Rezension/Kritik - Online seit 11.07.2002. Dieser Artikel wurde 8426 mal aufgerufen.

Drachenland

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Autor: Reiner Knizia
Illustration: David Wyatt
Verlag: Ravensburger Spieleverlag GmbH
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 9 Jahren
Jahr: 2001
Bewertung: 4,1 4,1 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 2568
Drachenland

Spielziel

Jeder Spieler führt eine Gruppe von drei verschiedenfarbigen Kegeln durch das Drachenland, mit der er versucht, möglichst viele Dracheneier und Edelsteine zu sammeln. Dafür gibt es Punkte und der Spieler, der am Ende die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Der Spielplan zeigt mehrere Vulkane, die untereinander mit Lauffeldern verbunden sind. Auf diese Vulkane werden jeweils ein verdecktes Plättchen sowie eine vorgegebene Zahl an Dracheneiern und Edelsteinen in vier verschiedenen Farben (rot, grün, blau und transparent) gelegt. Dabei dürfen auf keinem Vulkan mehr als zwei gleichfarbige Edelsteine abgelegt werden.

Im Grunde geht es nur darum, möglichst viele dieser Edelsteine in einer vorgegebenen Kombination (siehe Ende der Beschreibung) zu sammeln. An und für sich eine nicht allzu schwierige Aufgabe, wenn da nicht die Mitspieler wären, die einem des öfteren die gewünschten Steine oder Eier vor der Nase wegschnappen. Denn nicht nur durch gewöhnliches Ziehen mithilfe des Würfels kommt man von Vulkan zu Vulkan, es gibt auch noch kräftig Unterstützung in Form der zu Spielbeginn verdeckten Plättchen.

Aber nun der Reihe nach. Zu Beginn des Spieles erhält jeder Spieler drei gleichförmige Figuren in den Farben rot, grün und blau, einen Sichtschirm und drei Plättchen („Bootsmann“, „Neu würfeln“ und „kleiner Drache“ – nähere Beschreibung folgt noch). Diese Plättchen platziert man vor seinem Sichtschirm.

Nachdem die erste Figur jedes Spielers schon vor Spielbeginn aufs Brett gesetzt wurde, beginnt nach Ermittlung des Startspielers nun für jeden Spieler der eigentliche Spielzug, der immer aus den beiden Phasen Bewegung und Schätze aufnehmen besteht.

1. Bewegung

Der Spieler, der an der Reihe ist, wirft beide Würfel in den Schicksalsturm. Für einen der beiden Würfel entscheidet er sich und nimmt ihn aus der Schale. Mit den entsprechenden Augenzahlen bewegt er eine beliebige seiner Figuren. Dabei kann er

- unzählige Augen verfallen lassen

- andere Figuren überspringen (es dürfen allerdings nie zwei Figuren auf einem Feld stehen)

- ein Plättchen aufnehmen, wenn er einen Vulkan mit verdecktem Plättchen erreicht (nach Aufdecken eines Vulkanplättchens ist die Bewegung der Figur sofort beendet)

- einen Vulkan wie ein normales Feld durchqueren, wenn darauf mehr kein verdecktes Plättchen liegt

2. Schätze aufnehmen

Ist die Bewegung der Figur beendet, darf diese noch Schätze aufnehmen. Der Spieler kann

- alle Edelsteine, die dieselbe Farbe haben wie seine momentan aktive Figur, aufnehmen oder

- einen transparenten Edelstein an sich nehmen oder

- ein Drachenei wegnehmen.

- lag auf dem Vulkan auch ein Plättchen, darf der Spieler auch dieses an sich nehmen, außer, es handelt sich um ein Königsdrachen- oder Ringplättchen.

Dracheneier und Edelsteine legt man immer hinter seinen Schirm, Plättchen dagegen immer offen vor den Sichtschirm. Befindet sich eine Figur zu Beginn ihres Zuges auf einem Vulkan, darf sie den Würfelwurf, den sie für diese Figur auswählt, verfallen lassen (= Verzicht auf die Bewegung) und gleich zur Phase 2 (= Schätze aufnehmen) übergehen. Danach nimmt man den zweiten Würfel aus dem Turm und verfährt mit einer seiner beiden bisher nicht aktiven Figuren wie soeben beschrieben. Da pro Zug immer nur zwei Figuren aktiv werden können (= Bewegung und Schätze aufnehmen), bleibt die dritte Figur immer passiv, d. h. mit ihr darf man auch dann keine Schätze aufnehmen, wenn sie bereits auf einem Vulkan steht.

3. Plättchen

Es gibt unterschiedliche Arten von Plättchen: Die einen kann man während der Bewegungsphase ausspielen, die anderen dagegen erst in der Phase „Schätze aufnehmen“. Diese Plättchen können in der entsprechenden Phase in beliebiger Anzahl und Kombination ausgespielt werden, sofern sie sich auf die gerade aktive Figur beziehen. Ausgespielt Plättchen kommen aus dem Spiel – Ausnahme: Königsdrachen und Ringplättchen, die kein Spieler an sich nehmen darf, sondern nur nutzen darf, wenn er auf dem entsprechenden Vulkan steht.

Es gibt folgende Plättchen:

Neu würfeln (jeder Spieler erhält ein solches zu Spielbeginn): damit darf man einen Würfelwurf für ungültig erklären und beide Würfel erneut in den Schicksalsturm werfen

Bootsmann (auch dieses Plättchen erhält jeder Spieler zu Spielbeginn): damit darf man seine aktive Figur von einem Vulkan direkt auf einen Nachbarvulkan befördern, sofern diese beiden durch einen Fluss miteinander verbunden sind

Schnelle Schritte: mit Hilfe dieses Plättchens darf die aktive Figur bis zu 3 Felder zusätzlich laufen

Königsdrache (gibt es in den Farben rot, grün und blau): mit Königsdrachen kann man von Vulkan zu Vulkan fliegen, sofern die Spielfigur dieselbe Farbe hat wie der Drache und sich auf dem gleichen Vulkan befindet wie dieser. Außerdem muss man eine 4 gewürfelt haben. Anstatt mit dem Drachen auf einen anderen Vulkan zu fliegen, kann man mit einer gewürfelten 4 auch den gleichfarbigen Königsdrachen zu sich rufen, damit man ihn in einer späteren Runde zum Fliegen benutzen kann.

Kleiner Drache (auch davon erhält jeder Spieler ein Plättchen zu Spielbeginn): Der kleine Drache kann anstatt einer gewürfelten 4 zum „Bezahlen“ für das Fliegen mit dem Königsdrachen bzw. zum Rufen desselben benutzt werden.

Die Plättchen, die die Phase „Schätze aufnehmen“ betreffen:

Magische Hand: damit darf man einmal zusätzlich Schätze vom Vulkan nehmen, auf dem sich die Spielfigur befindet

Ring: Vulkane, auf denen Ringplättchen liegen, berechtigen dazu, seine Figur mit einem weißen Ring auszustatten. Diesen Ring darf man sich anstelle des Aufnehmens von Schätzen über die Figur stülpen. Diese Ringe sind am Spielende sehr wichtig, denn ist eine Spielfigur am Ende ohne Ring, darf der Besitzer der Figur alle Edelsteine in der Farbe dieser ringlosen Figur NICHT werten!

4. Spielende

Wenn das letzte Drachenei vom Brett genommen wird, endet das Spiel sofort. Nun ermittelt jeder Spieler seine Punkte. Für einen kompletten Satz (bestehend aus 1 Ei und jeweils einem grünen, roten und blauen Edelstein) gibt es 10 Punkte. Dabei dürfen transparente Edelsteine jeden beliebigen farbigen Edelstein ersetzen (= Joker). Jedes weitere Drachenei bzw. Edelstein zählen jeweils einen Punkt. Bei der Wertung ist darauf zu achten, dass nur die Edelsteine zählen, bei denen die gleichfarbige Figur auch einen weißen Ring trägt!

Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Fazit

Das Material und die Grafik des Spielplan, der Figuren, Plättchen, Edelsteine und Ringe sind einwandfrei. Fraglich ist, wie lange der Turm ein oftmaliges Spielen ohne Schäden übersteht. Es handelt sich dabei zwar um eine nette Idee (vor allem Kinder – und das Spiel ist schließlich ab 9 Jahren – werden von diesem goldigen „Schnickschnack“ hellauf begeistert sein), aber da der Turm nur in die Spielschachtel passt, wenn man ihn zerlegt, werden die Stanzschlitze, die sich sehr nahe am Kartonrand befindet, wahrscheinlich irgendwann einreißen und den Turm dann wahrscheinlich unbrauchbar machen. Für die nächste Idee in dieser Richtung sollte sich der Hersteller vielleicht überlegen, diese Stanzschlitze entweder nicht so nahe am Kartonrand anzubringen oder einen wesentlich stabileren Karton zu verwenden. Wenn auch mancher (so wie auch ich) anfangs die Idee des Würfelturms als ziemlich unnötig abtun wird, so stellt sich im Laufe des Spiels doch auch eine gewisse Nützlichkeit heraus: Es ist uns bei keinem einzigen Spiel passiert, dass ein etwas zu schwungvoller Würfelwurf das halbe Spielbrett abgeräumt hat, wie es schon in manch anderem Spiel passiert ist und was sehr oft schon zu Diskussionen über den genauen Stand der Kegel vor dem Abräumen geführt hat

Die weißen Ringe (sie sehen aus und fühlen sich an wie Dichtungsringe?!) sind vorzüglich gemacht und beim ersten Spiel war bei jedem Ringüberstreifen ein glückliches Glucksen oder Jauchzen des entsprechenden Spielers zu hören, weil es einfach Spaß macht, seinen Figuren diese Gummiringe, die ganz vorzüglich auf die Figuren passen, zu verpassen.

Das Spiel ist sehr schnell erklärt (auch für das Lesen der Spielregel muss man nicht allzu viel Zeit aufwenden, wobei letzteres aber für 9jährige ohne Hilfe doch noch etwas zu schwierig sein könnte!) und macht auch dann Spaß, wenn man gerne etwas taktischer spielt. Dadurch, dass die Spieler ihre Plättchen immer offen vor sich ablegen müssen, kann man sich auch einigermaßen ausrechnen, welche Zusatzzüge die Mitspieler für die kommenden Runden planen könnten. Außerdem sollte man auch immer ein bisschen darauf achten, welche Edelsteine die Mitspieler schon zuhauf besitzen und an welcher Farbe es noch mangelt, damit man ihnen diese wertvollen Stücke möglichst vor der Nase wegschnappen kann. Trotz allen Aufpassens und Mitzählens sorgt aber das Aufdecken der Sichtschirme am Spielende immer wieder für Überraschungen bei den Mitspielern!

Was in der Spielregel nicht erwähnt wird ist die Tatsache, dass die beiden Würfel nur Würfelergebnisse von 1 bis 4 zeigen. Es dauerte ein Weilchen, bis wir im ersten Spiel merkten, dass wir nicht alle furchtbar schlecht gewürfelt hatten, sondern dass eine 4 eigentlich schon Höchstleistung war!

Zwar spielt sich „Drachenland“ auch mit 3 Spielern ganz gut, aber ein richtig spannender Wettbewerb findet meiner Meinung erst mit 4 Spielern statt.

Alles in allem ist „Drachenland“ bei einer Spieldauer von ca. 45 Minuten ein sehr kurzweiliges Lauf- und Sammelspiel für die ganze Familie und jedem zu empfehlen, der von einem Spiel nicht erwartet, dass es möglichst keine Glückskomponente (die ja bei Würfelspielen immer gegeben ist) enthalten darf.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Drachenland: 4,1 4,1, 16 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Michael Volz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Wolfgang Fleck
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Pia Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Schwarz
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.11.05 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.07 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.12.09 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Drachenland: 5,0 5.0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Zanow - Schade, ich musste bisher feststellen, dass dieses Spiel bisher überhaupt nicht ankam. Ich denke, dass liegt daran, dass die Erwartungen zum Thema und Autor zu hoch sind.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.12.06 von Carste - Mir gefällt es wirklich. Das Material ist sehr ansprechend und auch die Sichtschirme halten mal! Das schöne ist der Ärgerfaktor, wenn man kurz vor Schluss mit einer Zug-und-Flug-Kombi dem sicher geglaubten Gewinner doch noch die Suppe versalzen kann. Meist hält die Spannung bis zum Schluss. Einfacher Einstieg, tolles Spiel.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.02.07 von Silke

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