Rezension/Kritik - Online seit 09.02.2008. Dieser Artikel wurde 6325 mal aufgerufen.

Cartagena II

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Autor: Leo Colovini
Verlag: Winning Moves Germany
Rezension: Stefan Ducksch
Spieler: 2 - 5
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
3,5 3,5 Leser
Ranking: Platz 4742
Cartagena II

Spielerei-Rezension

Bunter, besser – überflüssig?

Erfolgsspiele werden nach einiger Zeit geliftet. Dann kommt Plastik in Die Siedler von Catan, oder Sagaland bekommt eine neue Packung spendiert. Nach knapp sieben Jahren hielt auch Winning Moves sein Familienspiel Cartagena reif für eine neudeutsch „Relaunch“ genannte Überarbeitung. Und brachte dann gleich zwei Spiele in neuer Optik auf den Markt: Das bereits bekannte Spiel und, ganz neu, Cartagena 2 - Das Piratennest, um das es hier geht. Denn nach der Flucht aus dem Verlies geht es von der Gefangeneninsel nun per Boot zum Piratenunterschlupf auf der Insel Tortuga.

Gleich geblieben ist das grundlegende Spielprinzip. Wir haben Karten mit je einem Symbol auf der Hand. Diese Symbole finden sich auf dem verschlungenen Weg Richtung Ziel wieder. Spielen wir eine Karte aus, zieht eine unserer sechs Figuren bis zum nächsten freien, gleichen Symbol auf dem Plan. Wer zuerst seine Figuren im Ziel hat gewinnt. Das Spielgefühl ist absolut identisch mit dem ersten Spiel. Dass der Spielplan nun wesentlich bunter als abstrakt ist, ist da eher nebensächlich.

Hier die Änderungen: Es gibt sieben statt sechs Symbole auf den frei kombinierbaren Spielplanteilen, dafür ist mit deren fünf eines weniger im Spiel als beim Vorgänger. Grund ist, dass das Boot, das in Teil eins als Zielfeld wartete, nun als Transporter zwischen den Spielplanteilen zwei und drei benutzt wird. Es wird tatsächlich auf zwei Inseln gespielt, und für die Ruder-Passage dazwischen verbrauchen wir eine unserer drei Aktionen pro Zug. Fahren dürfen wir damit nur, wenn eigene Piraten an Bord sind. Haben wir eine Mehrheit im Boot, kostet uns dies keine Aktion. Das Zurücksetzen des Bootes zur Startinsel ist nur demjenigen erlaubt, der dort noch mindestens eine Figur hat.

Dies ist bereits die gravierendste Änderung im Spiel, die auch etwas Tüftelei verlangt. Alles andere ist eher kosmetisch. Karten nachziehen dürfen wir neuerdings nur, wenn wir gegnerische Figuren vorwärts bewegen (statt eigene zurück wie in Teil 1). Das macht die ganze Sache zwar etwas dynamischer, manchmal tauchen die eigenen Steine (diesmal keine plumpen Halma-Kegel, sondern richtige, kleine Holzpiraten) so allerdings auch an Stellen auf, wo man nicht unbedingt hinwollte. Wie gehabt gibt es bei einem Zusammentreffen mit einem anderen Piraten eine, bei der Zusammenkunft mit deren zwei gleich zwei neue Karten.

Einige wenige dieser Karten haben übrigens neuerdings einen Goldrahmen. Alle, die zum Zeitpunkt des Ausspielens einer Goldkarte mehr als sieben Handkarten haben, müssen die überzähligen abwerfen. Was bei meinen Partien allerdings kaum vorgekommen ist. Die „Tortuga“-Variante des ersten Spieles, bei der die Spieler beim Nachziehen aus einem Pool von bis zu zwölf offenen Karten auswählen konnten, findet sich leider nicht in der Regel von Cartagena 2 – Das Piratennest.

Es bleibt die abschließende Frage, warum Winning Moves zeitgleich zwei Cartagena-Spiele auf den Markt gebracht hat. Wahrscheinlich als Auftakt einer Produktfamilie. Dabei wird allerdings übersehen, dass man sicherlich nicht beide Spiele braucht. Die neue Version kann mehr als die alte – doch die Unterschiede sind so gering, dass sich der Besitzer der Erstauflage keinesfalls die Fortsetzung kaufen muss. Wer dieses schöne Familienspiel noch nicht besitzt, sollte zu Version 2 greifen, denn die ist ein wenig variabler. Denn wenn man nur eine Insel baut und das Boot an deren Ende stellt, kann man damit auch Version 1 problemlos spielen.

Rezension Stefan Ducksch

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Cartagena II: 3,0 3,0, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.07 von Stefan Ducksch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.11.06 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.11.06 von Uta Weinkauf - Eigentlich nur eine Variante...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.12.06 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.02.07 von Jochen Traub - Tja, Cartagena war super. Der Nachfolger ist aus meiner Sicht mißglückt. Die Tatsache, dass ich zum Karten kriegen andere vorziehe verzerrt das Spiel sehr. Fällt es den meisten Spielern nicht schwer jemand anders vor zu ziehen, so muß beim zurückziehen der eigenen doch mehr überlegt werden. Außerdem kann extrem gegen eine Person gespielt werden, was ich in einem Spiel nicht unterstützen mag. Das Spiel wird im neuen Gewand verzerrt! Zum Glück ist es nach den alten Regeln spielbar. Wer die erstauflage hat, braucht diese definitiv nicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.03.07 von Rolf Braun - Schade - hier wurde ein richtig gutes Spiel kaputtvariiert. Gut das man Cartagena II auch nach den Regeln von Cartagena I spielen kann, wobei mir da die Tortuga-Version am besten gefällt. Eigentlich hätte man Teil II auch nur als neue Variante in die Regel schreiben können oder einfach drauf verzichtet.

Leserbewertungen

Leserwertung Cartagena II: 3,5 3.5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.02.08 von Bernhard Naegele
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.09.09 von Frank-Philipp Wolfer - Natürlich ist das Vorziehen des Gegners um Karten zu bekommen gewöhnungsbedürftig und "mißfällt" einem im Spiel,jedoch fanden wir gerade diesen Mechanismus sehr interessant. Nette Variante, die wir seither öfters spielten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.12.09 von Steffen Hilger - Das schlechteste Colovini-Spiel das ich kenne...! Das schöne Grundspiel wurde nur verschlimmbessert.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.09.13 von Joachim Tangemann

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