Rezension/Kritik - Online seit 09.09.2026. Dieser Artikel wurde 281 mal aufgerufen.

Königreich Legacy: Feudale Welt

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Autor: Jonathan Fryxelius
Verlag: FryxGames
Galakta
Intrafin Games
Rezension: Michael Andersch
Spieler: 1
Dauer: 360 - 480 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2024
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4257
Königreich Legacy: Feudale Welt

Kompakt - Kritik

„Das Land gehört Dir. Und nun an die Arbeit, es gilt, ein Königreich zu errichten…“ so steht es auf der Rückseite der recht kompakten Schachtel von Königreich Legacy: Feudale Welt.
Also dann – lassen wir uns nicht lang bitten und machen uns an die Arbeit, unser Königreich aufzubauen.
Aber woraus besteht diese Arbeit?

Kern des Spiels sind Karten, die es (meist) in 4 „Leveln“ gibt, die daraus bestehen, dass jede Karte beidseitig bedruckt ist und auf jeder der beiden Seiten 2 unterschiedliche Hälften aufweist. Die jeweils obere Hälfte auf der aktuellen Vorderseite ist der "gültige" Bereich.
Gegen Abgabe von Rohstoffen darf man Karten dann entweder auf die Rückseite drehen, oder die Seite beibehalten, aber die untere Hälfte nach oben drehen und sie somit dauerhaft verbessern. Im Bild rechts ist die Grundform von Karte 10, die Händlerin mit der Funktion, sie abzuwerfen und dafür gegen "Bezahlung" von 1 Gold 1 Holz zu erzeugen. Für 3 Gold kann ich sie zu einem Basar aufwerten (dem weißen Pfeil folgend Karte um 180° drehen), der ähnlich funktioniert, aber Holz oder Stein liefert und dazu einen Siegpunkt wert ist. Diesen wiederum kann ich gegen abermalige Abgabe von 3 Gold zu einem Markt aufwerten (dem weißen Pfeil Folgen und Karte auf die Rückseite drehen), der beim Abwerfen und gegen Bezahlung von 1 Gold Holz, Stein oder Silbererz liefert und 3 Siegpunkte wert ist. Und zuletzt kann man den Markt wiederum gegen Bezahlung von 5 Gold zum Festival aufwerten, das 4 Siegpunkte wert ist, und ohne Bezahlung eine der 4 abgebildeten Einkommensarten erwirtschaftet.

Man startet mit einem Grundstock von 10 vorgegebenen Karten (aus insgesamt 134), und eine Spielrunde besteht daraus, diese zunächst (ohne die Orientierung und die Seiten zu verändern) zu mischen und dann als Nachziehstapel mit den „gültigen“ Seiten nach oben bereit zu legen. Es folgen mehrere Züge, in denen man zunächst 4 Karten zieht und dann weitere Aktionen ausführen kann. Eine der wichtigsten Aktionen ist es, Karten wie oben beschrieben aufzuwerten (= zu drehen). Dazu muss man die für die Aufwertung erforderlichen Rohstoffe auf seinen ausliegenden Karten sichtbar haben. Tut man das, so ist der Zug beendet und alle aktuell im Spiel befindlichen Karten kommen auf den Ablagestapel.
Immer wieder kommt es aber vor, dass man mit den gezogenen Karten nichts machen kann, weil beispielsweise die sichtbaren Rohstoffe nicht ausreichen, irgendetwas aufzuwerten oder eine anderweitig gewünschte Aktion durchzuführen.
Daher darf man auch noch beliebig oft „vorstoßen“, was schlichtweg heißt, einfach 2 weitere Karten zusätzlich nachziehen und somit hoffentlich seine Möglichkeiten erweitern.
Eine ebenso wichtige Aktion ist das Ausführen eines Karteneffektes. Diese Effekte können ganz unterschiedlicher Art sein, aber insbesondere kommen durch sie auch neue Karten ins Spiel, man kann quasi Ländereien entdecken, neue Fähigkeiten erwerben, neue Personen kommen ins Reich … ich will nicht zu viel spoilern.

Die Runde endet, wenn man nach einem oder mehreren Spielzügen alle Karten abgespielt hat.
Sofort startet eine neue Runde, indem standardmäßig die nächsten beiden Karten des zunächst unbekannten Legacy-Stapels dazu genommen werden – in der zweiten Runde hat man somit 12 Karten zur Verfügung (+ eventuell durch Karteneffekte erworbene Karten), in der dritten Runde 14 (+x), etc.

Die Zahl der verfügbaren Karten steigt somit, die Runden dauern länger, man hat mehr Möglichkeiten. Es kommen noch Sondereffekte ins Spiel, Zusatzziele, das Reich wird angegriffen … und nach 30 Runden endet das Spiel mit dem Ende der Runde, in der man anfangs die Karten 69 und 70 seinem Deck hinzugefügt hat. Anschließend ermittelt man sein Ergebnis, welches abhängig von den Siegpunkten auf den Karten und den während des Spiels gewählten Zielen ist und natürlich dem Grad, zu dem man diese erfüllen konnte.
Man gewinnt oder verliert also nicht, sondern hat nur einen Score (in meinem Fall war das 186 – ich habe keine Ahnung, ob dies gut oder schlecht ist).
Da es sich um ein Legacy-Spiel handelt werden auch Karten verändert z. B. durch Aufkleber, aber auch durch das Ankreuzen von Boni etc. oder durch Zerstörung dauerhaft aus dem Spiel genommen.
Während die Karten 1-70 auf jeden Fall ins Spiel kommen, ist dies für die Karten 71-134 nicht garantiert, denn diese erhält man wie oben erwähnt nur durch Karteneffekte oder Aufwertungen. Ich zum Beispiel habe 42 dieser Karten gar nicht zu Gesicht bekommen, mir fehlte sogar ein kompletter … ich nenne es mal „Wirtschaftszweig“, woraus ich schließe, dass das Spiel abhängig von den getroffenen Entscheidungen auch ganz anders verlaufen kann.

Daher habe ich zunächst überlegt, ob ich mir noch eine zweite Packung kaufen und es nochmals spielen soll, denn die Erkunderei macht durchaus Spaß. Allerdings gibt es auch einen nicht unerheblichen Glücksanteil – mit der Anzahl der Karten im Deck steigt ja auch die Varianz dessen, was man auf die Hand bzw. ins Spiel bekommt – und das kann gut passen, oder aber auch nicht, weswegen man durch „Vorstoßen“ mehr Karten nachziehen muss, die man aber alle abwerfen muss, sobald man dann etwas aufwertet. Man „verschwendet“ also unter Umständen Karten, weswegen man in einer Runde oder im ganzen Spiel durchaus unterschiedlich viele Züge haben kann und somit viele oder nur eingeschränkte Möglichkeiten.
Außerdem fand ich es störend, dass viele Karteneffekte meiner Meinung nach nicht eindeutig waren. Frxygames scheint dies erkannt zu haben, denn auf der Homepage sind alle Karten mit allen Leveln nochmals einzeln erklärt. Allerdings nur auf englisch, und selbst da fand ich manche Erklärung auch nicht wirklich hilfreich.
Zudem musste ich feststellen, dass viele der Karten offensichtlich ein Update bekommen haben, und sich somit (teils wesentlich) von der mir vorliegenden deutschen Version von Schwerkraft unterschieden haben.
Dem Spielspaß tut das nicht wirklich Abbruch, aber etwas befremdlich fand ich das schon – ich habe daher alle neu erhaltenen Karten standardmäßig gegengeprüft und sie ggf. abgeändert.

Unter dem Strich bleibt ein durchaus pfiffiges kleines Legacyspiel, das für einige Stunden durchaus unterhalten kann, wenn auch mit kleinen Frustmomenten aufgrund des Kartenglücks oder der nicht eindeutigen Erklärungen. In meinem Fall dürfte die Spieldauer bei etwa 5 Stunden gelegen haben – ich habe allerdings über 3 Tage hintereinander immer mal wieder gespielt und die einzelnen Zeiträume nicht notiert. Das Spiel lässt sich dabei auch mit Unterbrechungen gut und unbürokratisch „zwischenspeichern“ und zu einem anderen Zeitpunkt weiter spielen.

Da man nicht gewinnt oder verliert ist Königreich Legacy: Feudale Welt eher ein Spiel um des Spielens Willen – entdecken, aufwerten, etc. – das ist spannend, bisweilen aber auch etwas repetitiv.

Insbesondere trifft dies bei den 3 beiliegenden Bonusleveln zu, die man nach dem normalen Spiel noch spielen kann.
Sie bestehen jeweils aus 4 Runden mit fest vorgegebenen Rundenereignissen, und da zu diesem Zeitpunkt nahezu alle der im Spiel befindlichen Karten schon sehr weit oder komplett aufgewertet sind, verwendet man Rohstoffe und Geld größtenteils schlichtweg dazu, auf entsprechende Ziele einzuzahlen. Die 3 Bonuslevel empfand ich somit als nett, aber im Grunde ziemlich langweilig. Wobei dies und auch alle anderen Betrachtungen in dieser Rezi natürlich nur meine Erfahrungen in meinem konkreten Setting darstellt - in anderen Partien mag sich das Spiel komplett anders entwickeln.

Fazit also: Nettes Spiel im absolut positiven Sinn, das mir trotz seiner Schwächen einige Stunden durchaus versüßen konnte. Nochmals und ggf. anders muss ich es jetzt nicht wieder haben, aber dennoch kann ich es erkundungsfreudigen Spielern durchaus empfehlen.

Rezension Michael Andersch

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Königreich Legacy: Feudale Welt: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.05.26 von Michael Andersch - Nettes kleines Legacy-Spiel, das für einige Stunden gut zu unterhalten weiß und (vermutlich) viele unterschiedliche Entwicklungen nehmen kann. Leider mit einigen Unklarheiten bzgl. diverser Karteneffekte.

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