Rezension/Kritik - Online seit 04.09.2007. Dieser Artikel wurde 7188 mal aufgerufen.

Die Schatztaucher

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Autor: Reiner Knizia
Illustration: Johann Brandstetter
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Ralph Bruhn
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 - 40 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2006
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 4299
Die Schatztaucher
Auszeichnungen:2008, As d'Or - Jeu de l'Anne Nominierung

Spielziel

"Der Sauerstoff wird knapp, bald muss ich zurck an die Wasseroberflche ... doch halt, habe ich dort im Schein meiner Taschenlampe nicht etwas glitzern sehen? Dort, unter diesem Stein ist bestimmt etwas verborgen. Mein Adrenalinpegel steigt, als ich die Hand ausstrecke ..."

In diesem Spiel versetzen wir uns in die Rolle von Tauchern, die versunkene Schtze wieder ans Tageslicht bringen wollen. Dazu bentigen wir das richtige Ma an Glck und Risikobereitschaft, um am Ende besser als die Konkurrenten dazustehen.

Ablauf

"Heute tauchen wir nach Schtzen! Alle Interessenten haben sich auf einem Schiff versammelt und wollen mglichst wertvolle Gegenstnde aus den Tiefen des Meeres bergen. Sie mssen nacheinander tauchen, denn alle bentigen sie meine Hilfe. Wer ich bin? Die Taschenlampe natrlich! Ohne mich findet kein Tauchgang statt - denn ohne mich wrde man im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln tappen.

Der erste Taucher ergreift mich und springt ins Wasser. Wie tief wird er tauchen? Dazu wirft er zwei Wrfel, von denen er sich einen auswhlt, der die Tauchtiefe angibt. Er sucht sich eine von fnf Tauchrouten aus, die durch jeweils zehn Plttchen - das sind die mglichen Fundorte - dargestellt sind. Bei der erwrfelten Tauchtiefe prft er jetzt, was es zu entdecken gibt.

Jetzt kommt mein Einsatz! Er leuchtet mit mir die Oberseite des Fundortes an, und wie von Zauberhand erscheint dort ein Symbol, das die Art des hier verborgenen Schatzes angibt! Dummerweise steht da aber nichts ber den Wert, d. h. die Anzahl der Funde. Dafr msste er den Fundort grndlich untersuchen, also das Plttchen an sich nehmen und mit ihm an die Oberflche zurckkehren. Dort erst wrde er an der Anzahl der Symbole auf der anderen Seite des Plttchens den tatschlichen Wert erkennen.

Mein Taucher entscheidet sich aber fr's Weitertauchen; er hofft auf einen lukrativeren Fund. Also noch einmal wrfeln - jetzt ist aber ein "X" dabei! Oh, das "X" bedeutet soviel wie eine defekte Sauerstoffflasche - zwei davon erfordern einen sofortigen, ergebnislosen Abbruch des Tauchgangs. Aber es bleibt ja noch der andere Wrfel, mit dem weitergetaucht werden kann. Ich leuchte den Fundort an und - AAARGH! Seeungeheuer greifen mich - h, uns - an! Schnell mit dem verbliebenen Wrfel ermitteln, ob man diese besiegen kann - jawohl, geglckt! Strahlend bringt der Taucher das besiegte Seeungeheuer als Trophe zurck an Bord. Jetzt ist der nchste Taucher an der Reihe, der schon ungeduldig auf mich wartet ..."

berlassen wir jetzt mal die selbstbewusste kleine Taschenlampe dem nchsten Taucher ... Reihum springen also jetzt weiter alle Taucher ins Wasser, um Schtze zu bergen oder Seeungeheuer zu besiegen. Es gibt zwei unterschiedlich tiefe Tauchbereiche und darunter noch das Schiffswrack, in dem man sich sogar einen der dort offen liegenden Schtze aussuchen darf. Je tiefer der Bereich, desto wertvoller werden die Schtze - aber umso mehr riskiert man den Ausfall der "Sauerstoffflaschen" und damit die Rckkehr mit leeren Hnden.

Zu ergnzen bleibt, dass es neben direkten Siegpunkten fr geborgene Gegenstnde und besiegte Seeungeheuer weitere Boni gibt. Und zwar dafr, dass man von einer einzelnen Sorte von Gegenstnden als Erster eine vorgegebene Anzahl sammeln konnte. Das spornt ebenfalls an, beim Tauchen mutiger zu sein und nicht immer gleich den erstbesten Fund einzustecken!

Das Spiel endet, wenn einer der dargestellten Tauchbereiche komplett abgerumt wurde. Gewinner ist dann natrlich der Taucher, der die wertvollsten Funde gesammelt hat - vielleicht darf dieser dann die kostbare Taschenlampe bis zur nchsten Tauchfahrt aufbewahren ...

Fazit

Fangen wir gleich mal mit dem Highlight des Spiels an: Eine kleine Taschenlampe bringt mit UV-Licht die ansonsten unsichtbaren, auf der Rckseite der Schatzplttchen dargestellten Symbole ans Licht! Das will jeder ausprobieren, so dass das Spiel einen sehr groen Erstspielreiz hat. Klar, bei Erwachsenen lsst dieser Reiz bald nach, aber fr die Kinder bleibt das Aufdecken der Plttchen noch lnger ein Erlebnis.

Auch ber dieses faszinierende Gimmick hinaus gibt es am Rest des Materials nichts auszusetzen. Solide, haltbar und mit altersgerechter, aber trotzdem funktionaler und zur Stimmung des Spiels passender Grafik schrecken Spiel und Schachtel auch erwachsene Spieler ohne Kinderbezug nicht schon von weitem ab ...

Die Spielregel passt - wenn auch ziemlich kleingedruckt - auf zwei DIN A4-Seiten. Auf der ersten Seite werden das Material und der Spielaufbau anhand von Abbildungen erklrt. Auf der zweiten Seite folgen der Spielablauf und die Erluterung einiger Sonderflle. Alles ist gut verstndlich und mit Beispielen versehen, es bleiben keine Fragen offen.

Die Schatztaucher ist eine gelungene Kombination aus verschiedenen Spielelementen:

ber das zentrale "Can't stop"-Risikoprinzip knnen die Spieler frei ber die Lnge des Tauchgangs entscheiden - bis das zweite "X" den kompletten Tauchgang ergebnislos macht. Dazu kommt ein bisschen Memory (man merke sich die Art der angeleuchteten, aber nicht aufgedeckten Plttchen), ergnzt mit einem Schuss Taktik und Mehrheitenspiel (aufgrund der gesammelten Schtze der Mitspieler und der noch offenen Bonusmarker taucht man gezielt nach bestimmten Schatzarten). Alles nicht besonders neu aber die Mischung macht's!

Kinder- oder Familienspiel? Die Grenzen sind flieend: ich nenne es ein Familienspiel, das auch schon Fnf- bis Sechsjhrige sehr gut mitspielen knnen. Da die Spieler keine verdeckten Informationen haben, kann man bei den ganz Kleinen auch noch gut helfen, indem man die mglichen Optionen erwhnt - nach dem Motto: "Wenn du dieses Plttchen aufdeckst, kannst du vielleicht diesen Bonus bekommen, wenn du aber noch einmal wrfelst, kommst du vielleicht bis zum Wrack und darfst dir ein wertvolles Teil aussuchen."

Ein kleiner Mangel sei nicht verschwiegen: Das Spielende kann sich manchmal ein bisschen hinziehen, wenn einfach nicht die passenden Zahlen gewrfelt werden, um die letzten Plttchen abzurumen. Und/oder die zurckliegenden Spieler diesen Plttchen aus dem Weg gehen. Hier kann die Kondition der Kleinen schon mal auf eine harte Probe gestellt werden. Ist bei uns aber eher selten vorgekommen.

Das Spiel ist ganz hervorragend geeignet fr Runden, in denen Kinder ab sechs Jahren gemeinsam mit Erwachsenen am Tisch sitzen. Gut spielbar fr die Kleinen und nicht zu sehr "Kinderspiel" fr die Groen. Durch die grundstzlich hhere Risikobereitschaft der Kinder - sie rechnen noch nicht so mit der Wahrscheinlichkeit - knnen diese den vorsichtigeren und logischer denkenden Eltern fters mal ein Schnippchen schlagen. Fr anspruchsvolle Erwachsene untereinander bietet das Spiel auf Dauer jedoch nicht gengend Spieltiefe. Aber sie stellen auch nicht die primre Zielgruppe fr dieses Spiel dar. Ich geb's ja zu: viele Spiele, die fr Kinder ab sechs geeignet sind, langweilen mich doch eher. Umso schner, wenn man wie bei Die Schatztaucher auer durch glnzende Kinderaugen auch noch mit einem spannenden Spiel belohnt wird!

Und jetzt her mit der Taschenlampe - ich bin dran mit Leuchten!!!

Rezension Ralph Bruhn

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Die Schatztaucher: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.08.07 von Ralph Bruhn - Die Note gilt fr das Spiel von Erwachsenen mit Kindern. Als Spiel unter Erwachsenen wrde ich eher nur eine knappe 4 geben.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.11.06 von Michael Andersch - Der Gag mit der UV-Lampe ist natrlich klasse. Das restliche Spiel fllt dagegen leider etwas ab, v.a. weil sich das Ende ziemlich ziehen kann und das Spiel keinen Spannungsbogen bis zum Schluss aufbaut. Fr Erwachsene zu harmlos, fr Kinder zu lang.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.08.07 von Sandra Lemberger - Die Tauchlampe macht den Reiz des Spieles aus. Das Spiel an sich dauert relativ lange - fr manche Kinder zu lange. Dafr macht das Spiel auch Erwachsenen Spa, wenn sie mit ihren Sprsslingen spielen.

Leserbewertungen

Leserwertung Die Schatztaucher: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.09.07 von Oliver Lach - Lieblingsspiel unserer 6jhrigen Tochter. Toll fr sie (und nicht zu lang) und noch interessant genug fr uns, was will man mehr von einem Kinderspiel.

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