Rezension/Kritik - Online seit 16.04.2012. Dieser Artikel wurde 2353 mal aufgerufen.

Carré

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Autor: Günter Kralicek
Illustration: Claus Stephan
Mirko Suzuki
Verlag: AMIGO
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2011
Bewertung: 2,7 2,7 H@LL9000
2,5 2,5 Leser
Ranking: Platz 4897
Carré

Spielziel

Wie der Name schon verrät, geht es um Carrés, also Rechtecke. Diese haben unterschiedliche Größen und müssen so auf der eigenen Basis verbaut werden, dass keine Lücken entstehen. Gar nicht so einfach, denn die eigenen Pläne werden ständig von den Würfelergebnissen und den Mitspielern durchkreuzt.

Ablauf

Jeder Spieler erhält eine Spieltafel mit 5 x 4 Feldern, alle Carrés seiner Farbe sowie einen Bonus-Chip. Außerdem werden noch so viele weitere Bonus-Chips und Stopper in der Tischmitte ausgelegt, wie es Mitspieler gibt.

Wer an der Reihe ist, würfelt mit allen drei Würfeln. Die drei Würfelergebnisse dürfen sowohl einzeln genutzt als auch zu größeren Zahlen addiert werden. Entsprechend den Ergebnissen darf man Carrés der passenden Größe auf seine Spieltafel legen. Hat man also zum Beispiel 2, 4 und 6 gewürfelt, kann man je eine Tafel dieser Größe platzieren, man könnte aber auch eine Tafel der Größe 12 oder zwei Tafeln der Größe 6 oder eine mit 4 und eine mit 8 ins Spiel bringen.

Wofür man sich entscheidet, hängt immer davon ab, welche Teile man noch übrig hat und welche gerade gut auf die eigene Ablage passen. Die Tafeln dürfen nämlich an keiner Stelle in der Luft schweben, somit auch keinesfalls über den Rand der Spieltafel ragen. Daher trachtet man danach, die größeren Tafeln ganz unten zu legen.

Um eine günstige Zahlenkombination zu erreichen, kann manchmal der Bonus-Chip ganz hilfreich sein, denn mit ihm kann man sein Würfelergebnis um 1 erhöhen, wobei man auch mehrere dieser Chips auf einmal einsetzen darf, sofern man genügend davon besitzt.

Die Mitspieler kann man wiederum mit den so genannten Stoppern ärgern. Gibt man einen solchen ab, kann man seine Würfelaugen auch dazu nutzen, von der Spieltafel eines Mitspielers ein Carré der entsprechenden Größe zu entfernen (ein solches darf immer nur von oben entfernt werden). Gibt man gleich noch einen zweiten Stopper ab, darf man zusätzlich für dieselbe Augenzahl ein eigenes Carré bauen.

Stopper und Bonus-Chips kauft man übrigens mit Würfelpunkten: Ein Stopper kostet 5 und zwei 10 Würfelaugen, einen Bonus-Chip erhält man für einen Würfelpunkt, zwei für 11. Wer zuerst alle seine Rechtecke verbauen konnte, gewinnt das Spiel.

Fazit

Carré könnte an und für sich ein recht einfaches Spiel sein, wenn da nicht die Kosten für die Sonderchips wären. Zwar ergeben sie sich bei genauerer Betrachtung genau aus jenen Werten, in deren Größen es keine passenden Rechtecke gibt (also 1, 5, 10, 11), trotzdem vergessen die Spieler immer wieder, wie viel dafür zu bezahlen ist. Dass dem Spiel keine Übersichtskarten beiliegen, macht die Sache auch nicht einfacher. Schade eigentlich, denn in meinen Testrunden war dies öfter der Grund, warum die Mitspieler sich mit dem Spiel nicht so richtig anfreunden konnten.

Das Spiel wird ab 8 Jahren empfohlen – allerdings sind in diesem Alter die Grundrechnungsarten noch nicht gut genug trainiert, dass die Kinder im Kopf die möglichen Kombinationen schnell durchrechnen können. So entgehen ihnen dann oft für sie günstige Zahlenergebnisse oder sie halten die Spielrunde ewig lange auf, weil sie alle Möglichkeiten durchrechnen wollen. Weder das eine noch das andere ist wirklich befriedigend. Außerdem begreifen viele Kinder nicht, dass sie zwar die Würfelergebnisse addieren dürfen, um größere Rechtecke legen zu dürfen, dass sie aber keineswegs die Würfelergebnisse in kleinere Einheiten zerlegen dürfen, um passende kleine Carrés zu legen.

Einige Erwachsenenrunden hatten teilweise Spaß an dem Spiel – aber selbst bei flotten Rechnern konnte die angegebene Spieldauer von 30 Minuten nicht eingehalten werden. Lediglich in 2er-Partien war dies zu schaffen, ansonsten dauerte das Spiel immer 45 Minuten oder länger, wobei der Spannungsbogen dann leider selten bis zum Schluss hielt.

Während in der ersten Hälfte des Spiels meistens jeder vor sich hinspielt und dabei versucht, seine Plättchen günstig zu verbauen, wird das Spiel in der zweiten Hälfte interaktiver. Denn dann greift man häufig zu den Stoppern, um wenigstens die Mitspieler zu ärgern, wenn man sich selbst mit den gewürfelten Zahlen schon nicht vorwärts bringen kann. Leider kann man aufgrund seiner Würfelergebnisse nicht immer den Führenden treffen, sondern muss manchmal einfach jene Person wählen, die ein passendes Kärtchen obenauf liegen hat. Passiert dies ein- und demselben Spieler öfter, macht sich an dieser Stelle auch schon mal Frust breit. Vor allem Kinder sind hier wenig leidensfähig.

Zu loben ist das Spielmaterial aus dicker Pappe, das auch nach vielen Testrunden nur geringfügige Abnutzungserscheinungen zeigt. Auch gefällt mir der Vorschlag am Ende der Spielregel, die leeren Stanzbögen unter den Schachtelsortiereinsatz zu legen, damit das Material auch bei senkrechter Lagerung nicht durch die Box kullert.

Aufgrund der sonst zu langen Spieldauer eignet sich Carré daher vor allem für 2er-Partien und für Leute, die gerne (flott) mit Zahlen jonglieren und nichts gegen abstrakte Spiele einzuwenden haben. Auch zum Üben des 12er-Zahlenraums mit Kindern der zweiten bis vierten Klasse macht Carré Sinn. Aber gerade mit Kindern sollte man wegen der Spiellänge möglichst nur zu zweit spielen.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Carré: 2,7 2,7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.03.12 von Sandra Lemberger - Im Spiel zu zweit würde ich die Note 4 vergeben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.04.12 von Rene Puttin - Sehr schöne Idee und ich hatte nach dem Regelstudium erwartet, dass mir das Spiel gut gefallen würde. Aber ich habe es als langatmig empfunden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.04.12 von Steffen Wallraff

Leserbewertungen

Leserwertung Carré: 2,5 2.5, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.12 von Tim - Ist bei uns ziemlich gefloppt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.06.12 von Claudia - Das Spiel ist so eigentlich nicht schlecht - aber leider halt auch nicht gut! Denn ich glaube, wenn man es ein paar mal gespielt hat, wird´s langweilig. Wir - 3 Frauen - haben es 2mal hintereinander gespielt u. das war´s! Wir waren uns alle einig, daß wir das Spiel in nächster Zeit nicht noch einmal spielen wollen. Als Bewertung gab´s von uns eine 3-3-4. Als Rechenspiel für Kinder OK, wobei ich glaube, anders als oben geschrieben, die Kinder mit dem Spiel gut klar kommen. Außerdem gibt es anspruchsvollere Spiele, in denen Kinder rechnen müssen u. die auch nach mehrmaligem Spielen noch Spaß machen. Hier wird´s glaube ich, schnell langweilig!

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