Rezension/Kritik - Online seit 27.10.2026. Dieser Artikel wurde 407 mal aufgerufen.

Falsche Schlangen

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Autor: Inka Brand
Markus Brand
Emely Brand
Lukas Brand
Verlag: Blackrock Games
Edition Spielwiese
Rezension: Günter Berberich
Spieler: 3 - 6
Dauer: 15 - 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 6,0 6,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1754
Falsche Schlangen

Spielziel

Falsche Schlangen - die Bezeichnung für hinterhältige und verlogene Personen. Das hatte meine Neugier geweckt und ich wurde nicht enttäuscht. Bei diesem Spiel handelt es sich um ein schnelles Bluffspiel, bei dem Misstrauen und Spannung am Spieltisch zu finden sind. Hier weiß man nie, wem man trauen kann und wem nicht. Rollen und Allianzen wechseln ständig, sodass niemand sicher sein kann, auf welcher Seite er gleich steht.

Ablauf

In der Spielschachtel befinden sich große Spielkarten mit den Zahlenwerten von 0 bis 9 sowie Schlangenkarten. Des Weiteren gibt es noch die Tag-und-Nach-Karten sowie die Torkarten.
Abhängig von der Spieleranzahl stellt man das Kartendeck zusammen. Auf den Tisch werden die Tag-und-Nacht-Karten mit den Werten 1-6 (bei 4 Personen) kreisförmig ausgelegt, mit der Nachtseite nach oben.
Alle Personen erhalten 3 Handkarten: vom gemischten Kartenstapel 2 Karten (Zahlenwerte oder Schlangen) und eine Torkarte, die so platziert wird, dass das
geschlossene Tor zu einem selbst und das geöffnete Tor zu den anderen zeigt. Der Startspieler erhält zusätzlich eine 4. Handkarte.

Spielablauf:
Der Startspieler spricht eine andere Person mit geöffnetem Tor an und bietet eine seiner Handkarten verdeckt an. Die angesprochene Person legt ihr Tor nun geschlossen vor sich aus und hört sich das Angebot an. Sie kann das Angebot annehmen oder ablehnen, ohne zu wissen, ob die gemachte Ansage stimmt. Lehnt man das Angebot ab, folgt ein zweites Angebot mit der 2. Karte. Spätestens beim dritten Angebot mit der letzten Karte muss man diese dann nehmen.

Liegen alle Türen geschlossen aus, endet die Runde und alle Spieler nehmen ihre Torkarten zurück auf die Hand. Damit ist gesichert, dass jeder in der Runde einmal zum Zug kommt und sich Gedanken über seine Kartenwahl machen muss. Dann geht es nahtlos mit neuen Angeboten weiter.
Mit der Annahme einer Karte erfolgt zwingend eine Reaktion, unabhängig davon, ob man auch das erhalten hat, was versprochen wurde.
Erhält man eine Zahlenkarte, dreht man die entsprechende auf dem Tisch von der Nacht- auf die Tagseite. Liegt die Zahl bereits auf der Tagseite, entfernt man diese aus dem Spiel. Erhält man eine Zahlenkarte, die nicht mehr ausliegt, eine Schlangenkarte oder die 0, so sagt man nur: „Nichts passiert!“ in die Runde.

Spielende

Die Ziele der Spieler sind völlig divergent. Wer eine Schlangenkarte in der Hand hält, gewinnt, wenn sich nur noch eine einzige Karte in der Tischmitte befindet – und die muss die Nachtseite zeigen. Ohne Schlangen in der Hand will man alle Karten in der Tischmitte auf die Tagseite gedreht wissen. Tritt diese Situation ein, verlieren die "falschen Schlangen" das Spiel und die "Nicht-Schlangen" gewinnen.

Fazit

Falsche Schlangen ist ein sehr gelungenes Deduktionsspiel. Obwohl das Kartenspiel mit wenig Spielmaterial auskommt, fällt der Groschen oft erst im Laufe der zweiten bis dritten Partie. Falsche Schlangen kombiniert Bluff, Taktik und wechselnde Rollen hervorragend.

Jede Reaktion kann relevant sein, um zu erahnen, welche Karten gerade im Umlauf sind. Alle können im Laufe des Spiels zum Verräter werden, und man weiß nie, wem man trauen kann. Von einer Runde zur nächsten kann sich die Ausgangslage gänzlich verändern, besonders wenn dein Mitspieler dir unter Vortäuschung falscher Tatsachen die Schlangenkarte zuschiebt.

In unseren Runden wurden auch schon direkt Schlangen angeboten! Das zweimalige Ablehnen war vergebens, die 3. Karte war dann doch die gemiedene Schlange. Wurde vergessen, die Tor-Karte abzulegen und auf die geschlossene Seite zu drehen, half immer ein geheimnisvoll geflüstertes „Psst... Tür zu“.

Je weiter fortgeschritten das Spiel ist und auf dem Spieltisch immer weniger Karten ausliegen, desto eingeschränkter die Möglichkeiten. Es herrscht immer eine permanente Spannung, die sich erst mit den letzten Tag-und-Nacht-Karten auf dem Tisch auflöst.

In der passenden Spielgruppe sind die Falschen Schlangen ein echter "Burner". Man muss allerdings Bluffspiele mögen und sich auch in Deduktionsspielen wohlfühlen. Dann erkennt man auch den Wert des eigenen Einflusses. Aber auch Spielrunden, die mit Deduktion bis dato nicht so viel anfangen konnten, wusste das Spiel zu begeistern und die anfangs ratlosen Gesichter verwandelten sich in verschmitzte und schadenfrohe!
Falsche Schlangen ist ein kompaktes Familienspiel für drei bis sechs Personen, ideal für schnelle Runden voller Psychospielchen und unerwarteter Wendungen.

Rezension Günter Berberich

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Falsche Schlangen: 6,0 6,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.07.26 von Günter Berberich - Für Deduktionsliebhaber. In der richtigen Runde ein echter Knaller!

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