Rezension/Kritik - Online seit 22.07.2015. Dieser Artikel wurde 5147 mal aufgerufen.

Der unendliche Fluss

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Autor: Guido Hoffmann
Illustration: Rolf Vogt
Verlag: Drei Magier Spiele
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Jahr: 2014
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 2461
Der unendliche Fluss

Spielziel

Drei kleine Zauberer wollen herausfinden, wer der Mutigste von ihnen ist. Deshalb setzen sie sich in ihre Boote und fahren den unendlichen Fluss herunter. Immer auf der Suche nach fiesen Riesenspinnen, Drachen, Ratten und anderem Gruselgetier. Mit denen wird dann ein Foto gemacht ... wenn einen der Fluss nicht plötzlich in eine völlig andere Richtung treibt ...

Ablauf

Nachdem die drei Zauberer in ihren Booten an die Startpositionen gestellt und jedem Spieler eine Karte ausgeteilt wurde, kann es auch schon losgehen. Jeder sieht sich seine Karte genau an. Auf dieser ist eines der Gruseltiere zu sehen, die am Fluss wohnen und entweder ein roter, blauer oder gelber Zauberer. Ist man am Zug, muss man versuchen, den farblich passenden Zauberer zum richtigen Gruseltier zu bewegen. Dazu nimmt man sich das Spielbrett (den Fluss) und fängt an, ihn über den Tisch zu schieben. Die kleinen Glasmurmeln im Brett rollen die Boote der Zauberer durch das Flussbett, und jetzt kommt etwas, das man bei diesem Spiel gar nicht oft genug sagen kann:

MAN MUSS DAS BRETT IN DIE RICHTUNG SCHIEBEN, IN DIE SICH DAS BOOT BEWEGEN SOLL!!!

Also schiebt und dreht man das Brett, bis der Zauberer beim richtigen Tier gelandet ist und ruft "STOP!". ODER: bis jemand anderes "STOP!" ruft, weil der Zauberer auf dessen Karte beim Ziel angekommen ist. Denn bei Der unendliche Fluss müssen alle Spieler aufpassen und nicht nur der, der den Fluss bewegen darf. Hat jemand seine Karte erfüllt, bekommt er eine neue, und der nächste Spieler darf den Fluss bewegen.

Das geht solange, bis jemand sechs Karten erfüllt hat und damit gewinnt.

Will man Der unendliche Fluss ein wenig schneller spielen, nimmt man den Würfel dazu. Während der Spieler am Zug den Fluss bewegt, würfelt jemand anderes mit dem Würfel und muss zuerst eine Eins würfeln, danach eine Zwei und danach eine Drei. Hat er das geschafft, muss der Spieler am Zug sofort aufhören und der Nächste ist an der Reihe.

Fazit

Mit Der unendliche Fluss hat der "Drei Magier"-Verlag mal wieder ein Kinderspiel mit einem sehr innovativen Mechanismus herausgebracht.

Der Faszination des Flusses kann sich kein Kind (und auch kein Erwachsener) entziehen. Jeder fängt sofort an, damit herumzuspielen und ihn auszuprobieren. Zunächst meist mit gemischtem Erfolg. Deshalb noch mal der Rat:

MAN MUSS DAS BRETT IN DIE RICHTUNG SCHIEBEN, IN DIE SICH DAS BOOT BEWEGEN SOLL!!!

Kinder haben diesen Dreh meist eher raus als Erwachsene. Es liegt aber am Frustrationslevel des jeweiligen Kindes, ob das Spiel ein Erfolg wird oder nicht. Ich habe Kinder erlebt, die sofort raus hatten, wie man den Fluss bewegen muss. Und Kinder, die das Brett nicht rollten, sondern nur wild hin und her schubsten und die Boote eher umher schmissen, als sie auf den Glasmurmeln gleiten zu lassen.

Und es ist nicht nur die Geschicklichkeit der Spieler, die das Spiel beeinflussen. Die Murmeln müssen sauber rollen können. Also braucht man eine glatte Unterlage. Wenn es auch nur einen kleinen Fehler bei der Verarbeitung gibt (eine oder mehrere Murmeln haben eine Macke ... der Fluss wölbt sich an einer Stelle um ein paar Millimeter, sodass die Boote die Murmeln nicht mehr berühren), kommen die Boote - und damit auch das Spiel - an manchen Stellen ins Stocken.

Auch hätte man die Anlegestellen, zu denen die Boote müssen, deutlicher auf dem Brett hervorheben können.

Trotzden ist Der unendliche Fluss ein Spiel, das man unbedingt empfehlen kann. Die Regeln sind gut geschrieben, toll bebildert und lassen keine Fragen offen.

Besonders gut gefällt, dass alle Kinder permanent im Spiel sind und dadurch keine Wartezeiten entstehen. Außerdem ist das Spiel sehr gradlinig und auf das Wesentliche reduziert. Wenn man den Dreh mit dem Fluss RICHTIG gut raus hat, kann man andere Boote sogar in den Flussbiegungen stecken lassen, während man sein eigenes Boot munter über den Fluss schippern lässt.

Noch wichtiger: Der unendliche Fluss ist eine erstklassige Motorikschulung für Kinder. Und das ist in der heutigen Zeit der Tablets, Smartphones und sonstiger Touch-Screen-Oberflächen wichtiger denn je.

Kinder brauchen - und wollen das. Es gibt kaum ein Kinderspiel des Jahrgangs 2014, das nach ein- bis zweimal spielen so oft auf der Wunschliste der Kinder stand und dann auch relativ schnell gekauft wurde. Auch Monate nach dem Erscheinen kommt Der unendliche Fluss immer wieder und wieder auf den Tisch. Obwohl es natürlich beim Ziehen der Karten ordentlich viel Glück oder Pech geben kann und der passende Zauberer direkt neben der richtigen Anlegestelle steht oder aber auf der genau anderen Seite des Flusses. Das macht den Kindern aber nichts. Da eine Partie selten länger als 15 bis 20 Minuten dauert, wird dann einfach noch eine Runde gespielt.

Und auch ich lasse die Zauberer immer noch gerne über den Fluss fahren. Aber immer daran denken:

MAN MUSS DAS BRETT IN DIE RICHTUNG SCHIEBEN, IN DIE SICH DAS BOOT BEWEGEN SOLL!!!

Das kann man gar nicht oft genug sagen. Oder schreiben.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Der unendliche Fluss: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.02.15 von Christoph Schlewinski - Simpel, spannend und faszinierend.

Leserbewertungen

Leserwertung Der unendliche Fluss: 4,0 4.0, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.01.16 von Harry M - Nett, aber für jünger Kinder zu anspruchsvoll in der Feinmotorik. Für ältere Kinder schnell langweilig - die Faszination nutzt sich schnell ab. Kann man dennoch ab und zu mal spielen, ein Überflieger ist es bei uns allerdings nicht.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.07.17 von Harald Hüpkes - Und ich stand auf der Brücke und ich spuckt in den Kahn, ja da freut sich die Spucke, dass sie Kahn fahren kann. Spiel ohne Grenzen trifft auf Brettspiel,- nur hier werden die Kähne von den Spielern bewegt. Wenn man de Kindern den Mechanismus des Kahnfahrens näher gebracht hat entfaltet sich hier ein wirklich toll gestaltetes Geschicklichkeits - und Beobachtungsspiel. Damit es allerdings nicht zu hektisch wird sollte man ohne den Würfel spielen. Mit Würfel allerdings ein ausgezeichnetes Partyspiel für Erwachsene. Also:Wo geht es hier zur Niers macht die Boote klar. Ahoi

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