Rezension/Kritik - Online seit 08.11.2008. Dieser Artikel wurde 7368 mal aufgerufen.

Alles Paletti?!

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Autor: Till Meyer
Nicole Stiehl
Beate Weise
Illustration: Christof Tisch
Verlag: Spieltrieb
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 3 - 8
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2007
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 5238
Alles Paletti?!

Spielziel

Hier geht es rund um das Thema Erziehung. Wie reagierst du, wenn dein Kind kurz vor dem Essen einen Lutscher haben will? ber mehrere Runden werden verschiedene Fragen aufgeworfen, welche von den Spielern spielerisch beantwortet werden. Zwar gibt es kein Richtig oder Falsch, dafr gibt es stattdessen Punkte.

Ablauf

Der gemischte Kartenstapel wird in der Mitte bereit gestellt, jeder erhlt eine Jokerkarte und 10 Chips. Schon kann es losgehen.

Wer an der Reihe ist, zieht die oberste Karte. Die Karten sind in Kategorien eingeteilt und je nach Kategorie wird die Karte gespielt. Anschlieend folgt die Bewertungsrunde.

Die Kategorien

Bei Zuschreibung wird einer der 6 Begriffe ausgewrfelt und der Spieler entscheidet sich und begrndet, ob der Begriff eher Kindern oder Erwachsenen zugeschrieben wird.

In der Kategorie Sprche muss ein typischer Erziehungssatz, wie z. B. "Wer A sagt muss auch B sagen" erklrt werden und welche Wirkung er auf ein Kind haben knnte.

Situationen versetzen den Spieler in eine Familiensituation, auf die es zu reagieren gilt. In welcher Emotion die Reaktion stattfinden soll, wird allerdings ausgewrfelt.

Bei Werte in der Erziehung soll die Bedeutung von Werten fr unterschiedliche Generationen beschrieben werden.

Fr die Bewertungsrunde entscheiden anschlieend die Mitspieler darber, ob die Begrndung schlssig war (und nehmen einen Chip in die Faust), oder aber unglaubwrdig erscheint (und lassen ihre Faust leer).

Eine abweichende Kategorie stellt Kommunikation dar. Dort wird ein Begriff gezeichnet, erklrt oder pantomimisch dargestellt, und fr das Darstellen und Erraten gibt es Chips.

Die Bewertungsrunde

Jetzt werden die Fuste ausgewertet. Wenn mindestens die Hlfte der Mitspieler durch einen Chip die Lsung als gut empfunden hat, erhlt der aktive Spieler alle Chips. Andernfalls gibt es einen Einspruch und er muss einen seiner Chips abgeben.

Bei einem Einspruch wird die Aufgabe vom ersten Spieler im Uhrzeigersinn bernommen, der sie als nicht gut gelst bewertet und keinen Chip in die Faust genommen hat. Nun heit es also "besser machen" und sich anschlieend wieder der Bewertung der Mitspieler stellen. Danach kann es hchstens noch eine weitere Einspruchrunde geben, bevor die Spielrunde weiterluft.

Bleibt zuletzt noch ein Satz zur Jokerkarte: Mit ihrer Hilfe kann man eine Aufgabenkarte weitergeben oder sich Hilfe von einem Mitspieler holen.

Nach einer festgelegten Anzahl Spielrunden oder nach vereinbarter Spieldauer knnen die Spieler die Chips zhlen und einen Sieger ermitteln.

Fazit

In erster Linie handelt es sich hierbei um ein Spiel, welches fr Familienseminare entwickelt wurde und dort als Element verwendet wird. So lassen sich Blicke aus zwei Richtungen auf Alles Paletti?! werfen.

Das Material besteht nur aus einfachen Chips, einem Wrfel und Karten mit Text und Begriffen. Ein optisches Feuerwerk wird nicht geboten, sondern alles erfllt einfach nur seinen Zweck.

Es sollte jedem gelingen, mit der Spielregel klar zu kommen. Zwar fehlen Beispiele und Abbildungen, dies allerdings auch zu recht, denn sie werden einfach nicht bentigt. Einen Moment Zeit sollte man sich nehmen, um sich mit den Kategorien vertraut zu machen.

Zunchst werfe ich einen Blick aus Spielersicht auf das Spiel:

Taktische Mglichkeiten sind Mangelwahre, denn man ist ganz und gar dem Urteil seiner Mitspieler unterworfen. Von deren "objektiver" Beurteilung der eigenen Argumentation hngt es ab, ob man Chips gewinnt oder verliert. Erschwerend kommt natrlich dazu, dass es kein "RICHTIG" oder "FALSCH" gibt.

Eine Konkurrenzsituation kann nicht so richtig entstehen, allerdings ist das auch nicht das Ziel des Spiels. Denn mehr als das stehen die Auseinandersetzung mit dem Thema Erziehung sowie der gegenseitige Austausch im Mittelpunkt. Dieser Austausch muss auch nicht nur auf Eltern unter sich begrenzt bleiben. Interessant kann es auch sein, innerhalb der Familie die unterschiedlichen Interpretationen zu hren, zum Beispeil zum Begriff "Strenge" aus der Sicht von Vater, Mutter und Kind.

Interaktion ist hier auch ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite agiert der aktive Spieler meist alleine, allerdings sollte der gegenseitige Meinungsaustausch nicht zu kurz kommen. Dieser spielt zwar spielerisch keine Rolle, sorgt aber fr den Gehalt des Spiels. Damit sind wir schon bei der zweiten Sichtweise angekommen.

Fr die meisten Spielerunden wird Alles Paletti?! sicher nicht passend sein. Als Hilfsmittel fr Seminararbeit oder aber auch fr einen offenen Austausch in familirer Runde, der Spa machen darf, ist Alles Paletti?! in jedem Fall geeignet. Wer Alles Paletti?! auf den Tisch legt, sollte auf alle Flle dazu bereit sein, sich auf dieses kommunikative Spiel mit Anstzen von Rollenspiel und Argumentation einzulassen.

Rezension Hans-Peter Stoll

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Alles Paletti?!: 3,0 3,0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.08 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.09.08 von Sandra Lemberger

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