein Stapel nach links und der andere weicht nach rechts aus.

Wer ganz links liegt, wird Präfekt, was sehr erstrebenswert ist. Gibt es auf dem Hügel noch aktive Belohnungs-Marker, darfst du einen davon nutzen und somit verbrauchen, also nach unten schieben. Du musst dann aber direkt alle Belohnungen nehmen oder generell verzichten.

5) Passen:

Bewege deinen Reihenfolge-Marker auf ein freies Feld der Passen-Leiste mit dem höchstem Prestige-Punktewert. Du darfst jetzt noch Neben-Aktionen machen, ansonsten endet für dich diese Phase. Haben alle Spieler gepasst, endet die Aktions-Phase.

C) Wertungen:

Jeder Hügel bringt den Spielern Prestige-Punkte gemäß Position ihrer Bürger dort. Der Spieler auf der 1. Position erhält den höchsten sichtbaren Prestige-Punktwert usw.. Im Laufe der Partie kommt es zu Abdeckungen von Prestige-Punkten.

D) Verwüstngen:

Je nach Spielerzahl werden mindestens 1 bis 3 Hügel verwüstet, d. h., der höchste sichtbare Prestige-Punkt-Wert erhält 1 Verwüstungs-Marker und der Spieler ganz links muss 2 Felder hoch bei der Unruhe. Verwüstet werden die Hügel mit den meisten Bürgern, bei Patt sind alle Beteiligten betroffen und es werden ggf. mehr Hügel als regulär verwüstet.

E) Gebäude:

Die Präfekten erhalten für jedes Gebäude auf ihrem Hügel deren Boni, also 2 Prestige-Punkte bzw. 2 Weizen bzw. Abzug von 2 Unruhepunkte.

F) Haus-Tableau:

Nehmt eure Bürger vom Spielplan zurück in die Mitte eures Haus-Tableaus.

G) Unruhe:

Prüft die Position eurer Unruhe-Marker. Für jeden der 4 Schadens-Marker auf der Unruhe-Tabelle ist zu entscheiden, ob man die jeweils angegebenen Ressourcen zahlt oder 1 Untergangs-Marker (siehe Spielende) nimmt. Es sind nur die Schadens-Marker relevant, die auf und unterhalb der Position des eigenen Unruhe-Markers liegen.

H) Ernährung:

Jeder Spieler muss 1 Weizen je Bürger auf seinem Haus-Tableau zahlen. Jeder nicht ernährte Bürger bringt 2 Felder mehr an Unruhe.

I) Epochen-Ende:

Alle Karten der aktuellen Epoche, die nicht gespielt wurden, verschwinden aus der Partie. Das betrifft auch Handkarten der Spieler. Einige Persönlichkeits-Karten werden neu bereitgelegt. Belohnungs-Marker sind wieder zu aktivieren, leere Bauplätze aufzufüllen, aktivierte Monument-Karten zu reaktivieren. Jeder Spieler in Passen-Reihenfolge wählt seine gewünschte Position für die nächste Epoche.

Spielende:

Ermittelt die endgültigen Prestige-PUnkte je Spieler aus übrigen Ressourcen, Monument- und Provinzkarten, für Sets aus 6 oder 7 verschiedenen Farben aller gespielten Karten (3 oder 9 Prestige-Punkte), aus Stand auf der Unruhe-Leiste. Wer allerdings oben auf der Unruhe-Leiste steht, scheidet ohne Prestige-Punkte aus dem Spiel aus. Gewinner ist, wer die meisten Prestige-Punkte erzielte.

Neben-Aktionen - beliebig oft:

Vor, und / oder nach deiner Haupt-Aktion darfst du

entweder 1 beliebige Karte von der Hand aus dem Spiel geben und dafür wahlweise Boni nehmen, wie Erhalt von 1 Bürger plus 2 Münzen oder 1 Stein oder 2 Unruhe weniger.

oder du könntest auch 1 ausgespielte Monument-Karte vor dir aktivieren, also diese um 90° Grad drehen und ihren Effekt nutzen.

Fazit

Ausstattung: Hervorzuheben sind die detailreichen bunten Holzfiguren und Holz-Ressourcen, besonders vor allem die Gebäude. Ansonsten ist der sehr große Spielplan (75 x 55 cm) zu erwähnen, der großzügig angelegte und gut erkennbare Bereiche und Symbole enthält.

Selten habe ich so einen aufgeräumen - dabei auch noch schönen - Spielplan gesehen. Allerdings benötigt man einen Spieltisch mit mindestens 100 cm Breite, da die Spielertableaus samt erforderlichem Platz für ausgespielte Karten (oberhalb davon) an den Längsseiten gerade eben noch Platz finden.

Ungewöhnlich sind die besagten Spielertableaus, die durch herausgedrückte Flächen wie Double-Layer Boards wirken, aber mangels Boden doch keine sind. Auf jeden Fall erfüllen sie ihren Zweck, dass keine Ressourcen verrutschen und sie bereichern das Spiel atmosphärisch durch ihre tempelartige Form.

Die Karten sind von guter Qualität, alle Informationen auf den Spielkarten wurden übersichtlich angeordnet, nützliche Spielhilfen liegen auch bei. Eindruck: sehr gut

Spielregeln: Nach Abzug von Aufbau und Anhang müssen nur noch 7 Seiten studiert werden, die zudem vorbildlich aufgebaut und recht gut mit Beispielen illustriert sind (teilweise sehr umfangreich und dabei unbedingt hilfreich zum Verständnis). Hier kommt wirklich keine einzige Frage auf. Im Anhang findet man interessante Infos zu Persönlichkeiten und Monumenten im Spiel, also eine thematische Doku für Interessierte. Zum Schluss folgt eine gute Kurzübersicht zum Spiel und eine Übersicht der Symbole. Alles in allem wird hier ein wirklich ausgezeichnetes Regelheft geliefert.

Spielspaß:

Dank übersichtlicher Aktionen, eigentlich nur 4 verschiedene - ohne Passen - , ist stets schnell klar, was aktuell möglich ist. Jedoch ist jede Entscheidung dahingehend gut abzuwägen, wie sie sich auf mögliche Prestige-Punkte auswirkt und inwiefern Mitspieler darauf reagieren könnten. Das Timing eigener Aktionen spielt eine große Rolle. Schließlich können sich schnell Mehrheiten bei den Bürgern auf den Hügeln ändern mit entsprechenden Änderungen bei Prestige-Punkten und Präfekten-Boni.

Während der "Ernährungs-Phase" rächt es sich, nicht auf seine Weizenvorräte geachtet zu haben, denn da kommen schnell einige Unruhepunkte zusammen. Überhaupt sind Unruhepunkte zu vermeiden, denn sie werden häufig zugewiesen und verursachen zum Epochenende zunehmend Druck durch erzwungene Ressourcenabgaben bzw. Zuweisung von Untergangsmarkern, die man nicht mehr los wird. Zum Spielende drohen für schlechtes Management dort bis zu 17 Minus-Prestige-Punkte und eventuell sogar der Rausschmiss aus der Partie.

Die ungewöhnliche Phase "Verwüstung" in jeder Epoche kann erwartete Prestige-Punkte schmälern oder auflösen, womit genau auf Hügel zu achten ist, die zu viele Bürger haben. Es sind also schnelle Wendungen möglich und jeder Spieler muss permanent austarieren, wo und wann er seine Schwerpunkte setzt.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man den Farben am unteren Rand seiner gespielten Karten widmen, da erst Sets aus 6 verschiedenen Farben 3 Prestige-Punkte, 7er-Sets sogar 9. Beim Draften neuer Karten kann man meist schon eine gute Vorauswahl geeigneter Karten treffen.

Aeterna fordert m .E. seine Spieler, präzises Timing und Flexibilität zählen. Es ist trotz relativ weniger Regeln kein Leichtgewicht bei der Komplexität. Wer bei allem nicht die Übersicht verliert, wird jedoch mit einem spannenden Spielerlebnis belohnt, das durchaus in den unterschiedlichen Spieleranzahlen gut funktioniert.

(Nachtrag zum Bild rechts: Der rechteckige, weiße Unruhemarker rechts neben der 4 gehört 1 Zeile tiefer in das rote Feld.)

Rezension Roland Winner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Aeterna: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.26 von Roland Winner - Schöne Aufmachung, klare Regeln. Baue auf den 7 Hügeln Roms Gebäude und siedle Bürger an, was dir jeweils Vorteile bringt. Entsende Bürger in Provinzen und errichte Monumente, was Belohnungen und aber auch oft Unruhepunkte bedeutet. Unruhen müssen gut gemanaged werden, sonst verliert man das Spiel. Spannend und fordernd, da jede Aktion weitreichende Konsequenzen hat.

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