Rezension/Kritik - Online seit 23.02.2006. Dieser Artikel wurde 14423 mal aufgerufen.

Der Erste Weltkrieg

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Autor: Ted Raicer
Illustration: Franz Vohwinkel
Andreas Adamek
Verlag: Phalanx Games B.V.
Rezension: Carsten Pinnow
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4544
Der Erste Weltkrieg

Spielziel

In diesem Spiel fhren die Spieler die Armeen, die um Europas Schicksal ringen. Sie platzieren ihre Truppen auf einem Spielplan Europas, der von Konstantinopel bis zum rmelkanal reicht.

Ablauf

In Der Erste Weltkrieg wird -ja, genau!- der Erste Weltkrieg nachgespielt. Soweit ist das Ganze noch wenig berraschend. Interessanter wird dies jedoch bei einem Blick auf die Karte: Diese ist nmlich in drei verschiedene Aufmarschgebiete unterteilt und zeigt somit keinen zusammenhngenden Plan, sondern drei verschiedene Szenarien, die gleichzeitig gespielt werden.

Auf diesen drei Szenarien (Belgien, Sdfrankreich und Osteuropa) sorgen nun insgesamt 11 verschiedene Frontlinien fr Bewegung, denn an jeder einzelnen Front kmpfen die Achsenmchte (Deutsches Reich, sterreich-Ungarn/"kleine Verbndete") gegen die Entente (Frankreich/Belgien/England/USA, Ruland/"kleine Verbndete"). Diese 4 Parteien werden immer gespielt und bei weniger als 4 Spielern entsprechend aufgeteilt.

Die einzelnen Fronten sind durch Linien voneinander getrennt, Truppen knnen jedoch zwischen benachbarten Frontlinien verschoben werden. In jeder Front befinden sich Stdte ("normale" Stdte und Versorgungszentren), die am Spielanfang den Nationen zugeordnet sind und erobert werden knnen. Begrenzt wird jede Front durch zwei "Depots", die den beiden Parteien zugeordnet sind und nicht erobert werden knnen. Wer an einer Front eine Schlacht gewinnt, erobert automatisch die nchste Stadt; gibt es nur noch das Depot des Gegners, so erhlt dieser einen Kapitulationsmarker.

Am Ende einer Runde gibt es zunchst Nachschub, abhngig von der Anzahl der verlorenen Einheiten sowie der noch zur Verfgung stehenden Anzahl Versorgungszentren. Wer Kapitulationsmarker besitzt, muss anschlieend wrfeln: Schafft er es nicht, mehr zu wrfeln als er Marker besitzt, hat er verloren, das Spiel endet sofort. "Er" heit hier: Der Spieler selbst sowie evtl. Mitspieler seines Bndnisses. "Gewonnen" hat dann derjenige Spieler der Siegerpartei, der mehr Siegpunkte als sein Verbndeter erhalten hat. Siegpunkte gibt es fr gewonnene Schlachten, der aktuelle Stand wird am Rand des Spielplans markiert.

Wie kommt es nun zum Kampf? Nun, relativ simpel: Alle Spieler verfgen ber ein entsprechendes Kontingent von Armeen (groe Pappmarker) mit Kampfwerten von 0 bis 3. Bei den "Nullen" handelt es sich um Dummys, die nur zum Bluffen eingesetzt werden knnen und keinen echten Kampfwert besitzen. Die Armeen werden stets verdeckt auf die einzelnen Fronten verteilt und knnen in jeder Runde, die aus je 4 Zgen der 4 Parteien besteht, entweder zum Angriff oder zur Bewegung eingesetzt werden.

Kommt es zum Kampf, muss der Verteidiger seine Plttchen umdrehen, erst danach entscheidet der Angreifer, mit wie vielen seiner Einheiten er angreift, die dann ebenfalls offengelegt werden mssen. Beide Spieler entscheiden nun, mit welcher Einheit sie kmpfen wollen und addieren ggf. noch einen Bonus hinzu (+1 fr die strkere Einheit, +1 fr die Armee mit mehr Einheiten). Zu guter Letzt drfen beide Seiten noch wrfeln und das Ergebnis ihrer Kampfstrke hinzufgen. Der Verlierer wird dann vom Spielbrett entfernt. Bei Gleichstand trifft es beide Einheiten.

Fazit

Der Erste Weltkrieg hinterlt ein zwiespltiges Bild. Das Material ist mit seinen ordentlichen Pappcountern durchaus angemessen und ansprechend - auch wenn sicherlich nicht jeder groe Freude an diesem graphisch etwas gewhnungsbedrftigem Spielplan haben drfte - und in seiner Menge berschaubar, das Regelheft dagegen etwas umstndlich in seinen Ausfhrungen.

Der Ablauf dieses Kriegsspiels basiert nicht auf einer Materialschlacht oder tiefgehenden strategischen Planungen, sondern vor allem auf geschicktem Bluffen mit den Kampfwerten der eigenen (verdeckten) Einheiten. Es gilt stets abzuwgen, an welcher Frontlinie kampfstarke Einheiten eingesetzt werden mssen, und wo das Risiko eingegangen wird, vom Feind zurckgedrngt zu werden.

Der Zufallseinflu des Wrfels ist nicht so gro, wie es auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag, da die Wrfelwerte durch die Kampfwerte der Einheiten modifiziert werden. Allerdings kann es sehr rgerlich sein, wenn das Spiel durch einen milungenen Kapitulationsmarker-Wurf am Ende entschieden wird.

Doch auch wenn man sich mit dem Spielmechanismus angefreundet hat, will sich kein rechter Spielspa einstellen. Der Erste Weltkrieg ist halt ein Strategiespiel, und so etwas passt einfach nicht zu diesem dominierenden Bluff-Mechanismus. Der Erste Weltkrieg bleibt damit ein Spiel fr Liebhaber dieses Genres, allerdings auch kein wirklich schlechtes.

Weshalb bei solch einem Spiel allerdings nur ein Spieler gewinnen soll, und nicht das Team, habe ich bis heute nicht verstanden... :)

Rezension Carsten Pinnow

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Der Erste Weltkrieg: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.08.05 von Carsten Pinnow

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