Rezension/Kritik - Online seit 13.07.2026. Dieser Artikel wurde 538 mal aufgerufen.

Dito

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Autor: Martin Ang
Verlag: Game Factory
BoardM Factory
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 4 - 7
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2024
Bewertung: 4,3 4,3 H@LL9000
Ranking: Platz 3549
Dito

Spielerei-Rezension

Du hast das auch? Hey, best friends forever!

Wie sehr ist man mit seinen Mitspielern am Tisch auf einer Wellenlänge? Wie gut kennt man sie? Wie gut kennen sie einen? Und vor allem: Will man das wissen? Oder öffnet man damit das Tor zur Hölle und lässt besonders Paare in Streit ausbrechen?

Bei Einschätzungsspielen wie dem guten, alten Black Box (immer noch sehr zu empfehlen!) habe ich in der Vergangenheit durchaus Ehekrisen erlebt. Oder beleidigte Menschen am Tisch. Inklusive mir, denn bei einer Runde wollte mir niemand sein Auto leihen, obwohl ich der einzige am Tisch ohne Unfall war. Begründung: Weil ich immer Müll in meinem Auto hatte. UN-VER-SCHÄMT-HEIT! Bei Dito muss man sich über so etwas keine Gedanken machen.

Wir bekommen pro Runde einen Oberbegriff genannt, zu dem wir drei Felder auf unserer 3 x 3 Felder großen Tafel beschriften müssen. Maximal zwei Worte pro Feld, außer es sind feststehende Sachen wie „Der Herr der Ringe“ oder so. Nach drei Runden ist die Tafel also voll und jetzt fängt jemand an, einen beliebigen seiner Begriffe laut vorzulesen. Haben mehrere am Tisch diesen Begriff? Super, dann dürfen den alle einkreisen und er gibt einen Punkt. Aber haben zwei Personen diesen Begriff, dürfen ihn beide einkreisen und dazu noch den kleinen „Best friends forever“ Stern im Feld ausmalen, der noch mal zwei Extrapunkte gibt. Als wäre das alles nicht genug, gibt es für jede Reihe und Spalte, in der man alle Worte umkreisen konnte, Bonuspunkte und zwar unterschiedlich viele. Man will also in die Reihe und Spalte, wo man viele Bonuspunkte abgreifen kann, die Worte reinschreiben, die auf jeden Fall jemand am Tisch ebenfalls eingetragen hat.

Aber hat das wirklich jemand reingeschrieben? Funktioniert das eigene Gehirn wie das der anderen am Tisch? Oder umgekehrt? Dito macht eine ganze besondere Schere auf: Nicht nur denken, wie die anderen, sondern auch überlegen, wie die anderen über einen denken könnten. In einer Partie ging es um fiktive Orte, die man mal besuchen würde. Ich war überlegt „Das Auenland“ zu schreiben, weil ich wusste, dass mindestens ein „Herr der Ringe“ Fan am Tisch saß. Hab dann aber zur Sicherheit „Mittelerde“ geschrieben und was war natürlich? Jemand schrieb tatsächlich „Das Auenland“. Wäre ein schicker BFF-Stern geworden.

Bei Dito ärgert man sich aber merkwürdigerweise nicht über Dinge, die man beinahe aufgeschrieben hätte. Es entsteht im Gegenteil eine lustige Stimmung, eine Art Befriedigung, weil man ja irgendwie doch gleich tickt, es aber lediglich nicht niedergeschrieben hat. Dazu lernt man ziemlich viel über die Mitspieler. Aber man muss hier keine Angst haben, dass die, die sich gut kennen, haufenweise BFF Sterne abgreifen und punktetechnisch davon galoppieren. Sich gut kennen ist bei Dito kein Garant für super Treffer. Es ist interessant zu beobachten, wie Paare, die lange zusammen sind, aneinander vorbeidenken und sich erst, wenn die Worte auf den Tafeln offenbart werden, plötzlich wieder an Dinge erinnern. Aber nicht nur bei Paaren ist das so, auch bei Freunden oder Bekannten. „Da haben wir uns doch letztens noch drüber unterhalten, weißt du noch?“ oder „Da hast du mir mal ganz begeistert von erzählt!“ oder „Das hatten wir in diesem ekeligen Restaurant im Urlaub gegessen“. Hier entstehen oft schöne Spaziergänge auf der Memory Lane, an denen die anderen am Tisch auch ihren Spaß haben und durch die sich alle wieder ein Stück weit näherkommen. Man lernt sich kennen.

Der große Vorteil von Dito ist, dass es so rasend schnell erklärt werden kann. Und nach der ersten Runde haben alle verstanden, wie es geht und die nächsten beiden Runden laufen dementsprechend fluffiger. Die Themen sind gut ausgewählt, es gab selten Fälle, wo eine Themenkarte wegen Langeweile abgelehnt wurde und oft überraschen die Themen. Man findet eine Varianz von „Was sauer schmeckt“ bis hin zu „Wo sich Film-Killer verstecken“.

Dito ist ein außergewöhnliches Kommunikationsspiel, das Spieler schnell in seinen Bann zieht und für fröhliche, gut gelaunte Partien sorgt. Nicht nur für eine, oft wird noch eine Partie angehängt. Immer ein gutes Zeichen.

Einziger Schwachpunkt: Die Tafeln. Die sind abwischbar und es liegen die klassischen Stifte bei (die man auch schon aus Just One z. B. kennt), aber man muss die Tafel die ganze Zeit festhalten. Hinlegen ist schlecht, weil schnell was verschmieren kann. Und man muss aufpassen, wo man sie hält, weil man schnell seinen Punktestand aus Versehen wegwischen könnte.

Davon abgesehen ist Dito ein Spiel, das viele unterschiedliche Menschen an den Tisch bringen und begeistern wird. Ein tolles, stimmungsvolles Spiel!

Rezension Christoph Schlewinski

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dito: 4,3 4,3, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.07.26 von Christoph Schlewinski
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.05.26 von Michael Kahrmann - Endlich mal wieder ein gutes kommunikatives Partyspiel. Ich mag es.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.06.26 von Michael Andersch - Weder innovativ noch sonderlich originell und der \"Bingo\"-Anteil ist total verzichtbar, weil völlig unsteuerbar und total willkürlich - kein Wunder hat es die Jury nominiert...
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.07.26 von Frank Gartner - Es ist in der Tat nichts neues und dennoch hatten wir Spaß bei unseren Partien. Den SDJ - Titel hätte ich nicht erwartet, da habe ich stärkere Kandidaten gesehen, dennoch freue ich mich für Autor & Verlag.

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