Rezension/Kritik - Online seit 30.05.2008. Dieser Artikel wurde 6814 mal aufgerufen.

Chez Geek

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Autor: Steve Jackson
Illustration: John Kovalic
Alain H. Dawson
Jack Elmy
Philip Reed
Verlag: Pegasus Spiele
Rezension: Andreas Frank
Spieler: 2 - 5
Jahr: 2004
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 6041
Chez Geek

Spielziel

Chez Geek was fr ein seltsamer Name: "zum Streber". Gut, jeder Mensch strebt nach irgendetwas. In diesem Spiel nach Slack (lsst sich hier am besten mit "Nutzen" bersetzen). Dafr geht man Geld verdienen und in der verbleibenden Freizeit werden Leute angerufen, ntzliche Dinge gekauft oder Freizeitaktivitten ausgebt. Und das so lange, bis man sein persnliches Slackziel erreicht. So eine Art "Spiel des Lebens".

Ablauf

Chez Geek ist ein Kartenablegespiel. Es beinhaltet fnf verschiedene Kartensorten (lila Job/Gehalt/Freizeit/Spielziel; grn Personen; rot Freizeitaktivitten; blau Gter zum Einkaufen; orange jederzeit spielbare) und einen sechsseitigen Wrfel.

Das Spielziel erreicht man durch die Auslage von Karten, die teilweise mit dem bei Zugbeginn zugeteilten Einkommen zu bezahlen sind und Punkte geben. Um zu gewinnen, muss man als Erster die individuelle Punktzahl (Slackziel) erreichen.

Zu Spielbeginn erhlt jeder eine lila Jobkarte, welche das knftige Gehalt, die neben dem Job verbleibende Freizeit und das persnliche Spielziel festlegt. Zudem erhlt jeder Spieler fnf Karten.

Ein Spielzug gliedert sich in fnf Phasen:

1. Kartenhand auffllen

2. Wrfelphase

3. Leute anrufen

4. Aktivitten/Shopping

5. Karten abwerfen

1. Zu Beginn des eigenen Zuges wird die Kartenhand auf 6 Karten aufgefllt (die Arbeitsdrohne erhlt 7 Karten).

2. In der Wrfelphase wird dem W6 folgendes ausgewrfelt:

a) variables Einkommen (bei 1 bis 3 niedrigerer Wert; bei 4 bis 6 hherer Wert)

b) variable Freizeit (analog zum Einkommen)

c) Leute loswerden (bei 1 bis 3 bleibt der ungebetene Gast; bei 4 bis 6 kann er auf den Ablagestapel gelegt oder in ein Nachbarzimmer verfrachtet werden)

3. In der Leute-Anrufen-Phase werden Personen in die WG geholt. Die "Nervscke" mit Slack 0 kommen immer ungerufen und knnen einfach in jedes WG-Zimmer gelegt werden, wenn entsprechende Voraussetzungen (z. B. im betretenen Zimmer liegt etwas zu essen, welches der Fresssack dann verputzt) erfllt sind. Die negativen Auswirkungen treten sofort ein und weiterhin bei jedem nchsten eigenen Spielzug, wenn man die Person nicht in Phase 2 loswerden konnte. Personen mit positivem Slack mssen zuerst ausgelegt und dann angerufen werden. Auch hierfr ist zu wrfeln. Katzen haben positiven Slack, mssen aber nicht angerufen werden (wie denn auch J), sondern knnen ohne Wrfel in das gewnschte Zimmer gelegt werden.

4. In dieser Phase werden Freizeitaktivitten durchgefhrt oder es wird geshoppt. Dazu verkndet der Spieler, was er vorhat. Beim Shoppen legt der Spieler eine oder mehrere blaue Karten vor sich aus, soviel, wie ihm sein Einkommen erlaubt. Oder er legt eine rote Aktivittenkarte vor sich aus. Falls ihm die Tour keiner mittels einer Fernsehenkarte (Doppelfunktion) vermasselt, zahlt der Spieler den Obolus (falls ntig) und legt die Karte(n) in seine Auslage. Bei vermasselter Aktivitt nimmt der Spieler entweder die Shoppingkarte(n) zurck auf die Hand oder legt seine Aktivittenkarte auf den Ablagestapel und legt stattdessen die Fernsehenkarte des Mitspielers in die eigene Auslage. Dieser Vorgang kann so oft wiederholt werden, wie man Freizeiteinheiten und Geld hat. Bei einem Einkauf wird eine Freitzeiteinheit verbraucht.

5. In dieser Phase knnen nicht-sinnspendende Karten abgelegt werden, mssen aber nicht. Eine muss man allerdings behalten, es sein denn, man hat vorher alle Karten ausgespielt. Dann kann man natrlich nichts behalten.

Die erzielten Slackpunkte sind von jedem Spieler selbst nachzuhalten.

Nun noch zu den orangen Jederzeit-Karten: Diese knnen wie der Name schon sagt jederzeit eingesetzt werden, um Mitspieler zu rgern oder sich selbst etwas Gutes zu tun.

Fazit

Die Aufmachung des Spiels ist nicht so ganz gelungen. Es wurde das bei Munchkin verwendete Kartonformat benutzt, welches fr die enthaltenen 112 Karten und den einfachen W6 aus Naturholz zu gro ist. Das amerikanische Original kommt in der von Abacus bekannten, dnnen Faltschachtel daher, in der keine Briefmarke mehr Platz findet. Dafr ist im Original kein Wrfel enthalten.

Die Karten sind wie schon bei Munchkin - von John Kovalic amsant gezeichnet. Der schwarze Hintergrund der Karten sieht gut aus, knnte allerdings bei hufiger Nutzung an Gte verlieren analog den Karten aus der ersten Zug-um-Zug-Auflage. Wer das verhindern mchte, sollte auf Kartenhllen zurckgreifen.

Die Spielregel passt auf ein Blatt und ist ganz ordentlich strukturiert. Es wre jedoch nett gewesen, die mglichen Sonderflle in einem separaten Abschnitt zusammenzufassen, da man sie bei Bedarf nicht auf Anhieb findet.

Eine Strategie sucht man bei diesem Spiel vergeblich. Man bekommt bei jedem Spielzug durchschnittlich 4 Punkte (wenn die Mitspieler das nicht sabotieren) und so hat der Startspieler hufiger die Mglichkeit, sein Ziel als Erster zu erreichen und damit das Spiel zu beenden. Wem dieser Startspielervorteil zu stark ist, dem empfehle ich, die Runde zu Ende zu spielen, so dass jeder Spieler gleich oft an der Reihe war. Dann ist derjenige Sieger, der sein Ziel am besten bertroffen hat. Oder man vereinbart, dass der Startspieler einen Slackpunkt zustzlich erzielen muss.

Schwer hat man es grundstzlich mit dem Job "Arbeitsdrohne", weil man mit der geringen Freizeit quasi gezwungen ist, shoppen zu gehen, aber dafr muss man auch die entsprechenden Karten nachziehen.

Insgesamt spielt man meistens 4 oder 5 Runden, womit sich die Spielzeit analog zur Spieleranzahl verhlt. Aber auch zu fnft ist man nach etwa 45 Minuten fertig und kann noch eine Revanche anhngen. Dies ist auch hufig erwnscht, weil man erst mit steigender Erfahrung die Verkettung der Karten untereinander erkennt (z. B. bringt "Schferstndchen" (Aktivitt) einen Punkt mehr, wenn man es mit dem "Lebensabschnittspartner" (Person) macht).

Interessant gelst ist die Kartenabwurf-Phase, weil man hier berlegen muss, ob man eine Karte knftig noch gebrauchen kann (fr sich selbst oder um den Gegner zu rgern) oder sich lieber der Hoffnung hingibt, eine bessere Karte nachzuziehen.

Eine Frage taucht regelmig auf: Wieso darf man erst zu Beginn seines Zuges nachziehen und nicht schon am Ende des vorherigen? Das htte den Vorteil, dass man eher auf die Zge der Mitspieler reagieren kann, aber auch den Nachteil, dass man beim eigenen Spielzug mit weniger Handkarten agieren muss. Hier wurde zugunsten eines friedlicheren Spielablaufs entschieden.

Insgesamt ein flockiges Spiel mit vorhandenem rgerfaktor und amsantem Flair. Hinsichtlich der Mechanik handelt es sich eher um ein Familienspiel, betrachtet man allerdings die Thematik (u. a. Piercing, Geschlechtsverkehr), dann ist es fr diese Gruppe nicht geeignet. Strategen werden die fehlende Planbarkeit bemngeln, aber als Absacker fr einen Spieleabend eignet es sich prima.

Rezension Andreas Frank

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

Spielhilfe

Zur besseren bersicht sollten Marker (z. B. Glassteine) auf die gerade ausgelegten Karten gelegt werden, welche die soeben erzielte Slackzahl anzeigen. So kann man immer sehen, wer noch wie weit vom Sieg entfernt ist.

Der Startspieler hat einen Vorteil, der sich dadurch ausgleichen lsst, dass man entweder

  • dem Startspieler ein hheres Ziel vorgibt als seine Karte ausweist oder
  • die Runde noch zu Ende spielt. Wenn alle gleich viele Zge gemacht haben, gewinnt derjenige, der sein Spielziel am hchsten bertroffen hat.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Chez Geek: 3,5 3,5, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.08 von Andreas Frank - Aufgrund des Themas witziges Spiel, wenn man die richtige Runde beisammen hat. Spielreiz knappe 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.05.08 von Tommy Braun - Bevor ich Munschkin spiele greife ich lieber zu diesem lustigen WG-Spiel - noch lieber aber zu irgenswas anderem. Im Notfall noch eher zu Wucherer ;-)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.05.08 von Carsten Pinnow - Wer Munchkin mag, mag auch Chez XXX. Ich jedoch nicht. :)
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.05.08 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Chez Geek: 3,0 3.0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.05.08 von Detlef Vanis - Da fr mu schon die ganze Spielrunde in der passenden Stimmung sein, sonst wirds nur de.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.05.08 von Martin Kosub - John Kovalic's Graphik macht immer Laune. Man darfs halt nicht ernst nehmen. Ich wnsche Allen viel Glck bei den Schferstndchen!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.06.08 von Tommy - Chez Geek ist wie auch Munchkin aus meiner (der Vielspieler) Perspektive eher ein Gag als ein Spiel. Das bringt man Freunden mit, die in einer WG wohnen, spielt es dann einmal mit denen und gut ist - viele freuen sich da eher ber ein paar Flaschen Wein...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.08.14 von Andreas Freye - Durch die vielen Texte unbersichtlich und uninteressant. Schlechtes Material. Nett Grafiken.

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