Rezension/Kritik - Online seit 01.03.2018. Dieser Artikel wurde 3431 mal aufgerufen.

Fieber

Direktlinks zu den Rezensionsblöcken
Autor: Tom Schoeps
Illustration: Michael Menzel
Verlag: moses. Verlag GmbH
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 5
Dauer: 10 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 3,7 3,7 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3588
Fieber

Spielziel

In Fieber gehörst du zu einem Ärzteteam, das den Patienten retten möchte, indem es dessen ständig schwankende Temperatur in den Griff bekommt. Dumm nur, dass jeder der beste Arzt sein möchte und die Konkurrenten mächtig ärgert, um beim Oberarzt gut dazustehen. Wer diesen erbitterten Wettkampf am längsten übersteht, wird am Ende den Patienten retten.

Ablauf

Fieber ist ein Kartenspiel, bei dem Karten geschickt eingesetzt werden müssen. Ein kleiner Spielplan stellt den zu behandelnden Patienten dar - dieser hält ein riesiges Thermometer in der Hand mit Temperaturen von 35°C (blau) bis 41°C (rot). Zu Spielbeginn wird ein Holzstein auf 37°C gestellt. Es gibt drei Arten von Karten, die unterschiedliche farbige Rückseiten aufweisen und so den Mitspielern die Spielmöglichkeiten verraten:

  • blaue Rückseite: senkt die Temperatur,
  • rote Rückseite: erhöht die Temperatur,
  • weiße Rückseite: verschiedene Aktionsmöglichkeiten, jedoch darf weiß nicht auf weiß abgelegt werden.

Mit Hilfe dieser Infos soll man die Temperatur so beeinflussen, dass der Mitspieler keine Karte mehr legen kann, denn die Temperatur darf nie über 41°C steigen bzw. unter 35°C sinken. Wäre dies der Fall, legt man eine "Nachtschicht" ein und gibt eine Karten ab; ohne Karten scheidet man dann aus.

Begonnen wird Fieber mit je einer Karte der drei Farben, man spielt reihum immer eine Karte aus und zieht wieder eine Karte nach. Sobald nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat, ist dieser der erfolgreichste Arzt und gewinnt den Fieberkampf.

Fazit

Wie vom moses-Verlag gewohnt, glänzt Fieber - obwohl es "nur" ein kleines Kartenspiel ist - mit einer ungewöhnlichen und guten Aufmachung. Die Schachtel ist ein kleiner Schuber zum Herausziehen, der kleine Spielplan ist aus sehr stabiler Pappe, und zum Markieren der Temperatur gibt es einen Holzchip. Die Spielanleitung ist übersichtlich gestaltet und lässt keine Fragen offen.

Fieber ist ein astreines Ärgerkartenspiel, und um es zu mögen, muss man Spiele dieser Art lieben oder alles ganz gelassen sehen. Wenn schon in der Regel von "Attacken der Mitspieler" und "erbitterter Wettstreit" gesprochen wird, kann man sicher sein, dass es hier nicht friedlich bleibt ... und so ist es dann auch!

Durch die Rückseiteninformationen der Spielkarten weiß ich jederzeit, wie meine Mitspieler agieren können bzw. was sie für (meist doch eingeschränkte) Möglichkeiten haben. Einige Aktionskarten sind in Kombination mit diesem Wissen echt gemein, und eine Nachtschicht und somit der Verlust einer Karte kann nur selten umgangen werden. Und das ist wiederum die nächste "Gemeinheit", denn mit einer Karte weniger auf der Hand werden die Chancen, der nächsten Attacke ausweichen zu können, unangenehm verringert. Aber auch ohne Angriff durch eine Aktionskarte wird einem das Spiel ordentlich erschwert. Habe ich zum Beispiel nur noch zwei rote Karten auf der Hand, braucht mein vorhergehender Mitspieler nur die Temperatur auf das Maximum von 41°C zu erhöhen und - schwups - muss ich die nächste Nachtschicht einlegen, die nächste Karte abgeben und stehe noch schlechter da. Ohnehin bin ich zusätzlich auch noch vom Kartenglück abhängig. Das kann frustrieren, denn es gibt bei Fieber keine Möglichkeit, sich wieder zu verbessern. Schlecht, schlechter - verloren!

Ein bisschen mehr taktische Möglichkeiten bietet dann eine Variante für erfahrene Spieler; dort legt man bei einer Nachtschicht eine Karte vor sich ab, darf die Kartenhand aber wieder auf drei Karten ergänzen und scheidet aus, sobald man die dritte Karte ablegen muss.

Obwohl Fieber eine Altersangabe ab 8 Jahren aufweist, richtet es sich mit dem Untertitel "Ein freches Kartenspiel für 2 bis 5 nervenstarke Ärzte" sowie mit Aktionskarten wie "Heiße Schwester", "Wundermittel", "Hilfloser Praktikant" oder auch "Pille mit Nebenwirkung" eher an ältere Mitspieler, die dann darüber schmunzeln können. Extremes Ärgern sowie die Möglichkeit, ganz bewusst gegen einen Mitspieler agieren zu können, mögen viele Kinder ohnehin nicht so gerne. Die Spielregeln und der Spielablauf sind aber für die Altersstufe erfassbar und einige wenige meiner Testkinder sind Fieber-Fans. Auch bei der Spieleranzahl sollte man sich bewusst sein, dass Fieber zwar zu zweit spielbar ist, es dazu aber keine Regelveränderung gibt und somit sehr schnell gespielt ist. Mehr Spaß macht es demnach in voller Besetzung, wobei es trotzdem bei einer flotten Spieldauer bleibt und ein Ausscheiden somit zum Glück keine lange Wartezeit mit sich bringt.

Wenn man sich also nicht so schnell ärgern lässt, Spiele mit einem hohem Glücksanteil mag oder einfach ein durch die kurze Spielzeit jederzeit mal schnell spielbares Kartenspiel haben möchte, dann kann man Fieber empfehlen und viel Spaß damit haben.

Rezension Stefanie Marckwardt

'Fieber' online bestellen

Kaufen bei Idealo Kaufen bei Spiele-Offensive Kaufen bei PlayMe 

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fieber: 3,7 3,7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.01.18 von Stefanie Marckwardt - Ärzte müssen immer nervenstark sein, Spieler von Fieber ebenfalls, denn Ärgern ist hier die Pflicht!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.01.18 von Sandra Lemberger
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.04.18 von Udo Kalker - Ein lustiges rauf und runter am Fieberthermometer, wo man nur auf die richtige Karte wartet um den anderen rauszukicken. Eher langweilig.

Leserbewertungen

Leserwertung Fieber: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.04.18 von Marco Meißner - Ein kleiner, gehässiger Absacker. Erfüllt das, was es sein soll, auf den Punkt.

Weitere Informationen zu 'Fieber' auf unseren Partnerseiten