Rezension/Kritik - Online seit 17.03.2020. Dieser Artikel wurde 915 mal aufgerufen.

Big Money

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Autor: Prospero Hall
Illustration: Forrest-Pruzan Creative
Verlag: Ravensburger Spieleverlag GmbH
Wonder Forge
Rezension: Franky Bayer
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2018, 2019
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3027
Big Money

Spielziel

"Wer die Millionen nicht ehrt, ist die Milliarden nicht wert!" - So lautet bei uns das Sprichwort. Und ich habe mich stets daran gehalten. Der Erfolg hat sich dann auch eingestellt, denn ich spare schon fleißig auf die zweite Million. Weil aus der ersten nichts geworden ist, bruuhaha! Doch jetzt Spaß beiseite, solche Gedanken kommen mir halt zwangsläufig beim neuesten Spiel aus dem Hause Ravensburger: Big Money. Da wird geklotzt und nicht gekleckert, schließlich geht es hier nicht um Millionen, nicht um Milliarden, ja auch nicht um Billionen. Nein, als schwerreiche Investoren gibt es für uns nur eine einzige, halbwegs passende Währungseinheit: Zillionen!

Ablauf

Und als was fängt jeder angehende Zillionär an? Richtig: als Tellerwäscher. Wir besitzen zu Beginn nämlich noch keinen müden Cent, unsere Hosentaschen sind völlig leer. Wenigstens beginnen wir mit einer Start-Aktie im Wert von 5 Zillionen als Ausgangspunkt für unseren zukünftigen Reichtum. Die anderen Aktien kommen - ordentlich gemischt - als verdeckter Stapel auf den Spielplan, ebenso wie die Börsennews-Karten. Schließlich werden noch 4 Aktien gezogen und offen auf dem Markt ausgelegt.

Los geht's dann mit dem Geldscheffeln. Wenn wir an der Reihe sind, würfeln wir mit allen sechs Würfeln. Zuerst wird der Branchenwürfel ausgewertet, der bestimmt, welche der 5 Branchen Geld ausschüttet. Alle Spieler erhalten für jede Aktie der entsprechenden Branche den aufgedruckten Betrag von der Bank. Mit den anderen 5 Zahlenwürfeln versuchen wir in guter alter Kniffel-Manier, mit maximal zweimal Nachwürfeln ein möglichst lukratives Ergebnis zu erzielen. Eine Tabelle auf dem Spielplan gibt an, wie viel Geld wir verdienen, von lediglich 5 Zillionen für ein einfaches Paar bis hin zu 30 Zillionen für 5 gleiche Zahlen ("Grande"). Schließlich dürfen wir noch eine der Aktien auf dem Markt kaufen, indem wir den aufgedruckten Betrag an die Bank abgeben und die Aktie offen vor uns auslegen.

Dieses Prozedere wird so lange reihum im Uhrzeigersinn durchgeführt, bis die Bank leer ist, also alle Geldscheine unter den Spielern verteilt wurden, wobei es passieren kann, dass einige Spieler bei der letzten Ausschüttung durch die Finger schauen. Wer schlussendlich das meiste Bargeld scheffeln konnte - die Aktien zählen hierbei nichts mehr -, hat sich ein Bad in seinem eigenen Geldspeicher redlich verdient.

Fazit

Wenn ich anfangs geschrieben habe, dass bei Big Money nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt würde, ist dies noch eine leichte Untertreibung. Es wird nämlich regelrecht geprotzt! Zumindest beim Thema, materialtechnisch hingegen handelt es sich um den üblichen Standard. In der großformatigen Schachtel befindet sich relativ wenig Inhalt. Neben einem länglichen Spielplan, einem Würfelbecher, sechs Würfeln, der recht kurz gehaltenen Spielanleitung, einem Haufen Geldscheinen und ein paar Karten findet sich darin reichlich Luft. Aber wenigstens sind bei den Banknoten nicht nur die Geldwerte groß, und das Schachtelcover weist gold-glänzende Schriften und Verzierungen auf, was dann doch einen wertigen und zum Thema passenden Eindruck vermittelt.

Thematisch spielen wir nicht bloß irgendwelche Hinterzimmer-Broker oder Kleinaktionäre, welche ein paar Hundert Dollar mal hier, mal da reinstecken. Hier wird gleich in großem Stil investiert. Ich nenne ein paar Beispiele, damit der Leser eine ungefähre Vorstellung der entsprechenden Dimensionen erhält. In der Branche "Technologie" wird ein Weltraum-Bahnhof finanziert (Ätsch, Elon Musk!), im "Sport" eine ganze Profi-Fußballmannschaft gekauft (Ha, ich leiste mir Bayern München samt allen Stars!), im Bereich "Unterhaltung" bauen wir im Handumdrehen ein fulminantes Filmstudio mit allem Drum und Dran, in der Branche "Lebensmittel" muss es natürlich eine gigantische Süßigkeitenfabrik sein, und beim "Reisen" geht nichts über eine globale Fluggesellschaft. Wir lassen Rockefeller, Onassis und Bill Gates tatsächlich wie arme Schlucker aussehen!

Und dafür müssen wir nicht einmal großartig unser Hirn anstrengen. Wir müssen lediglich auf unser Glück vertrauen. Spielerisch sind dies also leicht verdiente Zillionen, das Geld fließt nur so in unsere Hände. Man braucht schon viel, viel Pech, um beim Zocken mit den Zahlenwürfeln leer auszugehen. Schon ein mickriges "Paar" reicht aus, um - zack, zack! - auf der Stelle 5 Zillionen einzunehmen. Im Gegensatz dazu bekommt man für wesentlich schwierigere Kombinationen nicht allzu viel mehr, wie etwa für ein selten vorkommendes "Grande" bloß unverhältnismäßig geringe 30 Zillionen.

Der Branchenwürfel streut dafür umso mehr! Der Spieler, dessen Branchen öfter "erwürfelt" werden, erzielt mehr Dividenden, kann noch mehr in Aktien investieren und damit seine Erfolgschancen noch mehr erhöhen. Allerdings steigt mit der Anzahl der Aktien auch das Risiko, von "Börsen-News" - der sechsten Seite des Branchenwürfels - betroffen zu werden. Diese bringt negative Ereignisse ins Spiel, welche sich mehr oder weniger auf die Spieler auswirken. Sie können den Spielern kurzfristig in die Suppe spucken, zum Teil auch gehörig, wenn beispielsweise teure Aktienurkunden (Aktien mit einmaliger, dafür höherer Ausschüttung) ungenutzt wieder abgegeben oder hohe Strafzahlungen geleistet werden müssen. Langfristig gesehen wird der Stapel an Geldscheinen in der Bank aber immer weniger.

Eine Partie Big Money dauert deshalb wesentlich kürzer als die angegebenen "30 bis 45 Minuten", meist war bereits nach 20, 25 Minuten der Geldstapel völlig aufgebraucht. Das ist auch gut so, denn es ist ja extrem glückslastig, und die einzige nennenswerte Taktik besteht darin, den Zeitpunkt zu erkennen, an dem man nicht mehr weiter investiert, sondern nur mehr die Früchte seiner Aktien erntet. Dafür ist es aber spaßig und unterhaltsam und weckt Emotionen wie Jubel und Schadenfreude, ohne dass wirklich Frust aufkommt. Ich gebe zu, dass ich lieber drei Partien Big Money am Stück spiele als eine einzige Partie Monopoly, und dabei mit Sicherheit auch früher fertig bin.

Die Zielgruppe ist damit recht schnell definiert: lockere, unkomplizierte Spielrunden. Und auch in unserem Spieleklub funktioniert es ganz gut zum Aufwärmen oder als Absacker nach einem anstrengenden Spieleabend. Eine generelle Empfehlung traue ich mich dennoch nicht auszusprechen, da müsste jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm das spielerische Zocken auf dem Aktienmarkt zusagt oder nicht.

Rezension Franky Bayer

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Big Money: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.01.20 von Franky Bayer - Je nach Runde treffen beiden Kommentare für eine 3 und für eine 4 zu, denn man kann es gerne mal wieder spielen, hat aber schon Besseres gespielt. Ich runde großzügig auf, weil es die Zielgruppe der Gelegenheitsspieler gut passt.

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