Rezension/Kritik - Online seit 28.09.2009. Dieser Artikel wurde 4044 mal aufgerufen.

Days of Steam

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Autor: Aaron Lauster
Illustration: Patrick Turner Studios
Verlag: StrataMax Games
Rezension: Michael Dombrowski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 80 Minuten
Jahr: 2008
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 4464
Days of Steam

Spielziel

Das kreischende Geräusch von bremsenden Eisenbahnrädern dringt an unser Ohr, zischende Dampfwolken steigen in die Luft und der Heizer auf der Lok ist mächtig ins Schwitzen gekommen. Wir befinden uns im Zeitalter der dampfbetriebenen Eisenbahnen - den Days of Steam - und wollen in der beginnenden Industrialisierung unseren Anteil am zunehmenden Warenverkehr haben.

Das ist zumindest das Szenario, welches uns das Spiel Days of Steam bietet. Mit jeweils nur einer Lok und noch ohne Schienennetz beginnen wir das Rennen um die lukrativsten Waren und schnellsten Strecken. Durch geschicktes Auslegen von Schienen- und Stadtplättchen versuchen die Spieler möglichst gewinnbringende (Siegpunkte) Streckenabschnitte und Warentransporte von Stadt zu Stadt zu erreichen. Wer von den 2 bis 4 Spielern zuerst 13 Siegpunkte gesammelt hat, gewinnt.

Ablauf

Doch bevor es soweit ist, müssen wir den Dampfkessel unserer Lok zunächst mal kräftig anheizen, denn ohne entsprechenden Dampf bewegt sich die Lok keinen Zentimeter vorwärts. Dampf erhalten wir automatisch in Form von Dampfpunkten, wenn wir Plättchen auslegen. Bis zu sechs können wir so maximal ansammeln. Auf diese Weise entsteht ein Schienennetz, wobei jeder Spieler auf Basis der Setzregeln entscheiden kann, ob er ein Schienen- oder ein Stadtplättchen legen will. Von Letzteren liegen immer zwei offen aus und sind bereits mit je zwei zufällig aus einem Stoffbeutel gezogenen Warenklötzchen belegt. Alternativ darf man eines vom verdeckten Stapel ziehen und ebenfalls mit zwei zufälligen Waren belegen.

Sobald ein zweites Stadtplättchen ausgelegt wurde, ist es frühestens möglich, mit dem Warentransport zu beginnen, denn die Waren müssen immer von einer Stadt zur anderen transportiert werden. Die Waren kommen in exakt vier Farben vor, genau wie die Städte. Eine Stadt nimmt immer nur Waren an, die ihrer eigenen Farbe entsprechen; hat man diese Bedingung erfüllt, darf man den transportierten Warenstein behalten und hat damit einen Siegpunkt erzeugt. Jede Lok kann nur einen Warenstein zur Zeit transportieren und jede Bewegung über ein Plättchen kostet mindestens einen Dampfpunkt. Bei sechs gesammelten Dampfpunkten könnte man also theoretisch bis zu sechs Plättchen weit fahren - soweit man sich dabei nur über gerade Streckenabschnitte bewegt hat, ist das auch gar kein Problem. Hat man jedoch auch nur eine einzige Kurve durchfahren, so muss am Ende der Bewegung gewürfelt werden: ist der Würfelwert größer als die Zugweite - 2 ist alles in Ordnung. Wenn aber nicht, dann gilt der Zug als entgleist und Zug und Ware gehen wieder zurück auf ihre Startfelder und man hat eine Aktion verschenkt.

Ob man dieses Risiko eingehen will, liegt in eigener Verantwortung, da man seine Bewegung auch mitten auf der Strecke beenden kann, was u. a. den Vorteil bietet, im nächsten Zug einfach die Richtung zu ändern. Andere Stolpersteine können einem die Mitspieler in den Weg legen, so z. B. den Streckenverlauf ändern, ein Abstellgleis legen oder eine Hügelstrecke, die dann zwei anstatt einen Dampfpunkt kostet. Wodurch man dann vielleicht sein Ziel nicht mehr in diesem Zug erreichen kann und die begehrte Ware bei der verspäteten Ankunft nicht mehr vorhanden ist.

Fazit

Das Spielmaterial ist sehr ordentlich ausgeführt. Die Plättchen sind recht groß und aus stabiler Pappe gefertigt, alle anderen Spielteile sind aus Holz. Die Schachtel hat DIN-A5-Format und nimmt alle Teile auf, ohne Platz zu verschenken. Die grafische Ausführung ist allerdings eher nüchtern, da hätte man etwas mehr Phantasie walten lassen können; so sind die Städte nur durch einen farbigen Kreis dargestellt, was insgesamt das Spielgefühl nicht unbedingt fördert.

Dank der wenigen Regeln ist das Spiel schnell erklärt. Der Glücksanteil ist allerdings relativ hoch, weil man immer nur aus drei Plättchen in der Hand auswählen kann oder aus zwei offen liegenden Stadtplättchen. Nichtsdestotrotz ist die Interaktion gerade bei mehr als zwei Spielern sehr hoch, da einem die anderen immer in die Suppe spucken können und auch werden. Bis man wieder an die Reihe gekommen ist, hat sich die Situation unter Umständen bereits komplett verändert. Daher birgt das Spiel auch einen gewissen Ärgerfaktor. Da aber die Spieldauer eher kurz ist, lässt sich dies durch eine anschließende Revanche wieder ausgleichen.

Beim Spiel zu zweit überwiegt das Taktieren und man wird angepeilte Ziele eher verwirklichen können als im Spiel zu dritt oder viert. Je mehr Spieler teilnehmen, umso unvorhersehbarer wird die Spielsituation. Taktieren lässt sich durch das Legen von farblich passenden Städten in die Nähe der eigenen Lokomotive (so dass man nur kurze Wege zu fahren hat), durch das Legen von "Schleifen", das sind quasi Rundkurse zwischen mindestens zwei Städten, die sich ohne doppeltes Überfahren von Schienenstrecken bewältigen lassen würden und mit Extra-Siegpunkten belohnt werden, sowie durch das Auslegen von Schienenabschnitten mit Sonderfunktionen.

Days of Steam eignet sich besonders als Eröffnungsspiel für eine Spieleabend oder für "eben mal zwischendurch", da die Spieldauer auch im Spiel zu zweit 30 bis 45 Minuten nicht überschreitet. Es ist kein sonderlich komplexes Spiel, aber gerade deswegen auch sehr gut mit Anfängern bzw. Neulingen zu spielen.

Rezension Michael Dombrowski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Days of Steam: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.07.09 von Michael Dombrowski - Nicht unbedingt etwas für Vielspieler (außer als Einsteiger oder Absacker. Gut als Familienspiel geeignet.

Leserbewertungen

Leserwertung Days of Steam: 3,0 3.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.08.11 von FrankHH - Ganz Nett, mehr aber auch nicht.

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