Rezension/Kritik - Online seit 07.04.2026. Dieser Artikel wurde 569 mal aufgerufen.
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Nimm Artisten in dein Kartendeck auf und absolviere mit ihnen Vorstellungen in einigen vorgegebenen Städten. Dabei zahlt es sich aus, wenn die 5 verschiedenen Arten von Artisten gut zusammenpassen und zum richtigen Zeitpunkt auftreten.
Ihr wappnet e
uch jeweils für 5 Runden mit einem für alle Spieler identischen Startdeck von 5 unterschiedlichen Artisten-Arten sowie 2 weiteren ausgewählten Artisten. Und ihr kennt jeweils eine Stadt, wo ihr auftreten werdet. Nun gilt es, gut abgestimmte Vorstellungen abzuliefern.
Jede Runde besteht aus 4 Phasen, von denen jede Phase von allen Spielern abgehandelt wird, bevor es zur nächsten Phase geht.
Phase 1 - Wandern (entfällt in Runde 1):
Ab Runde 2 ziehen die Spieler - in aufsteigender Folge ihrer in der Vorrunde erzielten Punkte - genau 1 Paar Karten (Artist + Stadt) aus der paarweise angeordneten offenen Auslage, die immer 2 Paare mehr enthält, als Teilnehmer im Spiel sind. Bei Gleichstand gilt unter den Beteiligten das Punkteergebnis der Vorvorrunde, ansonsten wird gelost. Der neue Artist wird auf das eigene Deck gelegt, die neue Stadt offen vor den Spieler. Nicht gewählte Karten-Paare kommen unter ihre Stapel zurück, nachdem jeder Spieler gewählt hat.
Phase 2 - Eine Vorstellung geben:
Alle spielen gleichzeitig. Ihr mischt euer verdecktes Deck (anfangs mit 7 Artisten) und zieht die obersten 3 Karten auf die Hand. Wer in der Runde zuvor die meisten Punkte erzielte, beginnt und
kündigt zuerst an, mit wie vielen Artisten er mindestens auftreten will. Der Spieler mit den zweitmeisten Punkten zuvor folgt, danach alle weiteren Spieler gemäß der zuvor erzielten Punkte. Die angekündigten Werte werden jeweils auf dem Block notiert. In Runde 1 gilt die Sitzreihenfolge ab Startspieler.
Dann beginnt der Aufbau der Vorstellung, indem man nacheinander Artist für Artist in einer Reihe vor sich ausspielt, immer rechts anlegend an die vorherige Karte. Nach jeder Karte wird die Kartenhand sofort auf 3 aufgefüllt.
Jederzeit kann man in seinem Zug ...
a) sein Tausch-Plättchen nutzen und 2 Karten vom eigenen Deck ziehen, 2 Handkarten auf das Deck legen und es neu mischen.
b) 1-mal je Runde eine Pause-Karte anlegen (bringt 4 Minus-Punkte), die wie ein Joker bei Verbindungen wirkt und somit hilft, unpassende Verbindungen zu überbrücken.
Bedingung für das Anlegen ist, dass der jeweils neu anzulegende Artist mindestens 1 farbig passende Verbindung zur vorherigen Artisten-Karte aufweist. Viele Artisten zeigen oben ein Effekt-Symbol, das sofort wirkt (oder verfällt). Man kann solange weitere Artisten anlegen bis eine von 3 Situationen eintritt:
Erläuterung von Verbindungen anhand der hier abgebildeten Akrobatik-Karte: Nur falls die nächste Karte rechts daneben eine Verbindung zu Grün oder Blau auf der Akrobatik-Karte herstellen kann, darf sie angelegt werden. Alternativ kann auch eine Pause-Karte folgen, da diese als Joker alle Verbindungen bedient. Da die Karte Lila ist, dürfte auch oberhalb ihrer Position Lila angelegt werden.
Phase 3 - Runden-Wertung:
Geht nacheinander eure Vorstellungen durch. Nun werden Punkte errechnet. Dazu zählt man die Sternchen.
a) Hat deine Vorstellung mindestens so viele Artisten, wie angekündigt? Ja = Punkte wie Zahl der Ankündigung
b) Städte: Jede Stadt will bestimmte Artisten (Farben) in der Vorstellung sehen. Falls die Vorgabe erfüllt ist, gibt es 3 - 5 Punkte, je nach Aufdruck.
c) Artisten: Jede Art von Artisten (die Farbe zählt) hat ihre individuelle Weise, Punkte bzw. Geld zu generieren. Da spielt die Reihenfolge in der Vorstellung mit und wie viele Artisten gleicher Art auftreten. Pause-Karte (Joker) genutzt = minus 4 Punkte.
Alle Punkte werden auf den Block übertragen.
Phase 4 - Münzen ausgeben:
Wer jetzt genug Geld besitzt, darf es nutzen, um maximal einmal jede der 1 bis 3 folgenden Kauf-Gelegenheiten zu nutzen:
für 5 Geld: 2 Artisten vom Stapel in der Tischmitte ziehen, 1 auf das eigene Deck legen, 1 unter Stapel zurücklegen.
für 3 Geld: 2 Städte vom Stapel in der Tischmitte ziehen, 1 davon behalten, 1 unter Stapel zurücklegen.
für 3 Geld: 1 Tausch-Plättchen nehmen, mehr darfst du nicht besitzen.
Rundenende:
Sammelt eure Artisten ein und legt sie mit eventuell nicht ausgespielten Artisten wieder als Deck vor euch. Ausgespielte Städte kommen unter den Stapel in der Tischmitte und sind somit abgehandelt.
Spielende:
Nach 5 Runden werden Punkte gezählt, Münzen bringen noch für je 3 Geldwert je 1 Punkt. Wer die meisten Punkte erzielt, ist der Sieger.
Erläuterungen zur längeren Vorstellung im oberen Beispiel:
Die 1. und 2. roten Karten bringen zusammen 4 Punkte, was je 1 Stern am unteren Rand und die 2 Sterne auf der Verbindung unten rechts anzeigen.
Die gelbe Karte bringt 1 Geld, wie im unteren Karten-Teil angegeben ist.
Die blaue Karte bringt 1 Punkt, da die nächsten 2 Karten links von ihr nicht blau sind.
Die grüne Karte ist nichts wert, da nur die letzte/vorletzte/drittletzte Position zur Wertung aller grünen Karten führen.
Die obere lila Karte (nur Lila darf auch nach oben angelegt werden) ist 3 Punkte wert.
Die abschließende Pause-Karte ist hier ein Verbindungs-Joker, um danach mit 1 beliebigen Karte weitermachen zu können. Sie bedeutet 4 Minus-Punkte für den Spieler.
Im Detail sind die Bedingungen zu einzelnen Farben, die jetzt im Beispiel nicht eintraten, noch ausführlicher.
Hinweis: Das Spielregelheft bietet eine vereinfachte Version an:
Ausstattung: Viele thematisch gut gestaltete Karten, bunt und übersichtlich, wecken direkt den Wunsch nach einer Partie. Übersichten zu Effekten liegen bei, jedoch nicht zu den verschiedenen Wertungs-Bedingungen der Artisten, die jedoch immer im unteren Kartenteil gut skizziert wurden.
Der kleine Wertungsblock ist meines Erachtens wenig hilfreich. Zum einen, da er nur für 5 Spieler gemacht ist statt für 6, was die maximale Spielerzahl wäre. Zum anderen hat er keine Struktur, wie es z. B. die Einzelpositionen der Wertungen wären. Die Schachtelmaße sind mit 45 mm x 135 mm x 185 mm (H x B x L) angenehm klein.
Fazit: Die Aufmachung ist sehr ansprechend, werten sollte man gegebenenfalls auf einem selbst erstellten und ausgedruckten Excel-Sheet je Spieler.
Regeln: Da gibt es nichts zu meckern, da alle Phasen und Elemente klar und verständlich erklärt werden. Die Beispiele unterstützen dabei bestens. Nur bei den Angaben zum "Vereinfachten Spiel" hätte erwähnt werden können, dass es dann keine Punkte bei der entfallenen Ankündigung gibt. Gesamteindruck: sehr gut.
Spielspaß:
Der Wanderzirkus wartet mit Deckbau auf in Kombination mit Dominoeffekten, also zueinander passende Karten in Reihe zu legen. Das ist in der Form ein für mich neues System, welches mich sehr animiert. Überhaupt reizt mich das Thema Zirkus und die Vorstellung, die Reihenfolge der Artisten in meinen Vorstellungen nach Kriterien wie ihre Verbindungsstellen und Nachfrage in den Städten zu planen.
Diese Aufgabe ist zunächst gar nicht so schwer, aber am Ende zählt nicht nur eine lange Reihe von Artisten, sondern auch die clevere Positionierung der einzelnen Artisten-Farben je nach ihren Wertungsregeln. Dazu bedarf es einer gezielten Durchmischung des eigenen Decks mit der Wahrscheinlichkeit, bei den jeweils 3 Karten auf der Hand punkteträchtige Karten zu sehen.
Die Beschaffung von Artisten ist in jeder Runde 2-mal möglich, beim Wandern (Phase 1) durch Auswahl aus der Auslage und beim Geldausgeben (Phase 4) durch
Ziehen vom Stapel.
Dabei spielt das Glück eine nicht gerade kleine Rolle. Nun besteht allerdings dank der Karteneffekte oftmals die Chance, die Positionen von Karten im Deck zu ändern bzw. Handkarten darauf abzulegen. Auch das Tausch-Plättchen trägt dazu bei, unpassende Karten vorübergehend loszuwerden.
Das Planen seiner Artisten in Reihenfolge für die Vorstellung ist eine knifflige Aufgabe, zumal Ausspieleffekte bedacht werden müssen und Kenntnisse über das noch nutzbare Deck sehr helfen. Ihr müsst extrem aufpassen, dass dabei keine Fehler passieren, zumal nach jeder Karte sofort nachgezogen wird. Ich empfehle, dass jeder Spieler vor den Augen der Mitspieler seine komplette Vorstellung macht. Andernfalls ist mit Fehlern zu rechnen.
Der Aufbau einer Vorstellung wird sehr durch die Pause-Karte erleichtert, die zwar 4 Punkte kostet, sich jedoch trotzdem rechnen kann. Jedenfalls hilft sie auch sehr gut, zunächst aussichtslos erscheinende Vorstellungen aus vielleicht nur 2 oder 3 Artisten fortsetzen zu können. Und die Pause zählt als gewöhnlicher Artist für die Wertungsbedingungen der grünen und blauen Karten. Wichtig und nicht zu vernachlässigen ist auch die Einbeziehung der Anforderungen der jeweiligen Städte, deren Punkte auf keinen Fall fehlen sollten.
Ganz und gar nicht gefällt mir die Lösung von Gleichständen beim Kartenwählen (Phase 1) und Ankündigen (Phase 2). Da sollen die Punkte der Vorrunde, dann ggf. der Vorvorrunde und dann das Los entscheiden. Diese Regelung empfinde ich leider als sperrig und unübersichtlich. Um in korrekter Reihenfolge zu spielen, ist daher eine hohe Aufmerksamkeit aller Spieler erforderlich.
Der Wanderzirkus bietet dank ungewohnter und interessanter Art des Ausspielens (Deckbau + Domino) eine willkommene Abwechslung für schon erfahrene Karten-Spieler und ist zu mehreren Spielern dank größerer Auswahl etwas interessanter als nur zu zweit. Das Handling korrekter Abläufe hinsichtlich der Spielerreihenfolge ist jedoch aufwändig.
Spielspaß ist meines Erachtens garantiert bei diesem coolem Spiel, das ich gerne in der vereinfachten Version spiele.
Rezension Roland Winner
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Der Wanderzirkus:
5,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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08.03.26 von Roland Winner - Schön illustrierte Karten und interessanter Mechanismus: Deckbau mit Dominoeffekt beim Ausspielen. Man plant seine insgesamt 5 Vorstellungen im Spiel durch Positionierung seiner Artisten in selbst gewünschter Reihenfolge ihrer Darbietung. Nach und nach holt man zusätzliche Artisten ins Team. Jedoch müssen Artisten (gibt es je nach ihrer Spezialisierung - wie etwa Akrobatik - in 5 Farben) immer zu ihrem jeweils vorher performenden Kollegen passen, d.h., einer der möglichen Verbindungspunkte beider Karten muss farblich passen. Jeder Artist hat links und rechts mehrere Verbindungssymbole. Und je nach Position in der Reihenfolge und/oder Anzahl gleichartiger Artisten (z.B. 2 Clowns, sind immer in roter Farbe) variieren die möglichen Sieg-Punkte. Zusätzlich wird belohnt, wenn man genau die Wünsche der 1 - 2 besuchten Städte befolgt hinsichtlich der Art der auftretenden Artisten (z.B. Akrobaten, Feuertänzer, Magier). TOLLE SPIELIDEE, gut umgesetzt! |
Leserwertung Der Wanderzirkus:
5.0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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14.03.26 von Dieter Schmitz - Schönes Kartenspiel mit einem netten Mechanismus, der bisher nur bei wenigen Spielen zu finden war. |