Rezension/Kritik - Online seit 07.01.2011. Dieser Artikel wurde 5718 mal aufgerufen.

Das perfekte Alibi

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Autor: Pascal Roussel
Christian Lemay
Illustration: Pierô
Le Mille-Pattes
Heiko Eller
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 5 - 20
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 5,3 5,3 H@LL9000
4,3 4,3 Leser
Ranking: Platz 979
Das perfekte Alibi

Spielziel

Zwei Spieler werden eines bestimmten Verbrechens bezichtigt. Wollen sie nicht verurteilt werden, müssen sie darauf achten, ein felsenfestes Alibi zu haben, welches allen Verhören und Fangfragen der hohen Gerichtsbarkeit standhält.

Ablauf

Aus den Alibi- und Verbrechenskarten wird je eine ausgewählt und vorgelesen. Man einigt sich darauf, wer auf der einen Seite den Richter und die Fahnder und auf der gegnerischen Seite die Angeklagten spielt. Letztere verlassen den Raum. Danach haben die beiden Parteien (Angeklagte und Gerichtsbarkeit) drei Minuten Zeit, ihre jeweilige Vorgehensweise abzusprechen. Die Gerichtsbarkeit denkt sich 8 bis 10 möglichst heikle Fragen aus, mit welchen sie die Angeklagten zu Widersprüchen verleiten kann. Die beiden Angeklagten wiederum versuchen sich auf das Verhör vorzubereiten, indem sie überlegen, welche Fragen ihnen zu ihrem Alibi gestellt werden könnten. Da die beiden Verdächtigen einzeln befragt werden, müssen sie möglichst viele übereinstimmende Erklärungen abgeben können, um am Ende frei gesprochen zu werden.

Die Spieler, welche die Gerichtsbarkeit vertreten, müssen beim Verhör einige Regeln beachten:

  • Es dürfen keinerlei Fragen zum Tathergang gestellt werden, denn die Verdächtigen behaupten ja unschuldig zu sein, können dazu also nichts sagen.
  • Fragen zu Tätigkeiten, die nur einer der beiden gemacht hat, dürfen nicht beiden gestellt werden.

Pi mal Daumen sollte man die Verdächtigen frei sprechen, wenn sie mehr als die Hälfte der Fragen übereinstimmend beantworten können. Die letzte Entscheidung darüber obliegt jedoch immer dem Richter. Bei großen Gruppen kann eine ungerade Zahl von Personen Geschworene spielen – diese dürfen dann beim Verhör nicht mitwirken, fällen aber am Ende das Urteil.

Fazit

Zum Material gibt's nicht viel zu sagen: eine kleine Schachtel mit 41 Alibi- und 16 Verbrechenskarten sowie 3 leeren Karten, die man selbst beschriften kann. Für sämtliche Verbrechensfälle hat man sich lustige, kleine Geschichten ausgedacht, die dem Spiel zusätzlichen Pfiff verleihen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, das Spiel komplett mit selbst erdachten Verbrechen und Alibis zu spielen. Für den Anfang ist es aber sicher ratsam, einige vorgegebene Fälle durchzuspielen.

Eine Runde dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Mir hat das Spiel in kleiner Besetzung (die Mindestspielerzahl wird vom Verlag mit 5 Personen angegeben, man kann es aber auch zu viert problemlos spielen) am meisten Spaß gemacht. In größeren Runden sind meistens einige Mitwirkende kaum in das Geschehen eingebunden, was sie mehr oder weniger zu Statisten degradiert. Diesbezüglich kann aber die Variante mit Geschworenen ein wenig Abhilfe schaffen.

Damit Das perfekte Alibi Spaß macht, sollte es nur von Leuten gespielt werden, die grundsätzlich Gefallen an Kommunikationsspielen finden, denn das Spiel lebt einzig und allein von den Dialogen zwischen den Spielern.

Zusätzlich ist es ganz hilfreich, wenn keine Perfektionisten mitspielen, die sich von der Rolle eines "strengen Regelüberwachers" nicht mal lösen können. Zwar sollte man schon versuchen, an das Spiel auch mit einer gewissen Spur von Ernsthaftigkeit heranzugehen, aber am Ende darf trotzdem nicht das Gefühl überwiegen, Schwerstarbeit geleistet zu haben – ein bisschen Spaß muss sein, und genau nach diesem Motto sollten alle Beteiligten handeln. In einer unserer Spielrunden konnten die Verdächtigen zum Beispiel die meisten Fragen zu ihrem Alibi (laut dem sie zur Tatzeit am Strand verweilten) übereinstimmend beantworten, nur nicht die Frage, ob es ein Meeres- oder Seestrand war. Aufgrund dieser Aussage entschied der Richter, dass die beiden schuldig seien. Hier sollte man also keinesfalls auf der Regel beharren, dass Verdächtige bei Übereinstimmung in mehr als der Hälfte der Aussagen frei gesprochen werden, sondern die Regeln der Siegbedingung nur als eine grobe Orientierungshilfe sehen.

Schlussendlich ist es bei diesem Spiel überhaupt nicht so wichtig, welche Partei am Ende gewinnt, sondern der Prozess und die damit verbundenen Befragungen, also der Weg zum Spielende, stellen das eigentliche Spielvergnügen dar.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Das perfekte Alibi: 5,3 5,3, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.11.10 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.09.10 von Andreas Büger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 28.05.12 von Mahmut Dural - Für ein Spiel, das ca. 6-7 Euro kostet ist die Aufmachung gut. Schließlich sind die Texte wichtig und alles andere würde ablenken. Super ist auch der recht schnelle und leichte Einstieg, hohe Interaktion und man braucht keine 10 Leute, wie bei Werwölfe. Sehr empfehlenswert.

Leserbewertungen

Leserwertung Das perfekte Alibi: 4,3 4.3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.01.11 von Björn Kalies - Schon einige lustige Situationen erlebt - je abstruser das ausgedachte Alibi ist, desto lustiger wirds!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.04.11 von Frank-Philipp Wolfer - Da man das Alibi zieht ist ein Glücksfaktor dabei - jedoch einer der eigentlich überhaupt nicht stört ! deshalb schwanke ich eher zwischen 5-6
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.10.11 von Gülsüm Dural - Erfrischend anders. - Alle die Spiele wie Resistance, Werwölfe, Citizen X mögen, sollten sich das anschaffen. Ab 4-5 Spieler genial.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.11 von micha

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