Rezension/Kritik - Online seit 25.06.2008. Dieser Artikel wurde 6938 mal aufgerufen.

Totentanz

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Autor: Henning Poehl
Illustration: Doris Oppenauer
Verlag: Sphinx Spieleverlag
Rezension: Andr Beautemps
Spieler: 2
Jahr: 2005
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4581
Totentanz

Spielziel

Schwarz oder wei? Fr Leute, die zu extremen Meinungen neigen oder Schwchen in farblicher Wahrnehmung haben, ist die monochrome Umsetzung dieses Spiels eine optimale Voraussetzung. Zwei Spieler reprsentieren die kontrr gehaltenen Symbole fr ein unnatrliches Ableben (schwarzer Tod) und das Dahinscheiden aus rein biologischen Grnden (weier Tod). Um 10 verschiedene Personen wird rund um die Uhr gerungen, bis der Letzte dahingerafft oder einer der beiden Spieler handlungsunfhig ist.

Ablauf

Die Ausstattung des Spiels besteht im Wesentlichen aus Karten. In die Mitte wird eine Karte mit einer Uhrenabbildung gelegt, um die 12 weitere Karten im Stundentakt gruppiert werden. Ein kleiner Holzstab wird als Zeiger der Uhr verwendet. Eine der umliegenden Karten ist ein Totenhaus, hinter dem zu Beginn "der tanzende Tod" steht. Neben dem Totenhaus gibt es noch das Paradies als zweite Sonderkarte, die restlichen Karten zeigen 10 Personen, zu denen je eine zugehrige Aktionskarte in einer Reihe neben der bisherigen Auslage plaziert wird. Die Spieler erhalten je 11 Todesmarker (schwarze bzw. weie Plastikchips), bersichtskarten, eine Punktestand- und eine Schicksalskarte. Ein Wrfel wird bereitgelegt.

In drei Phasen werden von den Kontrahenten folgende Aktionen durchgefhrt:

  1. Der Startspieler fr die Runde wird durch einen Wrfelwurf bestimmt.
  2. Eine durch den Zeiger der Uhr vorgegebene Anzahl von Todesmarkern wird von beiden Spielern gleichzeitig auf der Schicksalskarte auf drei mgliche Felder gelegt.
  3. Abwechselnd fhren die Spieler Aktionen in beliebiger Reihenfolge gem den zuvor gelegten Chips durch.

Aktionen:

  • Der Zeiger der Uhr wird um eine Position versetzt
  • Die Figur des Todes wird bewegt
  • Eine Aktionskarte einer Person wird genutzt

Die fr die Aktion zuvor gesetzten Marker werden anschlieend nach bestimmten Regeln auf eine Karte in der Uhr gelegt; landet ein Chip auf der Karte Paradies, ist er fr den Spieler verloren und bringt Minuspunkte in der Schlusswertung.

Gegebenenfalls kann der Spieler einen Todeswurf am Ende der Aktion machen. Diese Zusatzmglichkeit ist immer nur eine Option, niemals ein Muss. Entscheidet sich der Spieler dafr, wrfelt er einmal. Ist sein Wrfelergebnis unterhalb der Gesamtanzahl der Marker auf der Personenkarte, stirbt die Person und der Spieler mit den meisten Markern auf der Karte erhlt die passende Aktionskarte als Wertungsfaktor und Siegpunkte. Die Karte selbst wird umgedreht und zeigt nun eine Sanduhr. Wird der Wurf verpatzt, muss der Spieler alle seine Todesmarker von der Karte entfernen und zu sich zurcknehmen.

Sind alle Personen gestorben oder verfgt ein Spieler in Phase 2 nicht mehr ber gengend Chips, um die Vorgabe seitens des Uhrzeigers in erfllen zu knnen, endet das Spiel mit einer Schlusswertung.

Fazit

Das Spielmaterial ist solide hergestellt und stimmig umgesetzt. Erwhnenswert ist die pfiffige Umsetzung der Spielverpackung, da diese aus einem Stck Karton mit einer gelungenen Knickung gefertigt ist. Die dem Material angemessene Gre und thematisch treffende Gestaltung wird positiv registriert.

Allerdings ist die Bezeichnung der Personen nur auf deren Aktionskarten aufgedruckt, nicht auf den Karten, die rund um die Todesuhr ausliegen. Durch die hnlichkeit der Zeichnungen und den Schwarz-Wei-Effekt wird hier die Zuordnung fr die Spieler erschwert. Wnschenswert wre die namentliche Bezeichnung auf allen Karten, um die Spieldauer der Phasen 2 und 3 zu beschleunigen.

Die Gesamtspieldauer ist stark davon abhngig, wie sich das Spiel entwickelt. Fhrt ein Spieler mehr oder weniger deutlich, wird er versuchen, das Spiel zu einem schnellen Ende zu bringen, was hufig gelingt. Dadurch kann ein Spiel schon mal nach kurzen 10 Minuten beendet sein. Sind beide Spieler eher an einem lnger whrenden, weil knappen Duell interessiert, liegt auch mehr als eine Stunde Spielzeit im Bereich des Mglichen.

Laut Anweisung in der verstndlich geschriebenen Regel werden im Rahmen der Vorbereitung die 12 Karten um die Uhr nach dem Zufallsprinzip ausgelegt. Durch die beiden Sonderkarten knnen sich Konstellationen ergeben, die enorm spielfluhemmenden Einfluss haben. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Totenhaus und das Paradies kurz aufeinander folgen. Unter Umstnden wird der Uhrzeiger dazwischen "gefangen", weil das Verstellen der Uhr einem Spieler Minuspunkte einbringt. Ist der Spielstand knapp, geht niemand das Risiko ein, durch diese Aktion in Rckstand zu geraten und die Spielspannung nimmt rapide ab. Die anschlieenden Runden laufen immer gleich ab und das Spiel verdet richtiggehend.

Als Gegenmanahme empfehle ich, regelabweichend die Sonderkarten einander gegenberliegend fest zu platzieren. Die Personenkarten knnen zufllig auf die verbleibenden Pltze verteilt werden.

Thematisch ergibt sich wie bei allen Spielen dieser Serie eine Zielgruppenorientierung jenseits des allgemeinen Familienspielpublikums. Wenn ein Spielinteressierter gerade im persnlichen Umfeld mit dem Tod in der Realitt konfrontiert ist, wird es vermutlich schwerfallen, sich damit spielerisch auseinander zu setzen. Da es meines Wissens keinen Zwang gibt, das Spiel mitmachen zu mssen, sollte man dies nicht als Gegenargument fr die Themenwahl gelten lassen. Der Autor hat gut daran getan, die nchternen Fakten zum Tod ("Alle mssen sterben. Nur keiner wei wann und wie.") als Erluterung fr seine Wahl in der Regeleinleitung anzugeben. Abgesehen von den zuvor erwhnten Spielsituationen ( Endlosschleife) entfaltet das Spiel durchaus seinen Reiz. Das Zufallselement ist auf den Todeswurf reduziert. Bei den sonstigen Spielmechanismen knnen gelungene berlegungen und Aktionskombinationen zu viel Freude auf der einen und mchtigen rger auf der anderen Seite fhren. Dabei ist es schon etwas absurd zu bedauern, dass jemand dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen ist.

Rezension Andr Beautemps

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Totentanz: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.08 von Andr Beautemps

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