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Tambuzi

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Autor: Günter Burkhardt
Illustration: Michael Menzel
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2036
Tambuzi

Spielziel

Trommeln klingen durch die Savanne. Im Rhythmus der Bongos tanzen schemenhafte Gestalten um die immergrünen Felsen. Sind die Zulus wieder auf Kriegspfad? Oder sollen die Götter der Jagd für den nächsten Beutezug des Stammes gnädig gestimmt werden? Weder noch! Es sind die Tiere selbst, welche durch einen Regentanz den Wettergott Tambuzi besänftigen wollen, auf dass er die seit Wochen dauernde Trockenzeit beende.

Ablauf

Jedes Kind übernimmt eine Tierart, von der es je zwei Figuren gibt: Nashörner, Zebras, Krokodile und sogar Tiger, wahrscheinlich Austauschstudenten aus Indien. Die Kinder stellen ihre Tiere auf die Fußmatten vor den Hütten. Nur für ein einziges Tier findet sich kein Platz vor einer Hütte. Durch das Drücken des Bongo-Buzzers wird eine Runde gestartet.

Während der Gorilla die Bongos trommelt, versucht der Besitzer jenes Tiers neben dem Spielplan, einen Unterschlupf zu finden. Er drückt auf den Buzzer, der daraufhin anzeigt, was er zu tun hat. Leuchten 1 bis 4 "Tatzen" auf, bewegt er seine Figur entsprechend viele Hütten im Uhrzeigersinn weiter. Befindet sich der Bewohner der erreichten Hütte im Inneren, findet er keinen Einlass und muss weiter suchen. Steht der Bewohner aber noch auf der Fußmatte vor der Hütte, tauscht er mit ihm den Platz, und dieser muss nun auf "Herbergssuche" gehen und den Buzzer drücken. Zeigt die Anzeige hingegen eine "Hütte", darf er die Hütte betreten und stellt den bisherigen Bewohner neben den Spielplan.

Der Regentanz scheint Wirkung zu zeigen, denn tatsächlich zucken schon bald die ersten Blitze am Himmel. Wenn die Musik abrupt mit einem heftigen Blitz endet, sollte jedes Tier eine sichere Hütte gefunden haben. Das eine Tier, für das es keine Hütte mehr gab, scheidet aus. Für die nächste Runde wird eine Hütte entfernt. Das geht so lange, bis nur mehr drei Tiere im Spiel verbleiben.

Nun erhalten alle Spieler für ihre Tiere Punkte. Je früher sie ausscheiden, umso geringer fällt die Punkteausbeute aus. Die meisten Punkte heimsen selbstverständlich die Tiere ein, welche die drei letzten Hütten besetzen konnten. Wer mit all seinen Tieren insgesamt die meisten Punkte erzielt, ist der Gewinner einer Runde und bekommt als Belohnung einen Wassertropfen.

Durch das Spielen mehrerer Runden, bei der stets wieder alle Tiere teilnehmen, müssen auch die Kinder, die in der Vorrunde Pech hatten, kein Trübsal blasen und können wieder mit Eifer bei der Sache sein. Es gewinnt, wer schließlich zuerst zwei Wassertropfen erobern konnte.

Fazit

Das Spielprinzip dürfte wohl jedem bekannt sein. Tambuzi ist sozusagen die Brettspielumsetzung des Partykrachers Die Reise nach Jerusalem, bei dem die Teilnehmer um Stühle herumtanzen und sich setzen müssen, sobald die Musik stoppt. Da das Ausscheiden von Spielern bei einem Kinderspiel wegen des Frustfaktors ein Tabu darstellt, musste Autor Günter Burkhardt ein paar Modifikationen vornehmen. So werden für alle Tiere Punkte vergeben, und der Gewinner einer Runde erhält ein Wassertropfen.

Die Siegbedingung von zwei Wassertropfen kann schon nach ein paar Minuten erfüllt sein, aber selbst wenn es über die volle Distanz geht (etwa fünf Runden bei vier Spielern), dauert eine Partie auf keinen Fall länger als 20 Minuten. Eine ideale Spieldauer für die Zielgruppe Kinder ab 6 Jahren.

Das Spielmaterial ist zwar zum Großteil aus Holz und stabilem Karton, verliert sich aber ein wenig in der überdimensionierten Schachtel. Dafür hat HABA ein für den Verlag ungewöhnliches Gadget beigefügt: den Bongo-Buzzer. Dieses elektronische Teil übernimmt einerseits die Funktion eines Zufallsgenerators, denn die leuchtenden Symbole bestimmen, was der aktuelle Spieler zu befolgen hat. Andererseits fungiert der Buzzer auch als Zeitmesser, denn das unberechenbare Ertönen des Blitzes (eigentlich des Donners) bedeutet das Ende einer Runde. Dies kann mal früher, mal später der Fall sein.

Der Buzzer funktioniert einwandfrei und ist wirklich kinderleicht zu bedienen. Er hält auch einiges aus, was ja notwendig ist, weil die Kinder stets schnell und hektisch draufklatschen. Er erlaubt sogar die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Sound-Modi: Savannenmodus mit lustigen Tierrufen, Bongomodus mit hypnotischem Bongorhythmus sowie Lautlosmodus. Mir persönlich sagt der Bongomodus am besten zu, denn er erzeugt am meisten Spannung, und der Blitz ist unmissverständlich zu hören.

Tambuzi zieht die Kinder wegen der gelungenen Grafik von Michael Menzel und vor allem wegen des tollen Bongo-Buzzers sofort in ihren Bann. In den meisten Fällen wollten die Kinder gleich noch eine Partie anschließen. Ich finde es nur schade, dass das Spiel nur für höchstens vier Spieler konzipiert wurde. Ein paar Hütten und ein paar Tierfiguren mehr, und es könnten leicht fünf oder sechs Kinder mitmachen, ohne dass der Spielreiz darunter litte. In größeren Gruppen käme auch bei den Kleinen dann richtige Party-Stimmung auf.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Tambuzi: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.08.14 von Franky Bayer - Brettspielumsetzung des Partykrachers "Die Reise nach Jerusalem" für Kinder. Die Kinder lieben den Bongo-Buzzer, der - dem Wettergott sei Dank - einiges aushält und für eine spannende Afrika-Atmosphäre sorgt.

Leserbewertungen

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